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Darlehen aus der Schweiz

30.06.2010 10:07 |
Preis: ***,00 € |

Kredite


Ich habe seit 2004 ein Darlehen aus der Schweiz als ehemaliger Grenzgänger. Der Kreditbetrag waren 20.000 CHF. von 2004 bis 2007 liefen die Rückzahlung regelmässig. Aufgrund von Krankheit und folgender Arbeitslosigkeit in Deutschland konnte das Darlehen dann nicht mehr regelmässig bedient werden. Ich hatte es auch versäumt, mit der Bank in Verbindung zu treten um eine günstige Lösung zu finden. Nun arbeite ich nicht mehr in der Schweiz und die Bank stellt das Darlehen zur Restschuld fällig.
insgesamt wurden von mir von den 20.000 CHF in den Jahren CHF 15.684 zurückbezahlt und inkl. Zinsen wären dann jetzt noch CHF 7.911,95 übrig. Die Bank möchte von mir aber jetzt obendrauf noch Aufzinsung in Höhe von CHF 9.499 also insgesamt CHF 17.411.25 haben.
Ich bräuchte hier Ihren Rat wie ich mich jetzt am besten verhalten soll. Ich bin bereit den Restbetrag in Raten zurückzubezahlen, aber ist diese Höhe korrekt? Kann die Schweizer Bank hier in Deutschland pfänden? Danke für Ihre erste Einschätzung und Hilfe.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich im Rahmen einer Erstberatung auf diesem Portal auf Grundlage Ihrer Schilderung gern wie folgt beantworte:

1. Aufzinsung
Unter Aufzinsung versteht man die Zinseszinsberechnung, die sich bei einem schweizer Darlehensvertrag nach dem Schweizer Recht richtet. Die deutschen Gesetze, die ein grundsätzliches Zinseszinsverbot enthalten, sind daher in Ihrem Fall nicht anwendbar.
Die Aufzinsung selbst beziffert den "Verzugsschaden", den die Bank durch die unterbliebene Rückzahlung des Darlehens und den damit auch nicht gezahlten Zinsen erlitten hat.

Es müsste daher anhand Ihres Darlehensvertrags geprüft werden, ob und welche Regelungen dort zur Aufzinsung getroffen wurden. Diese Prüfung ist allerdings nur möglich, wenn die Vertragsunterlagen vorliegen, so dass ich im Rahmen dieses Portals hierzu keine Angaben machen kann.

Sofern in dem Vertrag eine zulässige Aufzinsung vereinbart wurde, müsste auch der zugrunde liegende Zinssatz genannt sein. Erst wenn diese Daten bekannt sind, kann geprüft werden, ob die Aufzinsung richtig berechnet wurde. Ich bitte daher um Verständnis, dass ohne genaue Kenntnis des Darlehensvertrags und des Zahlungsverlaufs im Rahmen dieses Portals zur Höhe des Aufzinsungsbetrags keine Angaben gemacht werden können.

Um Ihnen eine Prüfung der Gesamtforderung zu erleichtern, sollten Sie die Bank bitten, eine vollständige Forderungsaufstellung, in der auch die Aufzinsung enthalten ist, zu erstellen und Ihnen zu erläutern. So können Sie nachvollziehen und prüfen wie die Bank die Aufzinsung berechnet hat.

Wenn in Ihrem Darlehensvertrag wirksame Vereinbarungen über eine Aufzinsung enthalten sind und diese auch richtig berechnet wurde, sind Sie grundsätzlich verpflichtet, diesen Betrag auch zu begleichen.

2. Pfändung eines deutschen Kontos
Es gilt grundsätzlich, dass ausländische Titel (Urteile, Vergleiche und andere vollstreckbare Entscheidungen) in Deutschland nur dann vollstreckt werden können, wenn sie in Deutschland als Vollstreckungstitel anerkannt sind.

Die schweizer Bank müsste daher zunächst gegen Sie einen in Deutschland vollstreckbaren Titel erlangen, um die Zwangsvollstreckung - und damit ggf. auch eine Kontopfändung - gegen Sie in Deutschland betreiben zu können. Eine Kontopfändung ohne jede Vorankündigung und ohne entsprechenden Titel wird in Deutschland wohl nicht möglich sein.

Kommen Sie allerdings Ihrer Rückzahlungspflicht nach, wird die schweizer Bank mit relativ großer Sicherheit von einer Zwangsvollstreckung gegen Sie absehen.

Sie sollten sich daher schnellstmöglich mit der Bank in Verbindung setzen und mit der Bank auch die Aufzinsung klären. Gleichzeitig sollten Sie sich darum bemühen, mit der Bank eine für Sie erträgliche und einhaltbare Ratenzahlungsvereinbarung zur vollständigen Tilgung der Restschuld zu treffen. Im Falle einer Ratenzahlungsvereinbarung sollten Sie sich unbedingt über mögliche zusätzliche Kosten und Zinsbelastungen aufklären lassen. Auf dieser Grundlage kann dann ein Ratenzahlungsplan erstellt werden, so dass es bei Einhaltung dieses Plans im allgemeinen nicht zu Zwangsvollstreckungsmaßnahmen oder zu einer Pfändung des deutschen Kontos kommen sollte.

Sollten Sie auch nach dem Gespräch mit der Bank Zweifel an der Forderungshöhe oder dem Forderungsgrund (Aufzinsung) haben, sollten Sie die Sache von einem Kollegen in der Schweiz prüfen lassen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort einen ersten Überblick verschaffen und wünsche Ihnen noch einen schönen Mittwoch!

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin



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