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Darf ich ein Sherlock Holmes-Hörspiel produzieren?


29.04.2006 14:50 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag!

Ich möchte ein Hörspiel schreiben und produzieren und bei Erfolg auch vermarkten. Die Hauptfiguren stammen von Arthur Conan Doyle und dürften den meisten bekannt sein: Sherlock Holmes, Dr. Watson usw.

Es sollen nur die Figuren verwendet werden. Handlung, Dialoge und alles weitere würde ich mir ausdenken und niederschreiben.
Unter
http://www.denkpass.de/dpblog/sig/archives/000127.html
lese ich, dass die Texte aufgrund ihres Alters nach den urheberrechtlichen Bestimmungen in England copyright-frei sind. Und sie sind in einer Vielzahl tatsächlich online zu finden. Es sieht also so aus, als gäbe es keine Beanstandungen.

Andererseits lese ich in Büchern mit Sherlock Holmes-Geschichten, die nicht vom ursprünglichen Autor Arthur Conan Doyle stammen, sondern von heutigen Autoren, Hinweise auf die jetzigen Rechteinhaber (so weit ich weiß Nachfahren von Doyle), wie etwa „mit freundlicher Genehmigung von...“.

Ich hätte gern Klarheit und Rechtssicherheit, auf die ich mich später – bei etwaigen Abmahnungen oder Unterlassungsaufforderungen – beziehen kann.

Daher noch einmal ganz konkret formuliert:
Ist es gestattet, Geschichten mit von anderen Autoren geschaffenen fiktiven Figuren zu schreiben und zu veröffentlichen, wenn das Copyright an den Geschichten des Autoren abgelaufen ist? Darf ich Bezüge zu den Geschichten herstellen („Mein lieber Watson, schon im Fall des Hundes von Baskerville habe ich Ihnen dargelegt...“).

Oder ist es so, dass zwar die Texte urheberrechtlich unbedenklich verwendet werden dürfen, es aber weiterhin ein „geistiges Eigentum“ gibt, das urheberrechtlich als schützenswert gilt?

Es geht mir nicht darum, zu „klauen“. Und als Laie scheint mir die Schöpfungshöhe bei einem Werk, das – bis auf die Figuren – völlig neu/eigenständig ist, eigentlich ausreichend.

Andererseits ist es natürlich so, dass ich als Autor eines solchen Werkes von der Popularität so einer Figur maßgeblich profitieren würde. Es ist ein großer Unterschied, ob ich eine Geschichte mit no-name-Charakteren verfasse, die zunächst auf ein wohl geringes Interesse stoßen würde, oder eben auf eine Figur wie Sherlock Holmes zurückgreife, die mir schon allein aufgrund der Popularität der Figur ein gewisses Interesse beschert (allein die zahlreichen, weltweit existierenden Sherlock Holmes-Gesellschaften/Clubs seien genannt).

Ich möchte natürlich nicht viele, viele Arbeitsstunden investieren, um nach der Veröffentlichung dann urheberrechtlich strafbar zu sein. Wäre mein Handeln unbedenklich? Oder muss ich mir bei den Rechteinhabern (gibt es die überhaupt noch???) eine Erlaubnis einholen?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Bemühung!
29.04.2006 | 15:23

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Frage!

Das Urheberrecht endet 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.

Sollten einige von Doyles Werken nach seinem Tod erstmals veröffentlicht worden sein, so endet diesbezüglich das Nutzungsrecht 25 Jahre nach der Erstveröffentlichung.

Die Figuren selber sind Teil des Urheberrechts, eine Verwendung der Figuren in einem anderen Kontext gilt als Umgestaltung des Werkes.

Nach meinen Informationen ist Doyle 1930 gestorben, so daß das Urheberrecht seit 2001 erloschen ist. Das neuere Werke "mit freundlicher Genehmigung" erschienen, dürfte daran liegen, daß diese vor 2001 ersterschienen.

Sollten noch andere Autoren an den Sherlock-Holmes-Büchern von Doyle beteiligt gewesen sein, so erlischt das Urheberrecht natürlich 70 Jahre nach deren Tod.

Bitte benutzen Sie die kostenlose Nachfragefunktion!

Mit freundlichen Grüßen,

RA R. Weber


Nachfrage vom Fragesteller 29.04.2006 | 16:25

Hallo Herr Weber,

danke für Ihre schnelle Antwort!

Allerdings bin ich nun in etwa so schlau wie zuvor und möchte Sie bitten, Ihre Antwort "laiensicher" zu formulieren.

Kurz und knapp:
Darf ich, darf ich nicht? Das ist, worauf es mir bei meiner Fragestellung ankommt.

Länger und ausführlicher:
Ja, Doyle ist 1930 gestorben.
Nein, andere Autoren waren an seinem Werk nicht beteiligt.

1. Gilt denn hier wirklich das deutsche und nicht das englische Urheberrecht? Soweit ich weiß: Freigabe von Texten nach engl. Gesetz 50 Jahre, nach deutschem 70 Jahre. Aber der Kern der Frage zielt natürlich darauf ab, welches Recht in dieser Frage gilt. Vermutlich doch das englische, oder? Ich würde im Falle einer Rechtsverletzung ja von den englischen Nachfahren/Rechteinhabern verklagt und nicht von jemandem aus der BRD.

2. Was bedeutet die "Umgestaltung eines Werkes" in diesem Zusammenhang?

Bitte verstehen Sie mich richtig: Es geht mir nicht darum, Spitzfindigkeiten auszumachen. Ich möchte einfach nur wissen, ob ich rechtlich unbedenklich ein Hörspiel mit den Figuren Sherlock Holmes usw. produzieren und vermarkten darf. So würde auf dem CD-Cover natürlich stehen sollen "Sherlock Holmes und die tote Leiche" oder so etwas und ich würde die Produktion mit Aussagen wie "ein neues Abenteuer des Meisterdetektives Sherlock Holmes" bewerben wollen.

Danke für Ihre Mühe!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.04.2006 | 17:50

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage!

Sie dürfen die Figuren aus den Sherlock-Holmes-Romanen von Doyle in eigenen Werken verwenden.

Wir sind hier in Deutschland, hier gilt deutsches Recht. Etwas Anderes gilt, wenn Sie die eigenen Werke außerhalb der deutschen Grenzen vermarkten.

Mit freundlichen Grüßen,

RA R. Weber

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