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Darf man Geld aus einer Schenkung zurückfordern?


| 23.05.2006 13:25 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Guten Tag,
ich habe ein großes Problem.
Unser gemeinsamer Freund, meiner Familie und mir, fragte mich im Monat November, was würde ich machen, wenn er uns eine größere Summe Schenken würde. Dazu muß ich sagen, daß unser Freund sehr vermögend ist und sehr krank ist. Er hat nur eine begrenzte Lebenserwartung.
Auf die Frage mit dem Geld, antwortete ich, dass ich das Geld anlegen würde. Momentan geht es mir finan. gut und ich würde es anlegen. Daraufhin anwortete er, ich solle mich mach sachkundig machen. Im Dezember war er bei mir wieder zu Besuch und ich erklärte und zeigte ihm meine Anlagenstrategie, welche mir durch die Bank vorgeschlagen worden ist. Er fand dies gut. Ich fragte nach der Höhe, welche er uns schenken würde, da bat er noch um Bedenkzeit. Im neuen Jahr rief er mich an und nannte eine nicht beachtliche Summe, welche er meiner Familie und mir schenken würde. Ich war von der Summe überrascht. Ich versprach ihm, das Geld wie versprochen, als Anlage - Kapitalanlage anzulegen. Das Gespräch wurde nur von seitens meines Redens durch einen Kollegen gehört. Weiterhin wollte er uns sein Haus schenken, wenn wir bereit wären zu ihm zu ziehen. Wir hatte nichts dagegen. Wir haben sogar die Vorbereitung der Modernisierung getroffen, welche er ebenfalls bezahlen wollte.
Leider kam es zu einem Streit. Jetzt will er, das wir uns an der Modernisierung des Hauses beteiligen, dies lehnte ich aber ab, da wir ja noch nicht die Eigentümer sind und die Absprache zwischen uns beiden anderes war. Jetzt verlangt er sein Geld aus der Schenkung zurück, mit der Begründung, ich sollte das Geld ja nur für Ihn anlegen und aufbewahren.
Desweiteren verlangt er alle Zinserträge aus der Anlage.
Er hat, wie ich jetzt erst so richtig festgestellt habe, auf der Überweisung seinen Namen hingeschrieben und für den Verwendungszweck - Kapitalanlage. Desweiteren ist jetzt auch nicht mehr die Rede von der Überschreibung des Hauses, er bestreitet jetzt alle. Für die Modernisierung des Hauses wurde der Auftrag bereits durch mich organisiert und durch ihn ausgelößt. Im vergangenen Jahr war er sehr größzügig zu meiner Familie und mir. Der Betrag der Geschenke liegt bei ca. 3000,-Euro. Wir haben keinen schriftlichen Vertrag. Es wurde alles nur mündlich zwischen uns beiden besprochen.

Frage: Darf er das Geld aus der Schenkung zurückfordern?

Frage: Darf er die Zinsen bzw. die Erträge verlangen, auch dann, wenn ich dies meinem Finanzamt vorlegen muß?

Frage: Wie verhält es sich mit dem Haus, muß ich die Kosten tragen, welche jetzt verursacht werden?

Frage: Da er jetzt behauptet, das ich das Geld für ihn angelegt habe, ist dies doch eine strafbare Handlung, oder?


MfG
Schurrmaus

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst einmal zum Thema Schenkung: Wenn Sie nachweisen können, dass Ihre Version der Geschichte korrekt ist, wird Ihr Bekannter das Geld und die Erträge nicht zurückfordern können, es sei denn, der nachfolgende Streit beruhte auf grobem Undank Ihrerseits. Zwar hätte die Schenkung eigentlich notariell beurkundet werden müssen, damit sie wirksam ist und Sie Ansprüche daraus herleiten können. Mit der Überweisung des Geldes wurde die Schenkung aber vollzogen, womit sie nach dem Gesetz trotz fehlender notarieller Beurkundung wirksam geworden ist und Sie nun rechtmäßiger Inhaber des Geldes sind.

Das Problem ist aber, dass Sie die Richtigkeit Ihrer Version beweisen müssen, denn es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass niemand eine hohe Summe Geld einfach verschenkt. Der Überweisungsträger gibt insoweit wohl nichts her, was für Sie spräche, eher im Gegenteil deutet sein Inhalt darauf hin, dass Ihr Bekannter eigenes Geld für sich anlegen wollte. Ob Ihr Kollege eine aussagekräftige Zeugenaussage zu Ihren Gunsten erbringen könnte, ist wohl ebenfalls fraglich. Hierzu kann ich aus der Ferne jedoch keine verbindliche Auskunft erteilen. Ich möchte Ihnen dringend raten, einen Anwalt vor Ort aufzusuchen, dem Sie die Details schildern können.

Ähnliches gilt hinsichtlich des Hauses. Auch hier kommt es entscheidend darauf an, wessen Version stimmt. Allerdings werden Sie insoweit günstiger stehen, da Ihren Bekannten höchstwahrscheinlich die Beweislast treffen wird, d.h., er muss beweisen, dass Sie sich hinsichtlich der Modernisierung zu irgendetwas verpflichtet haben, wenn er von Ihnen eine finanzielle Beteiligung erhalten möchte; nicht Ihnen obliegt der Beweis. Es kommt also auch hier wieder darauf an, wie die Beweislage im Detail ist. Bitte suchen Sie daher auch zu diesem Thema einen Rechtsanwalt vor Ort auf.

Wenn Sie beweisen können, dass Ihre Version richtig ist, dann können Sie Ihren Bekannten übrigens in der Tat wegen Betrugs(versuchs) und anderer Delikte anzeigen und damit auch eine strafrechtliche Verfolgung gegen ihn einleiten.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung geben. Für eine Nachfrage stehe ich gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

Nachfrage vom Fragesteller 23.05.2006 | 18:21

Vielen Dank für die Auskunft, sie hat mir sehr geholfen.
Mein Arbeitskollege saß gerade neben mir, wie mein Bekannter und ich über die Schenkung telefonierten. Er konnte wahrnehmen, wie ich nach der Summe der Schenkung fragte. Auch hat er gehört, wie wir uns über die Schenkung unterhalten haben und das ich ihn versprochen ( Schenker ) habe, das Geld anzulegen für mich und meiner Familie anzulegen.
Der grobe Undank liegt darin, das ich nicht bereit war, für ihn eine falsche Aussage zu tätigen.
Für den Fall, daß ich das Geld zurückerstatten muß, muß ich die Zinsen ebenfalls an ihn zurück überweisen?

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.05.2006 | 12:38

Wenn die Beweislage zu Ihren Ungunsten sprechen sollte, dann würde die Geldanlage als Anlage Ihres Bekannten gelten. Somit müssten Sie dann auf sein Verlangen auch die Erträge an ihn auskehren. Umgekehrt hätten Sie aber wohl einen Anspruch auf Erstattung der Ihnen entstandenen Kosten, da Sie dann als Beauftragte Ihres Bekannten anzusehen wären. Dem Finanzamt müssten Sie die Veränderungen darlegen.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

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