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Darf Ehepartner beim Personalgespräch anwesend sein?


05.02.2005 17:34 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Ehefrau ist bei einem großen Unternehmen beschäftigt. Durch einen Unfall ist sie seit 11 Monaten arbeitsunfähig.

Heute erhielt meine Frau ein Schreiben ihres Arbeitgebers, in welchem er sie auffordert, am Dienstag zu einem "Personalgespräch" zu erscheinen, wohlgemerkt, meine Frau ist weiterhin arbeitsunfähig.

Meine Frau befürchtet nun, dass sie in diesem "Personalgespräch" mehreren Personen (Verkausleiter, Gebietsleiter, Personalleiter, Personalleiterassistent usw. ) gegenüber sitzt und unter Druck gesetzt werden soll, entweder einen Aufhebungsvertrag zu unterzeichnen oder dass hinterher irgendwas behaupet wird, was meine Frau gar nicht geäussert hat oder ihre Zustimmung gegeben hatte.

Diese Befürchtung ist nicht abwegig, weil einem ehemaligem Arbeitskollegen meiner Frau vor kurzem ähnliches widerfahren ist.

Daher meine Fragen:

Muss meine Frau - obwohl sie weiterhin ärztlich krankgeschrieben ist, allerdings nicht bettlägerig - zu diesem "Personalgespräch" erscheinen, bzw. was kann ihr passieren, wenn Sie nicht erscheint?

Kann meine Frau darauf bestehen, dass ich sie begleite und während dem Gespräch anwesend bin, sozusagen als seelische Unterstützung und eventuell auch als Zeuge meiner Frau, bzw. auch um sie in der erwarteten Verhandlung zu unterstützen, damit sie nicht "über den Tisch gezogen wird"?


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Guten Abend,

grundsätzlich muß Ihre Frau zu dieser Besprechung erscheinen. Etwas anderes gilt nur dann, wenn die Teilnahme gesundheitsgefährdend wäre. Dies sollte sich Ihre Frau ggf. durch einen Arzt bescheinigen lassen.

Eine Teilnahme von betriebsfremden Personen ist leider nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers möglich. Hierauf hat Ihre Frau keinen Anspruch. Etwas anderes gilt allerdings für die Hinzuziehung von Vertrauenspersonen aus dem Betrieb, etwa einem Vertreter des Betriebsrates. Dies kann Ihre Frau verlangen.

Wenn Ihre Frau an dem Gespräch alleine teilnimmt, gilt immer der Grundsatz: nichts unterscheiben. Sollte seitens des Arbeitgebers etwa eine Aufhebungsvereinbarung angeboten werden, sollte Ihre Frau diese mitnehmen, um sie juristisch in Ruhe überprüfen zu können. Wenn der Arbeitgeber Ihre Frau nicht übers Ohr hauen will, wird er damit einverstanden sein. Immer dann, wenn künstlicher Zeitdruck erzeugt wird ("dieses Angebot gilt nur heute") ist dagegen Vorsicht geboten.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax 04941 60 53 48
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de
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