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Das neue Lexikon der Rache


06.02.2006 23:43 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Ich habe 1984 mit großer Begeisterung das Lexikon der Rache gelesen. Hier geht es darum, wie man sich "rächt".
Gut gefallen hat mir:
*** Alka-Selzer ins Aquarium schmeißen (Fische treiben kurz danach oben...
*** Einwegfeuerzeuge in den Auspuff schieben
*** Alte Bücher verteilen mit der Inschrift: Dieses Buch gehört: (Name, Adresse des Feindes) Wer mir das
Buch zurückbringt, bekommt 20 Euro.
*** Pornos in Schulen verteilen, in den Heftchen der Name des Feindes
*** 1000 Zeitschriften-Abos für den Feind bestellen

usw. usw. War ein lustiges Buch welches heute noch im Buchhandel verkauft wird.

Da mittlerweile die Computertechnik Einzug gehalten hat und mittlerweile auch viel mehr technisch möglich ist möchte ich ein
neues Lexikon der Rache schreiben.

Hier werde ich erklären, wie man zum Beispiel Nachktbilder des Feindes baut und diese im Internet so publiziert, dass es nicht mehr gelöscht werden kann oder wie man jemandem den Computer komplett lahmlegt, wie aus der Klimaanlage nur noch Heißluft ausströmt, Klassiker wie Türzylinder mit Sekundenkleber auffüllen, Autoscheiben einölen etc. Mir fällt sicher noch viel mehr ein. Wie ein Farbdrucker nur noch schwules rosa druckt, wie man Telefonterror macht ohne erwischt zu werden. Wie man in Sekunden einen Flügel komplett verstimmt, wie man jemandem Taxis schickt obwohl die Taxizentrale die Adresse gesperrt hat, wie man einen Abfluss mit einem in Kleister getränkten Naturschwamm komplett verstopft usw. usw.

Was muss ich bei meinem Lexikon für Rache beachten? Es wird ein satirisches Buch, wie gesagt angelehnt an das klassiche Lexikon der Rache von 1984.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Die von Ihnen genannten "Rache-Akte" mögen teilweise reizvoll erscheinen. Daß hier die Grenzen des guten Geschmacks teilweise überschritten werden und sich auch meine Lachmuskeln nicht reizen lassen, soll für die rechtliche Würdigung und Beantwortung Ihrer Frage hier außer Betracht bleiben. Die von Ihnen genannten "Rache-Akte" haben aber einen entscheidenden Haken: Die Grenze zur Verwirklichung strafrechtlicher Tatbestände wird dabei regelmäßig überschritten. Das Angebot reicht von Sachbeschädigung bis zur Körperverletzung. Telefonterror ist kein Spaß.

Wenn Sie gleichwohl vorhaben, eine Anleitung zu diesen Taten zwischen zwei Buchdeckel zu pressen, werden Sie sich schnell dem Vorwurf der Anstiftung zu Straftaten ausgesetzt fühlen, wenn sich ein Straftäter auf Ihre Vorlage beruft. Auch der Deckmantel der Satire, "die alles darf", ändert daran nichts.

Hier wird es entscheidend auf die Art und Weise der Formulierung des Textes ankommen: Rufen Sie darin zur Verübung dieser Straftaten auf, wird der wirtschaftliche Erfolg des Buches wesentlich geringer ausfallen, als wenn Sie ein Buch über ein anderes Thema (z.B. Leben ohne Schulderkarteien) schreiben würden.

Sie sollten daher folgendes beachten:

Bevor Sie das Buch veröffentlichen, sollten Sie sich einen Verlag suchen, der auf solche Werke spezialisiert ist. In Frankfurt a.M. gibt es einen solchen Verlag, der auch die von Ihnen genannten Vorgänger veröffentlicht hat. Allerdings ist dort bereits 1987 "das neue Lexikon der Rache" erschienen, so daß Sie sich einen anderen Titel einfallen lassen müssen.

Sodann sollten Sie vor einer Veröffentlichung den Text des Buches durch einen Anwalt konkret prüfen lassen. In der Regel wird dies aber bereits von dem genannten Verlag, der mit der Veröffentlichung solcher Bücher Erfahrungen hat, veranlasst werden.

Sie werden Verständnis dafür haben, daß ich Ihnen für dieses Buchprojekt wenig Erfolg wünsche, hoffe aber dennoch, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt




--
Rechtsanwalt A. Schwartmann
Gleueler Str. 249 D-50935 Köln
Tel: (0221) 355 9205 / Fax: (0221) 355 9206 / Mobil: (0170) 380 5395

<img src="http://www.andreas-schwartmann.de/logo.gif">



Nachfrage vom Fragesteller 07.02.2006 | 01:58

Danke, das hilft mir weiter. Es soll einfach nur das selbe Buch sein wie damals und es darf nur zur Unterhaltung dienen. Ich werde es mit dem Buchverlag abstimmen. Damals war das Lexikon der Rache ein Erfolg. Sie haben natürlich Recht, es soll nicht zu Straftaten anstiften.

Ich nenne es besser, Rachepläne, die man n i c h t durchführen sollte...

Wenn der Verlag es trotzdem wieder drucken sollte, habe ich dann was zu befürchten? Anstiftung zu Straftaten? (Es soll doch wirklich nur Satire sein :-(

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.02.2006 | 22:10

Wie gesagt, es kommt auf die Formulierungen an. Wenn Sie nicht zu Straftaten anstiften, wird man Ihnen natürlich auch nichts vorwerfen können.

Mit freundlichen Grüßen vom Rhein an den Main

A. Schwartmann
Rechtsanwalt


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