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Des Diebstahls beschuldigt, werde ich erkennungsdienstlich behandelt?

| 24.04.2007 12:57 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler


Ich arbeite in einem Altenheim, und kürzlich wurde mal wieder was gestohlen. Da ich im Dienst war und nicht die Polizei angerufen habe , sondern der Heimleitung nur ein e-mail über den Vorfall geschicht habe, wird mir von der Heimleitung jetzt unterstellt, ich wollt was vertuschen, weil ich die Schuldige sei. Auch die Diebstähle in der ´Vergangenheit hätte ich begangen. Die Polizei war auch bei jedem Diebstahl im Haus. Jetzt sagt die Heimleitung würde die Polizei gegen mich ermitteln. Meine Frage: Wenn die Polizei in der Vergangenheit Vielleicht schon Fingerabdrücke auf Geldbörsen gefunden hätten, hätten sie dann nicht sofort alle Mitarbeiter befragt und auch Fingerabdrücke genommen? Haben die welche im "Archiv" die sie jetzt rausholen? Muß ich damit rechnen erkennungsdienstlich aufgenommen zu werden? Ich bin bisher "nur" als Zeugin vorgeladen.

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

wenn gegen Sie als Beschuldigte ermittelt werden sollte, ist es grundsätzlich möglich, dass Sie sich erkennungsdienstlichen Maßnahmen unterziehen müssen. Deren Ergebnis kann dann auch mit anderen Daten anlassbezogen abgeglichen werden. Wie dies in Ihrem Fall gehandhabt wird, kann ohne Einsicht in die Ermittlungsakte nicht abschließend beurteilt werden. Ich rate Ihnen daher, einen Verteidiger vor Ort mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen zu beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 24.04.2007 | 16:16

Die anderen Diebstähle sind ein paar wochen und Monate her.Wenn es Fingerabdrücke geben würde, wäre dann schon mal ermittelt worden oder worauf haben die gewartet?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.04.2007 | 16:23


Sehr geehrte Ratsuchende,

es kann Ermittlungstaktik sein, noch weitere Diebstähle abzuwarten. Allerdings ist wegen jeder Tat zu ermitteln, zunächst einmal gegen Unbekannt. Wenn sich ein Verdacht gegen einen Mitarbeiter erhärten sollte, kann auch für die Vergangenheit ein Datenabgleich stattfinden. Womöglich waren die entwendeten Beträge nicht hoch genug, dass sich erkennungsdienstliche Maßnahmen gegen alle Mitarbeiter rechtfertigt hätten. Die Behörden haben nämlich das Verhältnismäßigkeitsprinzip zu beachten. Wenn jetzt eine Anzeige gegen Sie eingegangen sein sollte, hat dem die Poliezi nachzugehen, wobei eine Einstellung mangels Tatverdachts nach § 170 Abs. 2 StPO möglich ist. Um diese zu erreichen, sollten Sie sich anwaltlich vertreten lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

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