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Der klaustrophobische dumme Dritte


28.01.2007 17:34 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

im Mai 2006 rief mich eine gute Bekannte zur Hilfe als sie von Ihrer Nachbarin und dessen Ehemann (die eine Frisörsalon betreiben) angeblich zum wiederholtem Male Beleidigt und Bedroht wurde, worauf sie an dem Tag Ihren Nachbarn ein Hausverbot erteilte. Dann bat sie mich doch noch mit Ihren Nachbarn zu reden weil die Sache eskalierte. Dort angekommen erzählte mir meine Bekannte das sie ein Jahr vorher u.a. auch sexuell belästigt wurden sei von Ihrem Nachbarn, jedoch große Angst hätte das dies bekannt wird! Ich ging zum Nachbar und bat ihn um ein Gespräch unter vier Augen. Er lud mich überaschenderweise zum Kaffee in seiner Küche ein um dort mit mir zu reden. Ich verweigerte zuerst 3x doch er bestand darauf. Also betrat ich schließlich (dummerweise) doch seine Küche weil ich das Gespräch für wichtig hielt.

Ich konfrontierte ihn dann mit dem was meine Bekannte mir zuvor erzählt hatte. Darauf grinste er, zog an meiner Krawatte, beleidigte mich mit ZITAT: du lebst am Abgrund...., und sagte dazu, dass er gute Beziehungen zur Polizei unterhält und das einige von ihnen gute Freunde von ihm wären! Worauf ich meine Bekannte dazu rief und sie fragte den Vorwurf nochmal zu erläutern.Dies tat sie auch. Der Nachbar kochte vor wut. Ich sagte daruf zum Nachbarn, ZITAT: "Wenn du sie aber wirklich sexuell belästigt hast oder sogar versucht hast sie zu vergewaltigen, wenn dies wirklich wahr ist....dann können dir deine angeblichen Polizeifreunde auch nicht helfen…für sowas riskiert man hier in Deutschland Knast.... also….bitte… las die Dame in Ruhe und betrete niemals mehr Ihre Räumlichkeiten…. Du kannst schon froh sein das sie dich nicht schon längst angezeigt hat!". ZITAT ENDE. Darauf folgte eine perverse Bemerkung seinerseits hinsichtlich der angeblichen sexuellen Vorzüge meiner Bekannten und wobei er einige einschlägigen Bewegungen mit seinen Händen machtte, worauf ich den Nachbar mit dem Worten: Du..SCHWEIN! beschimpfte. Ich weis dies hätte ich nicht tun sollen aber meine Emotionen waren wie seine sehr angespannt.

Es folgte am gleiche Tag eine Strafanzeige/Strafantrag wegen Beleidigung/Hausfriedensbruch gegen mich sowie eine Unterlassungsklage/Widerruf wegen Verleumdung bezüglich der angeblichen versuchten Vergewaltigung gegen mich und gegen meine Bekannte. PS: Die Ehefrau des Nachbarn sowie seine Schwägerin wollen nun "Bezeugen" das sie während dieses Gesprächs anwesend waren. Dies ist jedoch NICHT der Fall. Beide befanden sich NICHT im gleichem Raum.

Meine Zeugin/ bzw. meine Bekannte will sich plötzlich jedoch aus allem raushalten weil sie Angst vor der Rache ihres Nachbarn hat wenn sie aussagt. Der Anwalt des Klägers will mir nun eine Tatsachenbehauptung/Verbreitung/Verleumdung unterjubeln unter Mithilfe falscher Aussagen der angeblichen Zeugen.

Ich bin nun also der dumme Dritte..
ohne Entlastungszeugen habe ich wohl sehr schlechte Karten oder?

Frage: Was schwebt mir als Höchststrafe über meinem Kopf? Ich wollte meiner Bekannten nur helfen….den Streit mit dem Nachbar habe ich nicht gewollt! Ich hätte kein Motiv ihm zu schaden sondern wollte nur schlichten und meine bekannte beschützen.

Meine Grunddaten:
42 Jahre.
NL-Staatsbürger, wohnhaft in Deutschland seit 2003
verheiratet
Beruf, Sicherheitsberater. Existenzgründer im Sicherheitsbereich
Nicht vorbestraft, einwandfreien Leumund
Keine Einträge


PS zum möglichen Strafmaß:
ich leide seit meiner Kindheit (nachweißlich) an schweren klaustrophobischen Ängsten und gerate in Panik (Panikattacken) in geschlossenen und dunkeln Räumen. Ich habe also große Angst vor einer Gefängnisstrafe! Ich würde ein Zelle nicht überleben! In meiner Militärzeit während eines Auslandeinsatz in 1991, würde ich mit 5 anderen Kollegen in einem gegnerischen Gefangenenlager 9 Tage lang eingesperrt und "verhört". Sie verstehen nun vielleicht meine Angst etwas besser. Ich schäme mich vor dieser Krankheit und die Unfähigkeit eine Gefangenschaft wie die meisten Männer zu ertragen.

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Sehr geeehrte(r) Ratsuchende(r),

Ich beantworte Ihre Frage unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes summarisch wie folgt. Dabei halte ich mich ausschließlich an die von Ihnen hier mitegeteilten Fakten.


Die Strafanzeige wegen Beleidigung/Hausfriedensbruch gegen Sie sowie eine Unterlassungsklage/Widerruf wegen Verleumdung bezüglich der angeblichen versuchten Vergewaltigung gegen Sie und gegen Ihre Bekannte ist m.E. in erster Linie eine Beweisfrage, wie Sie bereits richtig erkannt haben. Nur der im Ermittlungsverahren und in der späteren Hauptverhandlung als erweisen geltende Sachverhalt wird zur Grundlage einer eventuellen Verurteilung bzw. Abschlussverfügung der Staatsanwaltschaft.
Es hängt maßgeblich davon ab, ob die "gute Bekannte" (der Sie ja helfen wollten) aussagen wird oder nicht, denn von dieser Aussage wird es u.a. abhängen, ob die Strafanzeige gegen Sie erfolgreich sein wird. Daneben ist die Staatsanwaltschaft dazu verpflichtet auch für Sie entlastende Momente zu werten, d.h. der zuständige Sachbearbeiter wird zunächst pilzeilich alle erdenklichen Zeugen anhören, auch die Frau, der Sie helfen wollten.

Ihre Aussage : "Wenn du sie aber wirklich sexuell belästigt hast oder sogar versucht hast sie zu vergewaltigen, wenn dies wirklich wahr ist....dann können dir deine angeblichen Polizeifreunde auch nicht helfen…für sowas riskiert man hier in Deutschland Knast.... also….bitte… las die Dame in Ruhe und betrete niemals mehr Ihre Räumlichkeiten…" hat m.E. noch nicht den Charakter einer tatbestandlichen Drohung erfüllt, da es entscheidend darauf ankommt, dass Sie hier zunächst unterstellt haben, dass eine gewisse Situation eingetreten ist und für diesen Fall lediglich gesetzliche Konsequenzen aufgezeigt haben. Den in einem Rechtsstaat kommt es nicht auf gute Beziehungen zur Polizei an, weshalb Ihre Aussage wahr ist und eine Berdohung mit gesetzlichen Konsequenzen hier wohl nicht tatbestandlich i.S. einer Bedrohung sein wird. Dies mag aber ggf. anders von der Staatsanwaltschaft beurteilt werden.
Sie sollten im übrigen unverzüglich anwaltlichen Beistand bezüglich einer nun von Ihnen gegenüber der Polizei abzugebenden EInlassung suchen.


Der Ausdruck "du SChwein" erfüllt den Tatbestand der Beleidigung, es wird aber eine tatrichterliche Wertungsfrage sein, ob Sie hier in Wahrnehmung eines berechtigten Interesses gehandelt haben.

Das oben zu der Beweisfrage gesagte gilt analog für die Unterlassungsklage/Widerruf wegen Verleumdung bezüglich der angeblichen versuchten Vergewaltigung gegen mich und gegen meine Bekannte.

Das Strafmaß hängt u.a. davon ab, ob es überhaupt zu einer Verurteilung (gesetzt den Fall eine Hauptverhandlung würde stattfinden) kommt.

M.E. muß der Fokus hier eindeutig darin liegen auf eine Einstellung des Verfahrens hinzuwirken, hierfür sollten Sie sich eingehenden anwaltlichen Beistand leisten.

Ich bin gerne bereit dieses Mandat für Sie zu übernehmen, kontaktieren Sie mich einfach per email für die nun zu veranlassenden weiteren Schritte.

Ich hoffe Ihnen eine erste Orientierung gegeben zu haben.


Rechtsanwalt
Kleber

Nachfrage vom Fragesteller 28.01.2007 | 18:27

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Kleber,

ich danke vielmals für Ihre schnelle Beantwortung meiner Fragen,

leider habe ich Ihnen nicht alle Details zur Sache schreiben können da ich nicht wusste wie viel Text man eingeben darf. Ich habe mich daher auf das wichtigste beschränken wollen.


Hinsichtlich Anwältliger Rat folgendes:
Bis Vorgestern vertrat mich ein befreundeter Anwalt den ich seit ca. 1 1/2 Jahren kenne und auch als Privatdetektiv -auf Anfrage seiner Mandanten- zur Verfügung stand. Diese anfangs "gute Beziehung“ hat natürlich auch zur meiner Mandatsübertragung geführt. Ich habe sofort 1000 Euro in Bar bezahlt!!! Leider hatte ich jedoch nach ein paar Monaten das Gefühl das dieser Anwalt mich nicht adäquat verteidigt und nicht ausreichend Fall-Kundig ist. Ein lange Geschichte möchte ihnen ersparen. Am 12.01.07 habe ich ihm das Mandat entzogen und wollte mich nun selber verteidigen. In einem Telefonat mit ihm gestern jedoch, erführ ich das mein ehm. Anwalt -den ich blind vertraut habe!- doch tatsächlich versäumt hat mir mitzuteilen das in der obliegenden Sache am kommenden Dienstag oder Mittwoch (er wusste es nicht genau…sagte er!!!) eine Gerichtsverhandlung beim Amtsgericht Duisburg oder Mülheim a/d Ruhr stattfinden wird in meiner Zivilrechtlichen Sache.

Der Anwalt möchte gerne das Mandat wieder zurückbekommen und ich sagte das ich es mir überlegen will. Wirklich vertrauen kann ich ihn leider nicht mehr. Wie kann man nur vergessen seinen Mandanten einen Gerichtstermin mitzuteilen!?

Frage: Wenn ich nun Ihnen das Mandat übertrage würden extra Kosten auf mich zukommen richtig?
Frage: Wenn der Termin am nächsten Dienstag oder Mittwoch wirklich stattfindet, wie können Sie in so kurzer Zeit Akteneinsicht erhalten und vor allem Fall-Kundig werden? Wie soll das gehen?


Ich weis nun überhaupt nicht mehr was zu tun

Haben Sie einen Vorschlag ?

Vielen Dank,

MFG


PS: ich weis es sehr zu schätzen das Sie sich am Sonntag-Abend noch so sehr bemühen mit mir zu kommunizieren.
Hätte ich Sie doch nur eher kennen gelernt als der Fall noch neu wahr.

Ergänzung vom Anwalt 28.01.2007 | 18:05

Die einschlägigien §§ hierzu lauten § 185 StgB i.V.m. § 193 StGB, §§ 194, 199 StGB.
Insbesondere § 199 StGB könnte hier hinsichtlich der Beleidigung eingreifen, denn der Nachbar hat Sie schliesslich auch beleidigt, notfalls die hinzugezogene Frau bzw. Ihre gute Bekannte, so dass hier § 194 StGB eingreifen könnte. Ferner sei przessual darauf hingewiesen, dass der ANzegenerstatter auch ggf. auf den Privatklageweg verwiesen werden wird, sprich er selbst hat dann die Tat vor Gericht anzuklagen und nicht der Staatsanwalt.
Ferner könnte die Beleidigung auch verjährt sein, gleiches könnte für die Bedrohung gelten. Beleidigung ist Antragsdelikt (§ 185, 194 StGB), deshalb muß innerhalb von drei Monaten nach Kenntnis von Tat und Person des Täters Srafantrag gestellt werden (§ 77 b StGB), ansonsten ist die Sache verfristet.
Bedrohung gem. § 241 StGB ist kein Antragsdelikt und unterliegt daher der normalen Verfolgungsverjährung nach § 78 StGB, wegen Höchtfreieheitsstrafe 1 Jahr daher gem § 78 III Nr. 5 in drei Jahren. Diese Verjährungsfristen wären im vorliegenden Fall eingehend anhand der bei Ihnen (und nicht hier) vorliegenden Daten zu prüfen.

Rechtsanwalt
Kleber
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