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Darlehn bei Trennung

27.03.2012 13:35 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herrn,
ich bin dabei mich von meiner Frau zu trennen. Wir haben 4 Kinder zusammen. Ich zahle einen erheblichen Teil meines Einkommens für Darlehnsrückzahlung für Haus und Zusatzausbildung meiner Frau. Außerdem für Versicherungen (Kranken-, Haftpflicht-, Krankenzusatz-,Hausratsversicherungen). Ich bin aus dem gemaeinsamen Haus ausgezogen. Welche Darlehen und Versicherungen müssen bzw. können getrennt werden. Wieviel Unterhalt muss ich meiner Frau bzw. meinen Kindern bezahlen. Gilt das alles auch für eine Trennung oder nur Scheidung?

Vielen Dank schon mal für die Antwort.

MfG
M. S.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Basis Ihrer Angaben im Rahmen einer Erstberatung wie nachstehend beantworten möchte:

Zunächst einmal ist auszuführen, daß mit Ihrem Auszug und dem Willen, sich von Ihrer Frau zu trennen, daß sog. Trennungsjahr beginnt. Dieser Zeitraum dient nach dem Willen des Gesetzes noch der Orientierung, ob die Trennung tatsächlich endgültig sein soll. Erst danach ist die Einleitung eines Scheidungsverfahrens - von Ausnahmefällen abgesehen - möglich. Das ist auch der Grund, weshalb in dieser Zeit zum Teil andere Maßstäbe bei der Ermittlung von Unterhaltspflichten u.Ä. gelten als nach Einleitung bzw. Ausspruch einer Scheidung. Die Eheleute sollen insbesondere in finanzieller Hinsicht noch nicht "Nägel mit Köpfen" machen. Was also in der Trennungsphase noch akzeptiert wird, gilt nicht zwangsläufig auch nach der Scheidung.

zu 1) welche Darlehen/Versicherungen müssen getrennt werden?

Diese Frage werden Sie endgültig voraussichtlich erst klären können, wenn feststeht, wer dauerhaft in dem Haus verbleiben soll und ob es überhaupt vor dem Hintergrund erheblicher Zahlungslasten gehalten werden kann. Solange Sie darüber hinaus Alleinverdiener sind - wovon ich angesichts der von Ihnen finanzierten Zusatzausbildung ausgehe - dürfte Ihre Frau kaum in der Lage sein, nennenswerte Pflichten vollständig zu übernehmen.

Die Tatsache, daß Sie die Annuitäten für das Haus abtragen und auch die übrigen Kosten für die weiteren Versicherungen übernehmen, wird allerdings im Rahmen der notwendig anzustellenden Unterhaltsberechnung Berücksichtigung finden. Auf diesem Wege könnten Sie Ihre Frau an den Belastungen beteiligen.

Welche Verträge mittelfristig von wem übernommen werden können bedarf einer konkreten Auswertung der aktuellen Situation anhand Ihrer Unterlagen und kann nicht im Rahmen einer Erstberatung beantwortet werden.

2.) Unterhaltspflichten

Mit Ihrem Auszug sind Sie zumindest gegenüber Ihren Kindern unterhaltspflichtig. Diese gehen der Frau auch rangmäßig vor, d.h. nur soweit der Mindestunterhalt für diese von Ihnen gedeckt werden kann, bleibt noch Raum für weiteren Gattenunterhalt.
Grundsätzlich ist dabei zunächst Ihr unterhaltsrechtliches Einkommen zu ermitteln. Man zieht hierbei den jahresdurchschnittlichen Verdienst der letzten 12 Monate heran und errechnet einen Mittelwert. Abzusetzen sind natürlich auch die von Ihnen getragenen Belastungen. Hierzu gehören neben den Steuern und üblichen Sozialabgaben auch die von Ihnen genannten laufende Versicherungen und Kredite. Gegebenenfalls sind noch berufsbedingte Kosten - wie Arbeitskleidung, Fahrtkosten o.Ä. - abzugsfähig.
Aus dem so bereinigten Einkommen läßt sich die Einstufung in die sog. Düsseldorfer Tabelle vornehmen. Je nach Einkommensgruppe und Alter der Kinder ermitteln sich danach die Unterhaltsbeträge, die Sie für Ihre Kinder zu zahlen haben. Soweit Ihre Frau das Kindergeld bezieht, ist der hälftige Kindergeld-Anteil von dem Tabellenbetrag jeweils noch in Abzug zu bringen.

Ob dann noch - angesichts der bestehenden Kindesunterhaltspflichten - Raum ist für Gattenunterhalt muß konkret geprüft werden. In jedem Fall hat Ihnen der sog. Selbstbehalt zu verbleiben. Gegenüber Ihrer Frau beläuft sich dieser zur Zeit auf 1.050 € (ggü. minderjährigen Kindern z.Zt. 950 €). Sollten Sie also nach Abzug aller Belastungen darunter liegen, wäre eine sog. Mangelverteilung vorzunehmen.

Die Höhe des Unterhaltes wird natürlich auch von einem etwaigen Einkommen der Frau mitbestimmt. Des weiteren muß berechnet werden, in welcher Höhe Ihnen bzw. Ihrer Frau ein Wohnvorteil durch das Bewohnen des eigenen Hauses zusteht.

Eine konkrete Unterhaltsberechnung kann im Rahmen einer Erstberatung nicht angestellt werden. Hierzu bedarf es zwangsläufig der Auswertung sämtlicher einkommensrelevanter Unterlagen.

3.) Geltung bei Trennung oder Scheidung

Unterhaltspflichten entstehen bereits mit der Trennung. Die Maßstäbe zur Ermittlung ändern sich - wie eingangs erwähnt - mit Ablauf des Trennungsjahres. So steigt beispielsweise die Eigenverantwortung Ihrer Frau, sich selbst zu unterhalten, sofern sie nicht wegen der Kinder an einer Berufsausübung gehindert ist.
Nach einer Scheidung können auch Hauslasten nicht unbedingt mehr vollständig abgesetzt werden. Dies gilt insbesondere für den Tilgungsanteil der Raten.

All diese Faktoren beeinflussen natürlich die Unterhaltsberechnung.

Ich hoffe, Ihnen dennoch einen ersten Überblick verschafft zu haben und rate Ihnen zudem dringend an, sich weitergehend rechtlich durch einen Anwalt vor Ort beraten zu lassen.

Gerne stehe auch ich Ihnen hierzu zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Angela Collas
Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht, Hagen


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