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Der Marder und mein Nachbar

20.02.2014 09:49 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich besitze eine Doppelhaushälfte. Die zweite Hälfte gehört meinem Nachbarn.
Seid ca 2 Jahren haben wir ein kleines Marderproblem. Das Tier hat schon einen recht beachtlichen Schaden angerichtet. Er kommt immer Nachts, steigt in den Dachstuhl und sorgt dort für Krach und ordentlichen Schaden. Nach langem Suchen haben wir herausgefunden das der Marder über einen Anbau meines Nachbarn (er ist Bauunternehmer und lagert in einem CarPort sein Baumaterial - Holz, Streben etc) auf dessen Dach gelangt und von dort den Weg zu meinem Teil des Dachs findet. Dort steigt er dann unter einen Dachziegel und beginnt es sich gemütlich zu machen.
Vor ca. 7 Monaten hat mein Nachbar dann provisorisch mittels einiger Bretter und Balken den Zugang verbaut und das Problem hörte von einem Tag auf den anderen auf.
Leider empfand er diese Lösung als nicht sehr ansehnlich und hat das Konstrukt vor zwei Tagen wieder entfernt.
Seid dieser Nacht ist der kleine Kerl wieder da und unsere Nachtruhe ist dahin..

Heute morgen habe ich meinen Nachbarn (zu dem ich eigentlich ein ausgesprochen gutes Verhältnis habe) auf den Sachverhalt angesprochen. Dieser schlug jetzt vor eine ansehnlichere Lösung aus Edelstahl anfertigen zu lassen. Jedoch solle ich die Hälfte der Kosten übernehmen. Auf meiner Seite habe ich jedoch bereits auf eigene Kosten alle Zugänge dicht gemacht.

Bin ich verpflichtet die Hälfte der Kosten zu tragen ?
Wer haftet denn eigentlich für die Schäden die in meinem Dach entstehen wenn der Nachbar sich weigert den Zugang zu verschließen ?

20.02.2014 | 10:21

Antwort

von


(199)
Ulzburger Str. 362
22846 Norderstedt
Tel: 040 / 547 89 42
Web: http://www.bischoff-maertens.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf Grundlage der mir vorliegenden Informationen und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

Eine Verpflichtung Ihrerseits, sich an den Kosten zu beteiligen, kann ich hier nicht erkennen. Nach Ihrer Darstellung verhält es sich so, dass allein ursächlich für den nächtlichen Besuch des Marders ausschließlich der Anbau Ihres Nachbarn ist. Diese Ursache muss zur Vermeidung weiterer Schäden beseitigt werden. Da Ihr Nachbar die Ursache durch den Anbau gesetzt hat, ist dieser auch zur Beseitigung dieser Ursache allein verantwortlich.

Hinzukommt, dass Sie die auf Ihrem Grundstücksteil befindlichen Zugänge bereits auf eigene Kosten beseitigt haben. Insoweit empfehle ich Ihnen, Ihrem Nachbarn dieses noch einmal vor Augen zu führen und ihm mitzuteilen, dass eine Kostenbeteiligung Ihrerseits denklogisch auch eine Kostenbeteiligung seinerseits an den bereits von Ihnen durchgeführten Arbeiten zur Folge hätte. Im Ergebnis kommt es wirtschaftlich mutmaßlich auf dasselbe hinaus. Auch dieses ist ein Argument, sich an seinen Kosten nicht weiter zu beteiligen.

Hinsichtlich der Schäden, die an dem Dach entstehen, wenn der Nachbar die Zugänge nicht wieder schließt, sehe ich gute Chancen, einen Schadensersatzanspruch gegen Ihren Nachbarn durchzusetzen. Anspruchsgrundlage hierfür wäre § 823 BGB . Danach ist derjenige zum Ersatz des Schadens verpflichtet, der vorsätzlich oder fahrlässig das Eigentum eines anderen widerrechtlich verletzt. Im vorliegenden Fall beschädigt zwar nicht Ihr Nachbar, sondern der Marder das Dach. Ihr Nachbar ist jedoch dazu verpflichtet, alles ihm Mögliche zu unternehmen, um Schäden von Ihrem Eigentum abzuwenden. Da nunmehr bekannt ist, dass allein der Anbau ursächlich ist für den Besuch des Madras, und zudem zumutbare Möglichkeiten bestehen, diesen Besuch zu vermeiden, ist Ihr Nachbar insoweit auch verpflichtet, diese Maßnahmen einzuleiten. Unterlässt er dies, macht er sich schadensersatzpflichtig nach der oben genannten Vorschrift.

Im Hinblick auf das bisher bestehende gute nachbarliche Verhältnis sollten Sie sich jedoch gut überlegen, ob Sie Schadensersatzansprüche gegen ihn geltend machen wollen.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben, und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Sonja Richter
- Rechtsanwältin -


ANTWORT VON

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