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Dem Finanzamt unaufgefordert Status als Steuerausländer beweisen/mitteilen?

| 14.02.2021 18:02 |
Preis: 25,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Guten Tag, ich habe eine sehr simple Frage:

Ausgangslage: Wir leben normalerweise in Südamerika (seit vielen Jahren), sind aber wegen der Corona-Pandemie seit September in Deutschland. Wir reisen nach 7 Monaten Anfang April wieder nach Hause (Südamerika), werden aber in Deutschland gemeldet bleiben, um zu dem Privileg einer Corona-Impfung zu kommen. Im Herbst kommen wir dann nochmals für ein paar Wochen nach Deutschland um die Impfung zu erhalten. Wir arbeiten nicht in Deutschland, leben aktuell nur von Kapitaleinkünften aus unserem Wohnsitzland und haben ein Wertpapierdepot in Deutschland. Nach §9 Absatz 3 der AO können wir uns in Deutschland bis zu einem Jahr zu privaten Zwecken aufhalten, ohne steuerpflichtig zu werden. Physisch sind wir nur 7 Monate hier + einige Wochen im Herbst. Zwischen An- und Abmeldung wird über 1 Jahr liegen. Aber Meldeangelegenheiten haben für das Finanzamt ja nur Indizwirkung. Mit unserem Wohnsitzland besteht ein DBA und diesem zufolge ist unser Wohnsitz eindeutig in Südamerika. Unsere Meldeadresse in Deutschland ist bei meinen Eltern. Dort haben wir aber kein ständiges Wohnrecht. Von den 7 Monaten haben wir knapp 5 Monate in einer angemieteten Ferienwohnung verbracht. Wir nutzen für die restliche Zeit das Gästezimmer meiner Eltern. Lassen aber keine persönlichen Sachen dort und haben auch keinen eigenen Schlüssel. Somit verfügen wir nach $8 der AO nicht über einen ständigen Wohnsitz in Deutschland.
Abgesehen davon dürfen gemäß DBA Miet- und Zinseinnahmen aus unserem Wohnsitzstaat ohnehin nur dort versteuert werden. Arbeitseinkünfte hätten wir normalerweise aus dem Tourismus, der dank Corona aber brach liegt. D.h. wir wären noch nicht mal theoretisch mit unserem Steuerpflichtigen Einkommen in Deutschland verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben. Nach Abzug von Krankenkassenbeiträgen und Zahlungen an die Rentenversicherung, liegt dieses inkl. Kapitaleinkünften unter dem Steuergrundfreibetrag. Spannend ist die Frage der Steuerpflicht für unser Wertpapierdepot.
Nun meine Fragen:
1. Ist meine Annahme korrekt, dass wir in Deutschland nicht steuerpflichtig werden, da wir nach $8 AO keinen Wohnsitz haben und physisch nicht länger als ein Jahr im Land sind? Die bloße Meldeadresse begründet ja weder Wohnsitz noch Steuerpflicht. Auf diese Frage genügt mir einfach ein JA oder NEIN als Antwort - die entsprechenden Gesetzestexte habe ich schon studiert. Und falls die Antwort NEIN lautet und ich mit meiner Schlussfolgerung falsch liege, müsste ich wahrscheinlich mehr Geld für eine umfangreiche Erläuterung in den Hand nehmen.
2. Unsere depotführende Bank führt uns weiterhin korrekt als Steuerausländer. Ich denke, da muss ich dann nichts unternehmen? Wir werden dort nach wie vor mit unserer südamerikanischen Adresse geführt, obwohl sie über die Anmeldung in Deutschland informiert sind. Die wissen, dass wir vorübergehend in Deutschland sind, allerdings wissen sie noch nicht, dass wir länger als eigentlich geplant hier angemeldet bleiben. Für uns ist der Status als Steuerausländer sehr relevant, da wir an der Börse aktiv sind.
3. Muss ich gegenüber dem Finanzamt aktiv werden? Also denen in irgendeiner Form unaufgefordert mitteilen, dass wir Steuerausländer sind und bleiben trotz längerer Anmeldung? Oder machen wir einfach gar nichts, melden uns im Herbst wieder ab beim Meldeamt und reagieren nur, falls sich das Finanzamt irgendwann melden sollte? Letztlich könnten wir auch im Nachhinein noch sämtliche Nachweise erbringen?

Mir reichen kurze knappe Antworten. Im Prinzip denke ich, dass ich wohl eigentlich gar nichts machen muss und wir nicht zu Steuerinländern werden. Ich möchte das nur bei einem Fachmann rückbestätigen um nicht aus Unwissenheit in steuerliche Schwierigkeiten zu geraten.

Vielen Dank!
15.02.2021 | 19:52

Antwort

von


(21)
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Sehr geehrte(r)Fragesteller(in),

auf Basis Ihrer Sachverhaltsschilderung und im Hinblick auf Ihre konkreten Fragen, darf ich Ihre Fragen wie folgt beantworten:

1. Die aus Wertpapieren entstehenden Kapitalerträge unterliegen seit 2009 der 25%igen-Abgeltungssteuer.
Anders ist dies bei Steuerausländern. Als Steuerausländer wird jemand bezeichnet, der weder seinen gewöhnlichen Aufenthaltsort noch seinen Wohnsitz in Deutschland hat. Als gewöhnlicher Aufenthalt gilt stets und von Anfang an ein zeitlich zusammenhängender Aufenthalt von mehr als sechs Monaten. Sie schreiben, dass Sie sich sieben Monate in Deutschland aufhalten, weshalb Sie zunächst Ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland begründen. Diese sechs Monate gelten allerdings nicht, wenn der Aufenthalt ausschließlich zu Besuchs-, Erholungs- oder sonstigen ähnlichen Zwecken dient und unter einem Jahr liegt. Dies ist bei Ihnen zu bejahen: Sie halten sich pandemiebedingt sieben Monate in Deutschland aus. Ein Wohnsitz im Sinne der Steuergesetze scheidet von vornherein aus, weil Sie wie Ihrer Beschreibung zufolge weder eine Wohnung behalten oder benutzen wollen (bzw. mangels eigenen Schlüssels nicht einmal benutzen können).
Als Steuerausländer sind sie zwar gem. den §§ 49 ff. EstG beschränkt steuerpflichtig, aber grundsätzlich von der Kapitalertragssteuer (plus Soli plus ggf. Kirchensteuer) auf Zinsen, Dividenden (außer Quellensteuer) und Veräußerungsgewissen befreit.

2. Sie sollten Ihre Bank allenfalls darüber informieren und darauf hinweisen, dass Sie nach entsprechender Beratung nach wie vor als Steuerausländer gelten. Meines Erachtens können Sie hier aber abwarten, ob die Bank sich überhaupt mit der Thematik beschäftigt.

3. Ebenso verhält es sich mit dem Finanzamt. Ich würde Ihnen empfehlen, diesbezüglich nicht tätig zu werden.

Ich hoffe, Ihre Fragen vollumfänglich und verständlich beantwortet zu haben und stehe Ihnen selbstverständlich jederzeit gerne über die Rückfragefunktion zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Victoria Meixner


Bewertung des Fragestellers 16.02.2021 | 09:49

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