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Der Vater behauptet wenn ein Kind bei ihm lebt muss er für das andere Kind das bei der Mutter lebt k

| 12.04.2011 08:51 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tobias Rösemeier


Sehr geehrter Damen und Herren,
hiermit bitte ich Sie mir folgende Fragen zu beantworten:
Der 12 jährige Sohn würde gerne zum Vater ziehen. Wir als Eltern sind uns aber nicht noch einig, ob eine 50 / 50 (Woche / Woche) Regelung oder eine 100%ige Regelung (kpl. beim Vater) besser wäre.

1.Wieviel Unterhalt muss der Vater mir noch bzw. ich dem Vater für das Kind an Unterhalt zahlen bei einer 50 / 50 Regelung und wie wird das Kindergeld aufgeteilt

2.Wie würde die Berechnung bei einer 100% Regelung aussehen? Wäre ich als Mutter auch unterhaltspflichtig bei meinem Einkommen von € 1.100,- ? (Selbtserhalt)

3.Zählt zu meinem Nettoeinkommen auch der Kindesunterhalt und Kindergeld für das Mädchen hinzu?

4.Welche Summe wird lt. Düsseldorfer Tabelle zugrunde gelegt die mit Kindergeld € 448,- oder nach Abzug des hälftigen Kindergeldes € 356,-?

5.Der Vater behauptet wenn ein Kind bei ihm lebt muss er für das andere Kind das bei der Mutter lebt keinen Unterhalt mehr zahlen. Ist das richtig?

Hier noch die Daten:
Staus: Eltern getrennt lebend seit Dezember 2009
Kind 1: 14 jähriges Mädchen bei der Mutter lebend, Kindesunterhalt vom Vater € 356,-, Kindergeld € 184,-
Kind 2: 12 jähriger Junge bei der Mutter lebend, Kindesunterhalt vom Vater € 356,-, Kindergeld € 184,-
Einkommen Vater: ca. € 1.900,- Netto / Monat
Einkommen Mutter: € 1.100,- Netto / Monat

Ihrer Antwort sehe ich dankend entgegen.

Mit freundlichen Gruss

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage,die ich gerne wie folgt beantworte. Dieses Forum dient dazu, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung zu verschaffen, kann und soll keinesfalls die Beratung bei einem Kollegen vor Ort ersetzen.

Dies vorausgeschickt, gehe ich auf Ihre Fragen wie folgt ein:

1.Wieviel Unterhalt muss der Vater mir noch bzw. ich dem Vater für das Kind an Unterhalt zahlen bei einer 50 / 50 Regelung und wie wird das Kindergeld aufgeteilt

Auch beim sog. Wechselmodell fällt die Unterhaltspflicht nicht gänzlich weg. Voraussetzung ist allerdings, dass auch eine tatsächliche Betreuung von 50 % jedes Elternteiles vorliegt. Betreut ein Elternteil unwesentlich mehr das Kind, verbleibt es beim vollen Unterhalt für den anderen Elternteil.

Da beim Wechselmodell der erhöhte Selbstbehalt von 1.150 € greift, wäre auf Ihrer Seite keine Leistungsfähigkeit festzustellen. Dementsprechend kann aber auch der Unterhaltsbedarf nur aus dem Einkommen des Kindesvaters ermittelt werden, welches bereinigt 1.805 € beträgt.

Der Unterhaltsbedarf des Sohnes beträgt danach nach Einkommensgruppe 2 der Düsseldorfer Tabelle 3. Altersstufe 448 €. Da der Kindesvater beim Wechselmodell die hälftige Betreuung übernimmt, wird der Unterhaltsbedarf um die Hälfte reduziert, so dass ein Restbedarf in Höhe von 224,00 € verbleibt. Wenn Sie das Kindergeld für den Sohn beziehen, wird dann noch das hälftige Kindergeld in Abzug gebracht, so dass der Kindesvater noch einen Unterhalt in Höhe von 132,00 € an Sie zu bezahlen hätte.

Bitte berücksichtigen Sie, dass dies eine überschlägige Unterhaltsberechnung anhand der von Ihnen gemachten Daten ist und keinesfalls eine ordnungsgemäße Berechnung ersetzen kann.

2.Wie würde die Berechnung bei einer 100% Regelung aussehen? Wäre ich als Mutter auch unterhaltspflichtig bei meinem Einkommen von € 1.100,- ? (Selbtserhalt)

Wenn der Sohn vollständig zum Vater zieht, wären Sie aufgrund Ihres Einkommens auch unterhaltspflichtig. Ihr um 5 % berufsbedingte Aufwendungen bereinigtes Nettoeinkommen beträgt 1.045 €, so dass sich für Sie mindestens eine Leistungsfähigkeit in Höhe von 95 € für den Kindesunterhalt des Sohnes ergibt.

3.Zählt zu meinem Nettoeinkommen auch der Kindesunterhalt und Kindergeld für das Mädchen hinzu?

Nein, zu Ihrem Nettoeinkommen zählen nur Ihre Einnahmen aus Erwerbstätigkeit, ggf. Vermietung und Verpachtung soweit vorhanden, allerdings auch eine etwaige Steuererstattung und Einnahmen aus Vermögen (Zinsen, Dividenden).

4.Welche Summe wird lt. Düsseldorfer Tabelle zugrunde gelegt die mit Kindergeld € 448,- oder nach Abzug des hälftigen Kindergeldes € 356,-?

Dies ist die Einkommensgruppe 2 der Düsseldorfer Tabelle. Das Einkommen des Unterhaltspflichtigen beträgt in dieser Stufe zwischen 1.501 € und 1900 €.

5.Der Vater behauptet wenn ein Kind bei ihm lebt muss er für das andere Kind das bei der Mutter lebt keinen Unterhalt mehr zahlen. Ist das richtig?

Nein, das ist so nicht korrekt. Eine Verrechnung der jeweiligen Kindesunterhaltsansprüche ist rechtlich nicht zulässig. Jeder Unterhaltspflichtige muss für das andere Kind entsprechend seinem eigenen Einkommen Unterhalt bezahlen. Auch wenn Ihr Sohn vollständig in den Haushalt des Kindesvaters wechselt, bleibt dessen Unterhaltspflicht gegenüber der Tochter in der bisherigen Höhe bestehen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung verschaffen, sollte etwas unklar geblieben sein, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion des Portals.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -

Nachfrage vom Fragesteller 12.04.2011 | 09:33

Sehr geehrter Herr Rösemeier,
zu der ersten Antwort: Heisst unwesentlich mehr betreut das wenn der Vater das Kind 16 Tage betreut und die Mutter 14 Tage, dass die Mutter weiterhin den vollen Unterhalt für das Kind bekommt?

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.04.2011 | 09:40

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt.

Bei einem Wechselmodell, beispielsweise im wöchentlichen Wechsel ist von einer hälftigen Betreuung jedes Elternteiles auszugehen.

Wenn der Vater, wie von Ihnen beschrieben, das Kind 2 Tage mehr betreut, dann hätten Sie als Mutter den Unterhalt zu bezahlen. Wenn Sie hingegen den Sohn mehr als 50 % betreuen, dann hätte der Kindesvater den vollen Unterhalt zu bezahlen.

Diese Variante der Mehrbetreuung durch einen Elternteil kommt aber nur dann in Betracht, wenn beispielsweise der Kindesvater das Kind 14tägig von Mittwoch bis Sonntag betreut und die Mutter die restliche Zeit die Betreuung übernimmt.

Beim wöchentlichen Wechsel geht die Rechtsprechung von der hälftigen Betreuung im Sinne des Wechselmodells aus.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 13.04.2011 | 17:21

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 13.04.2011 4,2/5,0
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