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Daueraufenthalt-EG, arbeiten im Ausland

20.07.2011 22:40 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Sehr geehrte Damen und Herren,

Vielen Dank für Ihre Hilfe sage ich im Voraus. Ich bitte sehr um Ihre freundliche Hilfe
Lassen Sie mich meine Situation erklären.
Ich bin ein Indonesier, aktuell 28 Jahre alt, der schon 10 Jahre lang in Deutschland lebt. Ich habe hier Medizinstudium absolviert und arbeite zur Zeit als Arzt seit 2 Jahren. Ich besitze jetzt ein Daueraufenthalt-EG. Ich bin noch ledig, habe aber eine Freundin bzw. Lebensgefährtin (ebenfalls eine Indonesierin mit Daueraufenthalt-EG, 28 Jahre alt, Studium hier absolviert, die auch als Ärztin seit 2 Jahren arbeitet). Ein Heiratsplan ist evtl in ein paar Jahren vorhanden.

Nun kommen wir zu meiner Frage:
Ich habe vor, wahrscheinlich in ein paar Monaten nach Indonesien zu fliegen, um dort bei meiner Familie (eine Familienfirma) zu arbeiten. Ich habe aber vor, meine Aufenhaltserlaubnis (Daueraufenthalt-EG) in Deutschland nicht zu verlieren. Der Grund dafür ist weil ich irgendwann in ca. 10-15 Jahren erneut langfristig hier in Deutschland wieder leben möchte. In dieser Übergangszeit arbeite ich in Indonesien und werde jede paar Monate nach Deutschland zu meiner Lebensgefährtin kommen (ich werde bei ihr mich auch anmelden). Meine Freundin selber wird noch mindestens 5 Jahre hier arbeiten, um Ihre Facharztausbildung zu absolvieren. Evtl. planen wir auch, um finanziell uns zu stärken, hier in Deutschland in der Zukunft ein Geschäft aufzumachen (kleines Cafe zum Beispiel).
So ist meine Vorstellung.

Wie sehen Sie das ? wie kann ich das möglich machen (auf was muss ich achten ?)
Gezieltere Fragen sind wie folgt:
1. Technisch gesehen, da laut dem Daueraufenthalt-EG-regelung, kann ich, so lange ich nicht über 12 Monaten Deutschland verlasse, sie behalten.
Stimmt das ? Das würde bedeuten, ich werde in Indonesien arbeiten und pro Jahr 3-4 x nach Deutschland kommen. Gäbe es behödenseits Probleme?
2. Was muss ich mit meiner Krankenversicherung regeln (aktuell gesetzlich bei TK) ? Ist eine KV pflicht ? theoretisch kann ich als Selbstzahler sein, mein Einkommen ist gesichert (durch die Familienfirma). Oder muss ich eine Privat-KV abschließen ?
3. Was geschieht mit dem Steuer und Rente ? ich arbeite in Indonesien. Soweit ich wusste, dann zahle ich in Indonesien den Steuer und nicht in Deutschland. Stimmt das ? Und mit der Rente ? Ich habe keine gesetzliche Rentenversicherung, ich habe aktuell betriebliche Altersvorsorge.
4. Ich werde meinen Wohnsitz in Deutschland bei meiner Freundin anmelden, ist das richtig so ? Es ist übrigens auch noch offen, dass sie evtl. deutsche Staatsangehörigkeit beantragen wird, falls das vom Nutzen gut ist.
5. Muss ich bestimmte Schreiben mit irgeneinem Behörde bzgl diesem Plan anfordern besorgen?

Zusammengefasst handelt es sich dabei, dass ich praktisch in Indonesien arbeiten möchte, hier in Deutschland aber meine Daueraufenthalt-EG nicht verlieren möchte, weil ich den Zugang unbedingt behalten will für die Zukunft, schließlich habe ich nämlich vor, in der Zukunft hier zu leben.

Ich bitte sehr um Ihre Hilfe, damit wir reibungslos diesen Plan durchsetzen können.
Vielen vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne auf Basis Ihres Einsatzes und des von Ihnen mitgeteilten Sachverhalts wie folgt beantworte:


1.
Die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG erlischt unter anderem nur, wenn sich der Ausländer für einen Zeitraum von zwölf aufeinander folgenden Monaten außerhalb des Gebiets aufhält, in dem die Rechtsstellung eines langfristig Aufenthaltsberechtigten erworben werden kann.
Da sind Sie zutreffend informiert, Probleme sollte es nicht geben, da Sie dieses nachweisen können.

2.
Zur Krankenversicherung:
Ausländer, die nicht Angehörige eines Mitgliedstaates der Europäischen Union, Angehörige eines Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder Staatsangehörige der Schweiz sind, werden von der Versicherungspflicht erfasst, wenn sie eine Niederlassungserlaubnis oder eine Aufenthaltserlaubnis mit einer Befristung auf mehr als zwölf Monate nach dem Aufenthaltsgesetz besitzen und für die Erteilung dieser Aufenthaltstitel keine Verpflichtung zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem des Aufenthaltsgesetz besteht.

Nach meiner ersten Recherche sollte dieses dann auch erst recht bei einer Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG gelten.

Sicherheitshalber sollten Sie dieses aber nochmals mit Ihrer Krankenkasse abklären, zumal Sie sich nicht ständig in Deutschland aufhalten würden.

3.
Es gibt ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Indonesien und Deutschland, so dass Sie in der Tat Ihre Steuern für Einkommen aus Erwerbstätigkeit in Indonesien zahlen müssten.
Außerdem sind für bereits in Deutschland von Ihnen geleisteten Rentenbeiträge Rentenzahlungen ins Ausland möglich.

4.
Eine Anmeldung bei Ihrer Freundin ist möglich, sofern Sie sich dort regelmäßig, zumindest im Sinne einer Nebenwohnung aufhalten werden.

5.
Vor diesem Hintergrund hört sich zunächst die Umsetzung dieses Plans einfach an, jedoch müssen tatsächlich umfangreiche Vorbereitungen und Absprachen mit den Behörden getroffen werden:

- mit der Ausländerbehörde;
- mit den Versicherungsunternehmen aller Art;
- mit dem Finanzamt;
- mit der Meldebehörde/Einwohnermeldeamt;

Im Übrigen scheinen Sie mir aber durchaus zutreffend informiert zu sein.

Für weitere Auskünfte stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihnen damit gedient zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Nachfrage vom Fragesteller 27.07.2011 | 21:24

Vielen Dank für Ihre Information,

Eines verstehe ich jedoch noch nicht ganz, weshalb ich es kurz abklären möchte, es geht um die Daueraufenthalt-regelung.
Praktisch gesehen, gibt es bestimmte Anzahl von Tagen, die ich in Deutschland bzw. EU verbringen muss im Jahr ? Weil wenn wir der Regel nachgehen, dass die Daueraufenthalt-EG nicht erlischt, solange man nicht länger als 12 Monaten weg ist, könnte man praktisch sozusagen „ein paar Tagen oder sogar nur 1 Tag" pro Jahr in Deutschland verbringen und schon hat man erneut 12 Monaten Zeit. Wie sehen Sie das ? Wäre das nicht ein bisschen seltsam ?

Danke schön und mit freundlichen Grüssen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.07.2011 | 22:13

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Hier der vollständige Gesetzestext zum besseren Verständnis:

Der ständige Aufenthalt wird nicht berührt durch

1.
Abwesenheiten bis zu insgesamt sechs Monaten im Jahr oder

2.
Abwesenheit zur Ableistung des Wehrdienstes oder eines Ersatzdienstes sowie

3.
eine einmalige Abwesenheit von bis zu zwölf aufeinander folgenden Monaten aus wichtigem Grund, insbesondere auf Grund einer Schwangerschaft und Entbindung, schweren Krankheit, eines Studiums, einer Berufsausbildung oder einer beruflichen Entsendung.

Eine Abwesenheit aus einem seiner Natur nach nicht nur vorübergehenden Grund von mehr als zwei aufeinander folgenden Jahren führt zum Verlust des Daueraufenthaltsrechts.

Die Erlöschungswirkung tritt in Bezug auf Letzteres ein, wenn objektiv feststeht, dass der Ausländer nicht nur vorübergehend das Bundesgebiet verlassen hat.
Dies kann angenommen werden, wenn er seine
Wohnung und Arbeitsstelle aufgegeben hat und unter Mitnahme seines Eigentums ausgereist ist
oder wenn er sich zur endgültigen Ausreise
verpflichtet hat.

Insofern dürfte die von Ihnen angesprochene Fallvariante nicht ernsthaft in Betracht kommen, das wäre allerdings seltsam, wie Sie selbst sagten.

Ich hoffe, Ihnen damit gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt

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