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Denunzierung durch Ehefrau


27.12.2006 16:11 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Guten Tag,

Vor kurzem hat meine Ehefrau heimlich den gemeinsamen Wohnsitz verlassen.

In einer E-Mail an meinen Vater hat sie mich dann in schlimmer Art und Weise denunziert.
Unter anderem enthält die E-Mail zudem auch folgenden Satz:
"Das ist das erste und hoffentlich das letzte Mal, dass ich drohen muss."
In derselben E-Mail schreibt Sie aber auch, daß sie mich verläßt und nichts von dem gemeinsamen Haus oder anderen Anschaffungen behalten will. Weiter schreibt sie, daß sie einer Bekannten, die Psychologin ist, von unserer Ehe erzählt hat und diese ihr zur Trennung geraten hat.

Wie muß ich auf die Denunzierungen durch meine Ehefrau reagieren?
Ist der Straftatbestand der Verleumdung erfüllt?
Wie rechtskräftig sind die in der E-Mail verfassten Aussagen?
Sehr geehrter Ratsuchender ich bedanke mich für Ihre Anfrage und möchte diese auf Grund Ihrer Angaben wie folgt beantworten:

Das Strafgesetzbuch enthält mehrer Normen, die die Ehre eines Menschen schützen. Für die Verständlichkeit erlaube ich mir, Ihnen die relevanten Paragraphen zu benennen:

§ 185 Beleidigung
Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

§ 186 Üble Nachrede
Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

§ 187 Verleumdung
Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Eine Beleidigung ist dadurch gekennzeichnet, dass ein rechtswidriger Angriff auf die Ehre eines anderen durch vorsätzliche Kundgabe der Missachtung oder Nichtachtung vorliegt. Der Beleidigungstatbestand ist auch erfüllt, wenn über den Betroffenen gegenüber einem Dritten erfolgt.

Üble Nachrede sowie Verleumdung sind dadurch gekennzeichnet, dass Tatsachen, die nicht nachweislich wahr bzw. unwahr sind verbreitet werden.
Da mir der Inhalt der Email nicht bekannt ist, kann ich Ihnen die Frage ob es sich um eine üble Nachrede, Verleumdung oder Beleidigung handelt, nicht abschließend beantworten.

Eine einfache Email ohne digitale Signatur ist nicht als Beweismittel anerkannt. Sie kann jedoch in Augenschein genommen werden und ist ein Indiz.

All jene Tatbestände haben ein Strafantragserfordernis. Dies bedeutet, dass Sie nur auf Antrag verfolgt werden. Wenn einer der oben genannten Tatbestände erfüllt ist, können Sie Strafanzeige, mit dem Antrag auf Strafverfolgung, erheben.

Des Weiteren könnte der Tatbestand der Nötigung vorliegen:

§ 240 Nötigung
(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.
(3) Der Versuch ist strafbar.
(4)…

Ergänzend möchte ich auf folgendes hinweisen. Meine Auskunft umfasst wesentliche Gesichtspunkte die im geschilderten Fall allgemein zu beachten sind. Daneben können weitere Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem ganz anderen Ergebnis führen können. Deshalb sind verbindliche Empfehlungen darüber, ob und wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.

Ich hoffe Ihnen im Rahmen dieser Erstberatung einen Überblick verschafft zu haben.
Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia Vetter


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