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Dauer des Ehegattenunterhalts nach 8 Jahren Ehe bei Beamtenpaar mit Kind (9J.)

18.11.2016 12:10 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Situation nach einvernehmlicher Trennung (und Vermögensaufteilung):
- Heirat Anfang 2008
- Zusammengezogen Ende 2007 im Raum Köln
- Getrennt lebend seit Anfang 2016
- Kind (9 Jahre alt) lebt bei Mutter und ist jedes Wochende beim Vater
- geteiltes Sorgerrecht
- Vater arbeitet Vollzeit als Beamter A9 (nicht befördert während Ehe), ca. 2600 Euro netto
- Mutter arbeitet seit 2011 in Teilzeit (50%) als Beamtin A10 (befördert während Ehe), ca. 1400 Euro netto
- Kindesunterhalt nach Tabelle wird gezahlt
- Kind i.d.R. von 8h bis 15/16 h in der Schule
- Für Vollzeitbeschäftigung müsste sich die Mutter entgegen ihrer Arbeitsplatzwünsche umsetzen lassen (arbeitsrechtlich kein Problem) oder vermehrt auf Großeltern zurückgreifen.

Wir planen, dass die Mutter den einzigen Anwalt für die einvernehmliche Scheidung im April 2017 beauftragt.

Fragen (vom Vater):
- Wie lange wird im vorliegenden Fall üblicherweise Ehegattenunterhalt an die Mutter zu zahlen sein (Unterhaltshöhe ist irrelevant) ?
- Ist dieser Zeitraum durch gängige Rechtsprechung recht eindeutig eingrenzbar (z.B. 6-12 Monate) oder variiert er stark (eigene Recherchen lassen mich auf 0 bis 3 Jahre tippen) ?
- Sollte es ein wegweisendes Urteil durch höhere Instanzen geben, wäre ich für den Hinweis dankbar.


Mit freundlichen Grüßen


Eingrenzung vom Fragesteller
18.11.2016 | 12:24

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Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Grundsätzlich gilt nach der Scheidung der Grundsatz der Eigenverantwortung, der jedoch insbesondere bei Ehen mit minderjährigen Kindern durch den Ausgleich sogenannter ehebedingter Nachteile (z. B. durch Ausstieg aus dem Arbeitsleben und/oder Teilzeittätigkeiten) durchbrochen wird.

Da jeder Fall anders ist, lässt sich eine pauschale Unterhaltsdauer nicht festlegen. Als Anhaltspunkt orientiert sich die Rechtsprechung häufig daran, dass ca. ein Drittel der Ehezeit als Dauer für den nachehelichen Unterhalt ab rechtskräftiger Scheidung beschlossen wird. Das wären bei Ihnen ca. 3 Jahre.

Diese Dauer kann im Einzelfall nach oben oder unten korrigiert werden, je nachdem, wie schnell der bisher betreuende Elternteil ein Einkommen erzielt, das die Nachteile kompensiert. Jedenfalls wird man bei einem 9jährigen Kind in einer Ganztagsschule aller Voraussicht nach der Mutter eine Ganztagstätigkeit nach Ablauf des Trennungsjahres zumuten können. Ob dann noch ein Aufstockungsunterhaltsanspruch besteht, muss ggf. berechnet werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.



Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

Nachfrage vom Fragesteller 18.11.2016 | 12:59

Sehr geehrte Frau Holzapfel,

Stand jetzt weiß ich um ehrlich zu sein genauso viel wie vorher, obwohl ich mich bemüht habe alle relevanten Umstände aufzuführen, die für meinen EINZELFALL relevant erscheinen.

Zunächst führen sie pauschal die bereits bekannten drei Jahre unabhängig vom Einzelfall an und erwähnen am Ende für meinen Fall nur:
"Ob dann [für wahrscheinlichen Fall, dass der Mutter eine Ganztagstätigkeit zugemutet werden kann] noch ein Aufstockungsunterhaltsanspruch besteht, muss ggf. berechnet werden."

Genau dies interessiert mich jedoch.

Ich würde mich freuen, wenn sie mir mitteilen könnten, welche konkrete Dauer des Aufstockungsunterhalts aus ihrer Sicht akzeptabel erscheint, für den hypothetischen Fall, dass sie mich rechtlich in der Scheidung vertreten würden?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.11.2016 | 13:34

Sehr geehrter Fragesteller,



gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:


Grundsätzlich dürfte sich eine Zeit von drei Jahren ergeben. Ob Ihre Frau bei einer Ganztagstätigkeit so viel verdient, dass kein Einkommensgefälle mehr besteht, kann ich allerdings nicht beurteilen.

Bei den ehebedingten Nachteilen kommt es auch darauf an, ob Ihre Frau innerhalb der nächsten drei Jahre die berufliche Stellung erreicht, die sie ohne Kinderbetreuung gehabt hätte. Dies ist zugegebenermaßen spekulativ, wird aber in einem Unterhaltsverfahren üblicherweise detailliert geklärt. Nur dann kommt eine deutliche Verkürzung der drei Jahre in Frage.

Wenn ich Sie in einem Scheidungsverfahren vertreten würde, würde ich mit Ihnen klären, ob wir nachweisen können, dass Ihre Frau bei einer Ganztagsstelle keine Einbuße im Verhältnis zu einer Erwerbsbiographie ohne Kind mehr hat oder ob sie so viel wie Sie (nach Abzug des Kindesunterhalts) verdienen kann. Wenn beides nicht der Fall ist, hielte ich drei Jahre für eine angemessene Unterhaltsdauer.


Ich hoffe, damit hinreichend konkret geworden zu sein.



Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel



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