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Darf man eine Bengalkatze im Saarland Frei herumlaufen lassen

| 14.09.2021 17:04 |
Preis: 50,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ein neuer Nachbar ist vor einem Jahr in mein Wohngebiet gezogen (66459 Kirkel - Saarland). Er hat zwei Bengalkatzen (Rasse details: https://de.wikipedia.org/wiki/Bengal_(Katzenrasse) ) die er täglich frei in das Wohngebiet lässt. Diese Katzen sind außerst aggressiv und greifen regelmäßig meine und benachbarte katzen an. Aufgrund der verstörenden wirkung sind benachbarte Katzen bereits "verschwunden".

Aufgrund ihrer aggressiven Art, frage ich mich ob eine Fregehegepflicht für diese katzenrasse gilt.

Unter Punkt 7.10.7.1. der Tierhalteverordnung gibt es genau geregelte Außengehe angaben bzgl. dieser Katzenrasse. Mir ist aber nicht klar ob ein Freigehege für den Halter verpflichtend ist oder optional. https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20003860

Mein Ziel ist es den Halter dieser Katzen vom freilassen seiner schaden verursachenden Tiere abzuhalten. Ich habe zahlreiche Nachbarn auf meiner Seite und suche verzweifelt irgendeine Lösung um die Katzen im WOhngebiet zu schützen.

Eine Rechtverbindliche bestätigung des bestehens oder nicht bestehens einer Fregehegepflicht sowie alternative vorgehensweise (evtl. mit hilfe der Nachbarn) ist was ich als Antwort erwarte.

14.09.2021 | 17:47

Antwort

von


(360)
Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
Web: http://deutschland-schulden.de
E-Mail:

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

leider sind die von Ihnen verlinkten Informationen nicht anwendbar, es handelt sich dabei um eine österreichische Seite und die dortigen Vorschriften.

In Deutschland gilt grundsätzlich, dass die Haltung von Bengalkatzen weder erlaubnis- noch meldepflichtig ist soweit es sich dabei um eine Nachzucht in der 5ten Generation handelt, ähnliches gilt auch für Hybride aus Bengalkatzen und Hauskatzen oder anderen Katzenarten. Dies Information von Seiten des Nachbarn wird Ihnen aber wohl nicht vorliegen.

Die deutschen Behörden haben zwar auch Vorschriften für die Haltung des reinrassigen Wildtyps dieser Tiere entwickelt, Ihr Nachbar wird aber wohl nur den Hauskatzentyp halten. Für die Wildform wird eigentlich die Haltung in einem Gehege empfohlen, siehe verlinkte Informationsbroschüre.

Zitat:
https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Tiere/Tierschutz/HaltungSaeugetiere.pdf?__blob=publicationFile&v=7


Dies schließt per se (abgesehen davon, dass es darauf ankommt wie reinrassig bzw. verkreuzt die Katze der Nachbarn ist und dann gar nicht mehr als Bengal zu führen ist) aber nicht aus, dass man diese Katzen auch im Freilauf halten darf. Die ordnungsgemäßen Nachzuchten oder Mischlinge daraus sind im Grunde genauso einzuordnen, wie jede andere (Haus) Katzenarten.

Allerdings dürfen von der Katze (das würde übrigens auch für gewöhnliche Hauskatzen oder andere Tiere gelten) natürlich keine Gefahr für die Nachbarn, deren Gärten und Haustiere ausgehen. Es steht Ihnen damit ein Unterlassungsanspruch zu, der Nachbar darf diesen Tieren keinen Freigang gewähren wenn dadurch die anderen Katzen der Nachbarschaft oder auch Wildtiere übermässig gefährdet werden. Sie sollten daher soweit möglich die Angriffe der Katzen dokumentieren und den Nachbarn dazu auffordern den Freigang nicht mehr oder nur begrenzt zu gewähren. Ein solcher Anspruch ist auch durchaus gerichtlich durchsetzbar, so gibt es z.B. Urteil die bei mehreren Katzen deren Freigang zeitlich begrenzen.

Um bereits zum jetzigen Zeitpunkt eventuell etwas zu erreichen sollten Sie sich mit dem Veterinäramt in Verbindung setzen und dort auf die eventuell nicht artgerechte bzw. gefährdende Haltung aufmerksam machen, falls es sich nicht um Tiere aus entsprechenden Nachzuchten handelt könnte der Veterinär hier schon tätig werden.

Wenn es sich um legale Nachzuchten handelt müssten Sie dann entsprechend das Verhalten nachweisen (eine Videoaufnahme in Ihrem eigenen Garten oder mit deren Zustimmung auch bei den Nachbarn) um so entweder einen Tätigwerden des Veterinärs zu erreichen oder den Nachbarn auf dem Zivilrechtsweg zur Unterlassung zu verklagen. Denkbar wäre in diesem Zusammenhang dann vielleicht eine zeitliche Regelung dies es dem Nachbarn nur zu bestimmten Uhrzeiten erlaubt den Tieren Freigang zu gewähren, falls gar nichts anderes hilft könnte man vielleicht sogar einen katzensicheren Zaun verlangen. Um dieses Ziel zu erreichen wären wohl Bildaufnahmen von einem Verhalten, welches über das übliche Revierverhalten von Katzen hinausgeht, am Ehesten ein geeignetes Beweismittel.


Ich hoffe damit Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen TAbend.


Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke


Bewertung des Fragestellers 21.09.2021 | 10:16

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