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Defekter Thermostat an einem Profi-Waffeleisen

17.05.2014 10:20 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sebastian Scharrer, LL.M., Dipl.-Jur.


Ich habe vor einem Jahr (10.05.13) bei einem Onlinehändler ein Cattering-Waffeleisen für Belgische Waffeln gekauft. Am 20.04.14 hat sich das Waffeleisen so stark erhitzt, dass es aus allen Öffnungen geraucht und nach geschmortem Plastik gerochen hat. Ich habe daraufhin das Gerät vom Stromnetz getrennt um einen Gerätebrand zu verhindern. Ich vermutete einen Ausfall des Thermostat und habe beim Lieferanten am selben Tag einen Garantie- und Gewährleistungsanspruch mit nachfolgendem Wortlaut per Email angemeldet:

"Sehr geehrte Damen und Herren,
am 07.05.2013 habe ich bei Ihnen über XXX das Profi-Waffeleisen XXX bestellt.
Mit Rechnungsdatum vom 10.05.2013 (Rechnungsnummer XXX) wurde das Gerät an mich verschickt und ausgeliefert.
Nach mehrmaligem Gebrauch in der Vergangenheit, hat sich das Gerät am heutigen Tage (20.04.2014) bei der Wiederbenutzung
in der Aufwärmphase so stark erhitzt (Thermostat Einstellung 220°C), dass die Regler (Temperatur und Timer) weich geworden sind und eine Regelung nicht mehr möglich war.
Außerdem konnte ich eine Rauchabgabe durch die Kontrollleuchtenöffnung feststellen, woraufhin ich unverzüglich den Netzstecker gezogen habe. Hierdurch konnte vermutlich ein Brand in der Küche vermieden werden.
Hiermit möchte ich einen Gewährleistungsanspruch anmelden.
Bitte setzen Sie sich mit mir in Verbindung und teilen mir die Vorgehensweise für diesen Gewährleistungsfall mit."

Der Eingang der Email wurde an 22.04.13 vom Händler bestätigt. Er hat um Zusendung eines Bildes gebeten, da er vermutete dass das Gerät eventuell in seiner Luftzirkulation behindert sein könnte. Am 28.04.13 bestätigte der Lieferant den Eingang der Bilder und räumte ein, dass an Hand der Bilder keine Ursache erkennbar sei. Er bat mich um Zusendung des Gerätes an ihn, welche ich am 10.05.14 per DHL ausführte (20,9kg, €13,99 Porto). Am 15.05 erhielt ich die Mitteilung, dass das Gerät in der Serviceabteilung des Händlers eingegangen ist und überprüft würde. Am 16.05.14 erhielt ich folgende Email:

"Sehr geehrter Herr XXX, wir haben Ihr Waffeleisen repariert.
Es wurde ein Fehler am Thermostat festgestellt. Das Thermostat und einige Kleinteile wurde ausgetauscht.
Da ein Thermostat ein Verschleißteil ist, kann die Reparatur leider nicht im Rahmen der Gewährleistung abgerechnet werden.
In folgendem Link finden Sie die nötigen Zahlungsinformationen:"

Der angegebene Link leitete mich auf eine Seite, auf der eine Rechnung in Höhe von €60,90 aufgelistet ist. Ich soll die Rechnung begleichen und das Gerät würde dann an mich geschickt werden.

Nun meine Frage:
Fällt der Ausfall des Thermostat tatsächlich nicht unter die Garantie und muss ich die Rechnung begleichen obwohl ich keinen Reparaturauftrag erteilt habe?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Einen Anspruch auf eine kostenlose Reparatur im Wege der Gewährleistung haben Sie nur dann, wenn der Grund für den Defekt bereits bei Übergabe der Sache dem Grunde nach angelegt gewesen ist. Dies halte ich hier für sehr fraglich. Eine solche Küchenmaschine ist in der Regel starken Umwelteinflüsse (Hitze, Feuchtigkeit usw.) ausgesetzt. Durch diese Umwelteinflüsse kann es z. B. einem Kurzschluss kommen. Die Beweislast, dass dieser Mangel bereits bei Übergabe dem Grunde nach angelegt war, tragen Sie.

Anders sieht es aus, wenn der Hersteller bzw. Verkäufer eine Haltbarkeitsgarantie gibt. Diese bewirkt, dass das Gerät während der Laufzeit der Garantie unter der gewöhnlichen Nutzung funktionstüchtig bleibt. Ob eine solche freiwillige Garantieerklärung abgeben wurde, ergibt sich aus den Unterlagen.

Die Rechnung müssen Sie nur begleichen, wenn Sie eine Reparatur in Auftrag gegeben haben. Dies ist nach den obigen Schriftwechsel nicht der Fall. Allerdings schulden Sie hier gemäß § 812ff. BGB Wertersatz für die ungerechtfertigte Bereicherung. Diese dürfte aber viel geringer sein, als die Kosten der Reparatur. Daher sollten Sie sich unter den Hinweis, dass keine Reparatur beauftragt wurde, bei der Gegenseite melden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 17.05.2014 | 11:07

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,
vielen Dank für die schnelle Antwort auf meine Frage.
Ich verstehe Ihre Ausführung bezüglich des Defektes nicht, da der Lieferant nicht Umwelteinflüsse oder unsachgemäße Handhabung sondern einen Fehler am Thermostat festgestellt hat. Ein Fehler an dem besagten Thermostat würde jedoch meines Erachtens auf einen Material- oder Fabrikationsfehler hinweisen, woduch dann eben doch ein Gewährleisungsanspruch bestehen würde. Oder täusche ich mich diesbezüglich?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.05.2014 | 11:38

Die Frage, ob hier ein anfänglicher Mangel bestanden hat ist ein Frage der Tatsachen und kann im Zweifelsfall nur von einem Gutachter beantwortet werden. Allerdings ist in einer Küche durch aus auch ein nachträglicher Defekt durch Umwelteinflüsse möglich. Von einem solchen gehe ich aufgrund der langen Laufzeit aus.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

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