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Dauerkarten gesperrt wegen meines eBay-Verkaufs - Schadenersatz berechtigt?


| 21.11.2008 12:48 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Hallo,

ich habe bei einer firmeninternen Verlosung zwei Tickets für ein Fußballspiel gewonnen. Mangels Interesse zu diesem Spiel zu gehen versuchte ich die zwei Karten bei eBay zum Startpreis von 1,00€ zu versteigern, musste die Auktion allerdings nach einem Tag beenden, da ich von meiner Firma erfuhr, dass die Auktion von Schalke entdeckt und die Karten gesperrt wurden.

Wie sich herausstellte, gehörten die Karten zu zwei Dauerkarten, was ich aber nicht wusste. Diese wurden vom ursprünglichen Besitzer an einen Geschäftspartner weitergegeben wurden, da der Besitzer zu diesem Termin nachweislich verhindert ist. Der Geschäftspartner gab die Karten wiederum an meinen Chef weiter, der diese in besagtem Gewinnspiel unter den Mitarbeitern verloste.

Die Dauerkarten des Besitzers wurden inzwischen unwiderruflich gesperrt und ihm wurde eine Strafe von 250 Euro auferlegt.

Nun fordert der Besitzer der Karten von mir Schadensersatz in Höhe von 980 Euro, da er sich darauf beruft, dass ich die Karten widerrechtlich angeboten hätte. Dieser Betrag setzt sich aus den 250 Euro Strafgebühr und 730 Euro für die Karten der restlichen Spiele der Saison zusammen.

Zusätzlich droht mir laut den AGBs für den Verkauf bei eBay eine Geldstrafe bis zu einer Höhe von 2500 Euro.

Auf den Karten selbst ist lediglich der Gültigkeitsverlust der Karten bei einem nicht autorisierten Verkauf über Auktionshäuser vermerkt. Die oben genannten Strafen finden sich lediglich in den AGBs wieder, die ich, da ich die Karten ja gewonnen habe, weder gesehen noch in irgendeiner Form bestätigt habe.

Des Weiteren hat sich bei einem Telefonat herausgestellt, dass die Dauerkarten wahrscheinlich nur deshalb unwiderruflich gesperrt sind, da der Besitzer im Jahr 2005 selbst beim Verkauf von Schalke-Tickets bei eBay erwischt und damals bereits deswegen verwarnt wurde.


Ist diese Schadenersatzforderung berechtigt? Ich denke eigentlich nicht, da demjenigen, der die Karten weiter gibt auch meiner Meinung nach das Risiko bekannt sein muss.

Reicht es aus, dass auf den Karten vermerkt ist, dass man Sie nicht weiter verkaufen darf, oder hätte ich den AGBs zustimmen müssen um zur Verantwortung gezogen werden zu können? Ich habe nämlich folgenden Absatz bei einer anderen Frage gefunden (http://www.frag-einen-anwalt.de/forum_topic.asp?topic_id=47313):

"Im übrigen sind die AGB so verfasst, dass nicht nur von der FC Schalke 04-Stadion-Betriebsgesellschaft mbH direkt bezogene Tickets einem Weiterveräußerungsverbot insbesondere bei eBay unterliegen sondern auch Tickets, die Sie durch Dritte erhalten haben"

Trifft dies in meinem Falle zu?

Ich weiß nicht ob ich einen Prozess riskieren soll.
Bitte helfen Sie mir weiter.

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie nachstehend beantworten darf:

Das Wichtigste vorab: Ich sehe keine Grundlage für den gegen Sie gerichteten Schadensersatzanspruch.

Dass Sie als Dortmunder nicht zu einem Schalke-Spiel gehen wollten, ist natürlich nachvollziehbar.

An einem Weiterverkauf wären Sie aber nur gehindert gewesen, wenn Ihnen dies wirksam untersagt worden wäre.

Ein gesetzliches Verbot, Fußball-Tickets weiterzuverkaufen, gibt es nicht.

Der Weiterverkauf hätte also lediglich aufgrund vertraglicher Vereinbarungen untersagt sein können.

Zwar untersagt auch Schalke den Weiterverkauf seiner Eintrittskarten in seinen AGB. Diese AGB müssten aber, um Ihnen gegenüber Wirkung zu entfalten, Inhalt einer vertraglichen Vereinbarung geworden sein.

Sie haben die Karten nicht direkt vom Verein erworben, so dass eine unmittelbare Geltung der AGB ausscheidet: Zwischen Schalke und Ihnen sind keine AGB vereinbart worden.

Sie haben die Tickets auch nicht von dem betroffenen Dauerkartenbesitzer erworben, auch hier scheidet also eine vertragliche Vereinbarung aus.

Sie haben die Tickets lediglich im Rahmen eines Gewinnspieles erworben - die Schalke-AGB sind Ihnen aber vorher nicht mitgeteilt worden.

An die AGB, die einen Weiterverkauf bei Ebay untersagten, sind Sie also nicht gebunden, so dass Sie die Tickets weiterverkaufen durften.

Einen Schadensersatzanspruch des Dauerkarteninhabers gegen Sie vermag ich daher nicht zu erkennen - er mag sich an seinen Geschäftspartner halten.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und stehe Ihnen für Rückfragen oder eine Vertretung selbstverständlich gerne zur Verfügung.



Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 21.11.2008 | 13:18

Erstmal vielen Dank für die schnelle Antwort!

Der Absatz auf den Karten selbst hat also keinerlei Auswirkungen?

Text des Absatzes:
"Ein Verkauf dieser Karte über nicht autorisierte
Internet-Auktionshäuser oder nicht autorisierte Internet-Tauschbörsen
oder nicht autorisierte gewerbliche Verkäufer ist untersagt. Die Karte
verliert bei einem solchen Verkauf ihre Gültigkeit und berechtigt den
Inhaber nicht mehr zum Besuch der Veranstaltung"

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.11.2008 | 13:41

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

AGB müssen *vor* dem Vertragsschluss mitgeteilt werden, um wirksam eingebunden zu werden.

Der Aufdruck auf den Tickets reicht daher nicht aus, da die Tickets erst *nach* Vertragsschluss übergeben wurden.

Es bleibt also dabei: Der Weiterverkauf der Tickets war Ihnen weder gesetzlich noch vertraglich untersagt.

Daher sehe ich für einen Schadensersatzanspruch überhaupt keinen Raum.

Falls der Dauerkarteninhaber seinen Anspruch nun mit anwaltlicher Hilfe geltend machen sollte, dürfen Sie sich gerne zur weiteren Vertretung an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Schwartmann
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 21.11.2008 | 13:22


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