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Defekte Kupferspirale(Produktrückruf) welche Rechte habe ich?

14.07.2020 15:54 |
Preis: 59,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von


18:30
Sehr geehrte Frau Anwalt, sehr geehrter Herr Anwalt,

Am 29. Januar 2018 habe ich eine Kupferspirale von meinem Gynäkologen eingesetzt bekommen.
Damals wurde mir gesagt, die Spirale könne bis zu fünf Jahre im Körper verbleiben und es könne etwa ein halbes Jahr dauern, bis sich der Körper daran gewöhnt.
Die letzten zwei Jahre waren geprägt von vielen Zwischenblutungen sowie Bauchschmerzen. Einige Male ging ich zur Untersuchung, wo mir versichert wurde, es wäre alles in Ordnung.
Vergangenen Samstag löste sich die Spirale nun bei mir zu Hause, sie war gebrochen und ein Teil fehlte.
Ich habe durch Recherche herausgefunden, dass bereits seit Februar 2018 eine Rückrufaktion durch die Firma und Hersteller Eurogine/Tomed wegen Sicherheitsmängeln (Bruchgefahr) läuft. Betroffen ist auch die Seriennummer meiner Spirale. Die Ärzte werden hierbei
seit dem 20.12 2019 dazu aufgerufen, betroffene Patientinnen aktiv einzubestellen. Mein Arzt hat mich darüber nicht informiert.
Ich musste jetzt die Pille danach nehmen, um eine ungewollte Schwangerschaft (hoffentlich) auszuschließen, werde einen Test machen müssen und verbrachte einen halben Tag bei verschiedenen Ärzten, um das fehlende Teilchen zu suchen.
Als ich meinen Gynäkologen damit konfrontierte bot er mir an, den Wert der Spirale zu ersetzen und die Kosten für die Pille+Schwangerschaftstest zu übernehmen. Ich müsse dann von weiteren Maßnahmen absehen.
Meine Frage lautet nun:
Kann ich den Arzt wegen seiner versäumten Aufklärungspflicht in die Verantwortung ziehen oder habe ich sonstige Ansprüche wie Schadensersatz/Schmerzensgeld? Lohnt es sich, diesen Fall weiter zu verfolgen?

Vielen Dank für Ihre Antwort
Lucia Böhm
14.07.2020 | 16:24

Antwort

von


(255)
Gräfelfinger Str., 97a
81375 München
Tel: 089 1222189
Web: http://www.kanzlei-richter-muenchen.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Seit dem 20.12.2019 hatte IhrArzt die Pflicht, über den Produktmangel aufzuklären. Dies hat er versäumt und damit liegt ein pflichtwidriges Unterlassen vor. Dadurch muss ein Schaden entstanden sein.

Die Kosten für das Teil sind typischer Schadensersatz. Die Kosten für die Pille und Schwangerschaftsabbruch sind ebenfalls unproblematisch umfasst.

Fraglich ist ob auch ein Schmerzensgeld besteht bzw. in welcher Höhe. Den Sie erwähnen, dass die letzten zwei Jahre geprägt von vielen Zwischenblutungen sowie Bauchschmerzen geprägt waren. Wenn diese Schmerzen auf dem Produktfehler beruhen, besteht ein Scjadensersatzanspruch. Für die Kausalität hätten wir als Anspruchssteller die Beweislast.

Wenn dieser Beweis gelingt, geht es um die Höhe des Schmerzensseldes. Hier müssten wir darlegen, wie oft es solche Schmerzen gab und welcher art der Schmerz war. Da ich dies aus dem Sachverhalt nicht ableiten kann, enthalte ich mich einer Einschätzung.

Ihr Arzt wollte diesen Schmerzensgeldanspruch ausschließen. Sie sollten ihn aber weiter verfolgen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Richter


Rückfrage vom Fragesteller 15.07.2020 | 17:26

ehr geehrter Herr Richter,

ich bedanke mich für Ihre Antwort.
Mein Arzt erklärte mir heute, er habe mich nicht informiert, da zuerst nur die Spirale "Ancora" betroffen gewesen sei und später (ab dem 20.12.2019) sei das Risiko mit 0,08% Wahrscheinlichkeit so gering gewesen, dass Patientinnen mit anderen Spiralen priorisiert wurden. Über die telefonische sowie persönliche Kontaktaufnahme meinerseits (betreffend der Schmerzen) sei in den Akten keinerlei Vermerk zu finden.

Sie schreiben, beim Anspruchsteller liegt die Beweislast. Für mich ergibt sich folgende Rückfrage:
Sehen Sie Erfolgschancen bei dieser Beweislage - wenn ja, welches Vorgehen empfehlen Sie mir? Kennen Sie vergleichbare Fälle und deren Ausgang?

Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
L. B.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15.07.2020 | 18:30

Sehr geehrte Fragestellerin,

Auch wenn ein geringes Risiko bestand, hätte der Arzt darüber aufklären müssen. Dies hat nnötige Schmerzen verursacht und damit besteht der Anspruch.

Ich sehe gute Chancen für ein Schmerzensgeld.

Wichtig ist, dass die Schmerzen auf der Verletzung der Aufklärungspflicht beruhen. Wäre aufgeklärt worden, hätten Sie entsprechend reagieren können und das Teil entfernt. Somit wären keine Schmerzen entstanden.

Gerne schicke ich Ihnen ein verbindliches Angebot zur Vertretung.

Kontaktieren Sie mich dazu auf meiner E-mail Adresse.

Beste Grüße
RA Richter

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