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Degradierung, wie reagieren?

13.06.2012 23:11 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Ich bin seit 8 ahren für die dt. Niederlassung eines internationalen Unternehmens tätig. Ich war in versch. Abteilungen tätig und habe ich mich langsam aber stetig nach oben gearbeitet. Vor zwei Jahren wurde ich vom einfachen Vertriebsmitarbeiter zum Vertriebsleiter für D. mit fünf Vertriebsmitarbeitern promotet. Position/Titel, Gehalt und Firmenwagen sind in Fom eines Vertragszusatzes schrftl. geregelt worden. Meine Bewertungen waren immer überdurchschnittlich positiv. Auch die Bewertung im April war sehr gut und mir wurde eine überdurchschnittliche Gehaltserhöhung von 12% in Aussicht gestellt. Ende letzten Jahres wurde mir ausserdem zusätzlich die Verantwortung für den Schweizer Markt zum April in Aussicht gestellt (das Schweizer Team wurde auch darüber informiert). Im Zuge einer Umstrukturierung (20% der Stellen ww werden gestrichen) wurden diese Pläne verworfen und stattdessen die Position eines regionalen Vertriebsleiters eingeführt, der für die gesamte Region Central Europe verantwortlich ist. Für diese Position war ich im Gespräch. Ein erfahrenerer Kollege ist aber vorgezogen worden. Nun wurde ich für kommenden Freitag zu einem Mitarbeitergespräch eingeladen und habe über Umwege erfahren, dass die Ebene der Vertriebsleitung im Land eingespart wird und ich zurück auf eine Ebene mit meinen Mitarbeitern rutschen soll. Gehalt und Auto sollen erstmal bleiben. Titel und Aufgaben wären aber wieder wie bei meiner Position, die ich von 2008-2010 ausgeübt habe - bedeutet für meinen Lebenslauf ein schwer erklärbarer Rückschritt, innerhalb des Unternehmens und innerhalb der Branche eine Beschädigung meiner Reputation.. Für mich persönlich einen Schlag ins Gesicht und keine Zukunftsperspektive in diesem Unternehmen. Meine konkrete Frage: wie soll ich übermorgen reagieren. Sollte mir normalerweise eine Änderungskündigung vorgelegt werden, die ich unterschreiben muss? Kann ich nein sagen und was wären die Konsequenzen? Muss man mir Alternativen anbieten. Z.B. Austritt aus dem Unternehmen und Abfindungspaket - gerne würde ich in diese Richtung pokern, da mir die lange Unternehmenszugehörigkeit etwas "Luft" verschaffen würde um meine diagnostizierte Erschöpfungsdepression (ist meinem Arbeitgeber nicht bekannt) "auszuheilen" und um mich jn aller Ruhe neu zu orientieren (evtl auch Branchenwechsel). Von mir aus kündigen, nach allem was ich an Energie und unbezahlten Überstunden in den acht Jahren investiert habe und dafür bis zuletzt unterbezahlt wurde (verdiene nach wie vor weniger als zwei Mitarbeiter meines Teams), will ich eigtl. nicht. Einen Betriebsrat gibt es bei uns nicht. Vielen dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Ich unterstelle, dass hier deutsches Recht Anwendung findet, also ein deutscher Arbeitsvertrag vorliegt.

Danach wäre in der Tat nur eine Änderungskündigung möglich.
Diese beinhaltet die Kündigung eines Dauerschuldverhältnisses - hier das Arbeitsverhältnis - verbunden mit dem Angebot, einen neuen Vertrag abzuschließen, um es zu geänderten Bedingungen fortzusetzen.

Die Änderungskündigung findet man auch hauptsächlich bei Arbeitsverträgen.

Das Arbeitsrecht sieht im Kündigungsschutzgesetz einen besonderen Schutz für Arbeitnehmer vor, der auch im Falle der Änderungskündigung greift (§ 2 KSchG ).

Lehnt der Adressat der Änderungskündigung (Arbeitnehmer) das Angebot zur Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unter den geänderten Bedingungen ab oder erklärt er sich nicht innerhalb der Zeit der Gültigkeit des Angebots, so wird das Arbeitsverhältnis durch die Änderungskündigung beendet.

Greift der arbeitsrechtliche Kündigungsschutz, so kann der Arbeitnehmer das Änderungsangebot auch unter Vorbehalt annehmen und gleichzeitig gerichtlich überprüfen lassen, ob die Änderungskündigung rechtswirksam ist.

Die Prüfung eine Änderungskündigung bei Arbeitsverhältnissen im Urteil erfolgt dabei folgendermaßen: § 2 KSchG

Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis und bietet er dem Arbeitnehmer im Zusammenhang mit der Kündigung die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses zu geänderten Arbeitsbedingungen an, so kann der Arbeitnehmer dieses Angebot unter dem Vorbehalt annehmen, daß die Änderung der Arbeitsbedingungen nicht sozial ungerechtfertigt ist (§ 1 Abs. 2 Satz 1 bis 3, Abs. 3 Satz 1 und 2 KSchG). Diesen Vorbehalt muß der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber innerhalb der Kündigungsfrist, spätestens jedoch innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung erklären.

Zu prüfen ist daher folgendes:

1. Zugang einer Änderungskündigung in Schriftform

2. Angebot zu neuen Arbeitsbedingungen zu arbeiten (Schriftform)

3. Annahme unter Vorbehalt (Inzidentprüfung ob Klagefrist des § 7 Hs. 2 KSchG eingehalten wurde)

4. bei Bestehen eines Betriebsrates: Anhörung

5. Soziale Rechtfertigung

Alternativ könnte eine Aufhebungsvertrag mit entsprechender Abfindung geschlossen werden.

Dieses muss Ihnen aber nicht zwingend angeboten werden, sondern es wird meistens gemacht, um langwierige Kündigungsstreitigkeiten (vor Gericht) zu vermeiden.

Sie sollten dieses von sich aus vorschlagen und nicht selbst kündigen, das mach am wenigsten Sinn.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

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