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Darf die Mutter unsere Tochter einfach bei sich behalten?

| 22.05.2011 18:39 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tobias Rösemeier


Bin seit 2001 geschieden. Sorgerecht gemeinsam. Aufenthaltsbestimmungsrecht für 2 Töchter (jetzt 13 und 15 Jahre) wurde 2001 mir, dem Vater, zugesprochen. Ich wohne seit 2 Jahren in Frankreich, Kindsmutter in Deutschland. 15 jährige hat den Wunsch allein zu ihrer Mutter zu ziehen, womit ich nicht einverstanden bin (Kontinuitätsprinzip, Geschwister werden auseinandergerissen, etc.), Mutter unterstützt und forciert diesen Wunsch. Nach einem Besuchswochenende entschliesst sich die 15jährige bei der Mutter zu bleiben, um eine einstweilige Verfügung zu erwirken im Hinblick auf die Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf die Mutter. Dieser Schritt erfolgte auf den Rat einer Person vom Jugendamt.Welche Handhabe habe ich? Darf die Mutter unsere Tochter einfach bei sich behalten? (Sie versteckt sich dahinter nur dem "Wunsch" ihrer Tochter zu folgen und ist nicht gesprächsbereit).

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte. Dieses Forum dient dazu, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung zu verschaffen, kann und soll keinesfalls die Beratung bei einem Kollegen vor Ort ersetzen.

Dies vorausgeschickt, gehe ich auf Ihre Frage wie folgt ein:

Aufgrund Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass der Rückzug zur Kindesmutter bereits länger geplant war und seitens des deutschen Jugendamtes wohl auch unterstützt wird.

Faktisch haben Sie derzeit das Aufenthaltsbestimmungsrecht, so dass Sie beim Familiengericht am Wohnsitz der Kindesmutter einen Eilantrag auf Herausgabe des Kindes stellen können.

Parallel dazu wird allerdings die Kindesmutter selbst, wie von Ihnen beschrieben ein Eilverfahren in die Wege leiten, um sich das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Tochter übetragen zu lassen.

Ich kann Ihre Argumentation bezüglich der Kontinuität und auch der Geschwisterbindung vollkommen nachvollziehen, hierauf und auch auf den weiteren bisherigen Schulbesuch, sollten Sie sich im Eilverfahren über das Aufenthaltsbestimmungrecht auch berufen.

Letztendlich ist Ihre Tochter allerdings schon 15 Jahre alt, so dass dem Wunsch und der Willen des Kindes eine höhere Bedeutung zukommen wird.

Zu prüfen wäre nun, woher der Wille der Tochter herrührt und ob ein Aufenthaltswechsel in Anbetracht des Alters und des Schulbesuches, dem Kindeswohl dient oder ob es für die gedeihliche Entwicklung des Kindes besser ist, wenn es wieder zu Ihnen zurückkehrt.

Sie geben leider in Ihrer Sachverhaltsschilderung keine Anhaltspunkte dazu an, warum Ihre Tochter zur Mutter ziehen möchte, nachdem sie nun 10 Jahre in Ihrem Haushalt gelebt hat.

Für einen erfolgreichen Aufenthaltswechsel zur Kindesmutter müssten hier allerdings gravierende Gründe vorgetragen werden. Aufgrund Ihres Umzuges nach Frankreich, könnte allerdings genau in diesem Punkt die Hauptargumentation liegen, wenn sich Ihre Tochter in der neuen Umgebung nicht integrieren konnte.

Ich kann Ihnen eigentlich nur empfehlen, sich umgehend in die Vertretung eines Fachanwaltes für Familienrecht zu begeben, um dort detailliert die weitere Vorgehensweise abzustimmen, insbesondere, ob der Tochter ein Herausgabeantrag und ggf. eine zwangsweise Abholung bei der Kindesmutter zugemutet werden soll.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung verschaffen. Wenn Nachfragen bestehen, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion des Portals.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -

Nachfrage vom Fragesteller 22.05.2011 | 20:50

Das Hauptargument meiner Tochter ist, dass sie die letzten beiden Jahre, bis zum Abitur, noch bei Ihrer Mutter verbringen möchte; ausserdem habe sie dort mehr Freiheiten und weniger Verflichtungen und Unannehmlichkeiten (kürzerer Schulweg etc.); ihre Mutter wohnt in der Stadt, wir eher ländlich. Wir wohnen direkt an der deutschen Grenze seit 2 Jahren, die Kinder gehen in Deutschland auf die Schule. Die Schulleistungen sind gut, sie hat sich einen Freundeskreis aufgebaut. Es liegen definitiv keine gravierenden Gründe vor. Wir leben in einer Grossfamilie mit 4 Töchtern, ihre Mutter allein.
Was wären gravierende Gründe für einen erfolgreichen Wechsel zur Kindesmutter? Macht sich meine Exfrau eigentlich nicht strafbar, wenn sie meine Tochter bei sich behält und ohne Absprache mit mir schon einen Schulwechsel in die Wege leitet?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.05.2011 | 21:04

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage beantworte ich wie folgt:

Ein Aufenthaltswechsel durch das Gericht kommt nur in Frage, wenn die vorgetragenen Gründe schwerer wiegen als die bisherige Kontinuität.
Die von Ihnen wiedergegebenen Gründe dürften für sich genommen nicht ausreichend sein, zumal ein Schulwechsel damit verbunden ist. Dies ist in der Regel ein doch recht einschneidender Moment.
Das Gericht wird die Tochter diesbezüglich anhören und versuchen, die "wahren" Grunde zu eruieren. Es ist auch zu prüfen, wie gefestigt der Wille des Kindes ist.

Die Kindesmutter verhält sich hier ohne Frage inkorrekt, jedoch macht Sie sich im Sinne des Gesetzes nicht strafbar.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage hiermit beantworten. Bitte berücksichtigen Sie, das Sorgerechtsangelegenheit äußerst vielschichtig sind und aus der Ferne nur bedingt objektiv bewertet werden können.

Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
-Rechtsanwalt-

Bewertung des Fragestellers 22.05.2011 | 20:53

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