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Datenleck entdeckt, anonym Emailadressen dieser Liste angeschrieben

| 10.07.2014 16:49 |
Preis: ***,00 € |

Datenschutzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


Ich habe bei meinem ehemaligen Arbeitgeber entdeckt, dass massig Kundendaten im Internet frei für jeden rumschwirren.

Habe dies an meinen ehemaligen ARbeitgeben gemeldet, jedoch wurde lange nicht gehandelt, woraufhin ich eine anonyme Mail an ca. 15Mailadressen von dieser Liste und an die Firma geschrieben habe.

Mail lautet sinngemäß:

"Achtung Datenleck
Ich habe Ihre Mailadresse von einem Datenleck bei der Firma ....

Habe bereits Datenschutzbeauftragten informiert.

Es geht um unsere Daten, daher sollten Sie bescheid wissen.

---und die adresse, wo die daten einsehbar waren---
"

dann habe ich später an die Firma nochmal geschrieben, dass ich das war und dies getan habe, um "aufzurütteln"

Jetzt sagt mir mein ehemaliger Arbeitgeber, dass sie mich anzeigen wollen bei der Polizei und mir damit eine Hausdurchsuchung droht. Da ich die Mails von meiner jetztigen ARbeit geschrieben habe, drohe mir die auch hier.

Was kann ich tun?

Ich wollte eigentlich nur helfen, habe mich auch schon tausendmal entschuldigt...

Vielen Dank schon jetzt

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Diese möchte ich gerne wie folgt beantworten:
Aus der Ferne ist die Situation natürlich schwierig zu beurteilen. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, haben Sie sich keine Daten rechtswidrig beschafft, sondern die Daten waren frei im Internet zugänglich. Daher war die Beschaffung schon mal nicht rechtswidrig.

Jetzt ist die Frage, ob die Verwendung der Daten gegebenenfalls aus sich Ihres jetzigen bzw. Ihres vorherigen Arbeitgebers rechtswidrig gewesen sein könnte. Sofern die E-Mail inhaltlich zutrifft (davon gehe ich nach Ihrer Schilderung aus, also dass es tatsächlich ein Datenleck gibt und die Daten relativ leicht frei über das Internet verfügbar sind), wäre der reine Inhalt an sich nicht rechtswidrig (Sie müssten das Leck im Streitfall natürlich nachweisen können).

Fraglich ist noch, ob eine Rechtswidrigkeit aus dem gesichtspuntk des Datenschutzes gegeben ist. Dieses könnte dann der Fall sein, wenn Sie Geschäftsgeheimnisse (§ 17 UWG) verraten haben oder ohne Zustimmung von Berechtigten (hier AG) die Daten verwendet haben.

Eine Offenbarung von Geschäftsgeheimnissen liegt hier nach meinem Verständnis nicht vor, da Sie ja nur die jeweils betreffende Person anonym angeschrieben haben und nicht etwa weitere Informationen über das Unternehmen oder über andere konkret namentlich benannte Kunden preisgegeben haben.

Außerdem lässt sich hier gut argumentieren, dass Sie ein berechtigtes Interesse im rechtlichen Sinne hatten.

Im Ergebnis halte ich eine Strafbarkeit für nicht gegeben, zumindest ließe sich gut dagegen argumentieren. Was eine Hausdurchsuchung angeht, könnte in der Tat die Gefahr bestehen, sofern Ihr Arbeitgeber (der damalige) der Staatsanwaltschaft mitteilt, Sie hätten sich Daten Rechtswidrig beschafft. Hier wäre dann zivilrechtlich auch mit einer einstweiligen Verfügung zu rechnen (gegen die Sie sich aber im Endeffekt mit den oben genannten Argumenten zur Wehr setzen könnten).

Hier sollte versucht werden, die Angelegenheit im Vorfeld mit dem Arbeitgeber zu bereinigen. Hierzu sollten sie sich an einen erfahrenen Rechtsanwalt wenden. Bei Interesse stehe auch ich und meine Kanzlei Ihnen gerne zur Verfügung.
Ich hoffe Ihre Anfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Tag.

Mit freundlichem Gruß von der Nordsee

Nachfrage vom Fragesteller 10.07.2014 | 17:21

Vielen Dank schonmal für die super schnelle Bearbeitung. Immerhin ist jetzt ein wenig mein Puls gesunken...

Ich habe die Leute in dieser Liste mit "BCC" angeschrieben, damit hier keiner die Mailadressen eines anderen bekommt.

Ich soll jetzt von dem Juristen der Firma angerufen werden, soll ich da lieber zugeben, dass ich auch Kundenadressen angeschrieben habe oder soll ich lieber nur sagen, dass ich den Chef und ihn informiert habe? (wenn ich dies noch im Rahmen der Nachfrage hier fragen kann)

Vielen vielen Dank schon jetzt, ich habe nur schiss vor der Hausdurchsuchung, v.a. wenn hier evtl. mein jetztiger Arbeitgeber involviert würde.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.07.2014 | 17:30

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Also hat der Empfänger der Mail die anderen Kontakdaten nicht gesehen. Das ist prima.

Sofern der Firmenjurist noch nichts von den Kunden weiss, sollten Sie es keinesfalls mitteilen.

Sie sollten es sich anhören und gegebenenfalls erst später und wohl durchdacht eine Stellungnahme abgeben. Das ist Ihr gutes Recht.

Sofern Sie noch weitere Hilfe benötigen sollten, können Sie mich gerne unverbindlich per E-mail (info@drnewerla.de) kontaktieren.

Ich hoffe Ihnen geholfen zu haben und wünsche Ihnen einen angenehmen Abend.

Beste Grüße von der Nordsee

Dr. Newerla, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 10.07.2014 | 17:21

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