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Datingabofalle?

28.07.2021 06:15 |
Preis: 48,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,
Ich habe ein kurzes (ich glaube 10 tägig) kostenpflichtiges Probeabo online abgeschlossen und bezahlt.
Nach 1 oder 2 Tagen habe ich schriftlich per Email gekündigt und kurze Zeit später eine schriftliche Kündigungsbestätigung bekommen.Ich habe mich nur etwas gewundert,dass das Ende später war,als das Probeabo,mir aber nichts dabei gedacht.
Einige Zeit später wurde von meinem Konto ein Betrag von ca. 75 Euro abgebucht.Ich habe die Firma dazu aufgefordert,mir den Betrag zurück zuzahlen,da ich ja gekündigt habe.Nach kurzem Schriftverkehr sollte ich die Hotline anrufen.Dies tat ich auch und erklärte nochmals den Sachverhalt.Die Dame hat mir angeboten dafür noch ein kostenlosen Monat dazu zubekommen,dies lehnte ich aber ab.Also sollte ich die Kündigungsbestätigung nochmals per Email zusenden,dies tat ich auch.Dann hörte ich nichts mehr.Daher habe ich Ihnen eine Frist gesetzt,bis wann ich mein Geld zurückzuerstattet bekommen will,mit dem Hinweis,daß ich sonst die Lastschrift zurückgeben würde.Natürlich habe ich das Geld nicht bekommen,daher habe ich die Lastschrift zurückgegeben.
Anschließend hörte ich gut 1 Monat nichts mehr und bekam dann ohne weitere Ankündigung Post von einem Inkassodienst.Sie fordern jetzt ca. 152 Euro.
Ich habe bisher regen Schriftverkehr mit diesem Büro,ohne Erfolg.
Wie das eben so ist,hatte ich das Kleingedruckte in den AGB,s nicht genau gelesen.Dies habe ich also nachgeholt.
In diesen steht,auch wenn ich in der Probezeit rechtzeitig kündige,muss ich trotzdem ein Monatsbeitrag zahlen.
Der Sitz dieser Datingseite ist in Osteuropa.
Ich habe dem Inkassodienst angeboten,obwohl ich der Meinung bin, daß die Forderung nicht rechtens ist,einmalig 80 Euro zu zahlen um dies leidige Thema zu beenden.Dies wurde abgelehnt.Mir geht es gesundheitlich nicht so gut,und es belastet mich doch sehr.
Meine Frage ist nun,was soll ich tun?
Das mit dem Inkassodienst läuft nun schon gut 4 Monate und gestern haben sie mir geschrieben,das ich bis zum 30.07.2021 den fälligen Betrag zahlen soll.Wenn ich bis dahin nicht bezahlt habe,würden sie ins Klageverfahren gehen.
Ich hoffe sie können mir helfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

28.07.2021 | 07:02

Antwort

von


(324)
Freiheitsweg 23
13407 Berlin
Tel: 03080571275
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Einer Klage können Sie gelassen entgegensehen. Denn für diese ist das Amtsgericht an Ihrem Wohnort zuständig. Dieses wendet deutsches Recht an.
Da gibt es zunächst das 14 tägige Widerrufsrecht. Über dieses muss das Unternehmen Sie vor Vertragsabschluss informieren. Diese Information darf nicht irgendwo in den AGB's versteckt sein sondern muss davon gut sichtbar abgehoben erfolgen. Sonst beginnt die 14tägige Widerrufsfrist nicht und Sie können noch jetzt widerrufen, wenn die Kündigung nicht schon selbst als Widerruf auszulegen ist.

Zudem gibt es im BGB den § 305c Absatz 1

Zitat:
§ 305c Überraschende und mehrdeutige Klauseln
(1) Bestimmungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die nach den Umständen, insbesondere nach dem
äußeren Erscheinungsbild des Vertrags, so ungewöhnlich sind, dass der Vertragspartner des Verwenders mit
ihnen nicht zu rechnen braucht, werden nicht Vertragsbestandteil.


Bei der Klausel, dass Sie einen Monat zahlen müssen, wenn Sie innerhalb des 10tägigen Probeabos kündigen, handelt es sich um eine überraschende Klausel im Sinne des § 305c Absatz 1. Denn ein Probeabo ist zum ausprobieren da, wie sich schon aus dem Namen Probeabo ergibt. Wenn der Abonnent während des Probeabos kündigt, endet das Abo normalerweise zum Ende der 10tägigen Probezeit.

Sie können noch einmal schreiben:

Zitat:
Hiermit widerrufe ich alle eventuell mit der Firma ... abgeschlossenen Verträge. Hilfsweise werden diese wegen arglistiger Täuschung angefochten.
Begründung: Ich wurde nicht über mein Widerrufsrecht informiert. Zudem wurde durch die Bezeichnung 10tägiges Probeabo vorgetäuscht, dass das Abo nach 10 Tagen endet, wenn ich innerhalb der Probezeit kündige. Die Klausel in Ihren AGB's wonach ich trotzdem einen Monat zahlen soll, widerspricht dem Zweck eines Probeabos. Sie ist deshalb überraschend im Sinne des § 305c BGB.


Danach sollten Sie auf weitere Schreiben des Inkassobüros nicht mehr reagieren. Warten Sie ab, ob Ihnen vom Amtsgericht eine Klage zugestellt wird. Wenn ja, beantragen Sie Klageabweisung, schildern dem Gericht den Sachverhalt und fügen Kopien des bisherigen Schriftverkehrs als Beweis bei.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Bernhard Müller

ANTWORT VON

(324)

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13407 Berlin
Tel: 03080571275
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