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Darf ich Texte aus einem Buch abschreiben und diese in meinem Buch übernehmen?

| 03.07.2010 11:03 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich betreibe einen kleinen Selbstverlag und möchte nun ein neues Buch über Sagen und mit zahlreichen eigenen Bildern auf den Markt bringen. Als Grundlage möchte ich die Texte 1:1 und auch abgeändert aus dem 1852 beim Verlag Scheitlin und Zollikofer erschienenen Band über die Sagen des Elsasses von August Stöber abschreiben. Eine Danksagung an den Autor ist selbstverständlich. Der Autor lebte von 1808 bis 1884. Die Bilder, die ich für dieses Buch verwenden möchte, sind alle von mir selbst aufgenommen. Um diese geht es jetzt aber hier nicht.

Nun meine Frage: Darf ich dieses Texte frei verwenden und abschreiben? Das Urheberrecht müsste ja nach der 70 Jahresregel um die 1955 abgelaufen sein. Oder gibt es da Möglichkeiten, dass da doch noch Urheberrechte bestehen oder erweitert werden?

Besten Dank und Gruß, M

Das Buch findet man bei Google auf:

http://books.google.de/books?id=8UI7AAAAcAAJ&printsec=frontcover&dq=sagen+des+elsasses&hl=de&ei=IfMuTLyhAsHFsgbN68y2Ag&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=6&ved=0CEMQ6AEwBQ#v=onepage&q&f=false

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.
Auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Fragen zusammenfassend wie folgt beantworten:

Die Beantwortung Ihrer Frage würde sich heute nach § 64 UrhG richten. Danach wäre das Urheberrecht an dem Werk mit dem 01.01.1955 abgelaufen.
Die 70jährige Schutzfrist gilt aber erst ab dem 19.09.1965. Bis dahin galt eine 50 jährige Schutzfrist. Bis 1934 sogar lediglich eine 30jährige. Durch die Verlängerung der Schutzfristen verlängerte sich auch die Schutzdauer von einzelnen Werken, solange der Schutz bis zu dem Zeitpunkt der Verlängerung nicht abgelaufen war.

Für Ihr Werk galt also die 30jährige Schutzdauer bis 1914, damit war Ihr Werk ab dem 01.01.1915 gemeinfrei und auch die abgeleiteten Rechte, wie das für Sie wichtige Verlagsrecht und auch die abgetretenen Rechte, die ein Urheber einem Dritten eingeräumt haben kann, ist mit diesem Zeitpunkt erloschen. Ab dem 01.01.1915 kann das Werk somit von jedermann frei verwertet werden, ohne dass er die Zustimmung des Urhebers oder der Erben bedarf.

Sie können die Texte frei verwenden. An diesen bestehen keine Urheberrechte mehr.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick ermöglicht zu haben und stehe für Ergänzungen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie ggf. für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen gerne zur Verfügung.

Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Die moderne Kommunikation ermöglicht insoweit auch die Überbrückung größerer Entfernungen.

Weiterhin möchte ich Sie höflichst auf die Bewertungsfunktion aufmerksam machen, die dafür sorgt, diesen Service für andere Ratsuchende transparenter zu machen.

Nachfrage vom Fragesteller 07.07.2010 | 20:46

Hallo,

vielen dank für die Antwort. Wie wäre die Lage, wenn das Urheberrecht noch nicht abgelaufen wäre und ich die ganzen Texte umformulieren würde? Muss da dann ein Quellenhinweis gemacht werden?

Besten Dank und Gruß, M.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.07.2010 | 23:30

Sehr geehrter Fragesteller,

die Beantwortung dieser Frage richtet sich nach § 2 UrhG. Danach setzt der Urheberrechtsschutz ein schutzfähiges Werk vorraus. Fraglich ist daher, ob das bloße Umformulieren eine bestimmte Gestaltungshöhe erreicht, so dass der geistig-schöpferische Gesamteindruck Ihrer Umformulierung als ein eigenes Werk angesehen werden kann.
Hierzu ist eine individuelle sprachliche Gestaltung notwendig. Die bloße Idee ist nicht geschützt, d.h. die Idee Dinge auf eine bestimmte Art zu beschreiben ist nicht geschützt, sondern die verschriftlichte Beschreibung.
Beschreiben Sie diese aber mit ganz anderen Worten, dann liegt darin zumindest nach der Rechtssprechung der "Kleinen Münze", nach der nur ein Minimum an Gestaltungshöhe vorliegen muss, ein eigenes schutzfähiges Werk.

Mit freundlichen Grüßen

Gerth
Rechtsanwalt
Fachanwalt für IT-Recht

Bewertung des Fragestellers 17.07.2010 | 15:26

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