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Dachterrasse 5 Monate nicht nutzbar wegen Gerüst und Fassadenarbeiten

| 30.03.2019 18:31 |
Preis: 52,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


15:31
Moin moin,

am Freitag, 29.03.2019 haben wir erfahren, dass unsere Dachterrasse ab Montag, 01.04.2019 für ca. 5 Monate eingerüstet und nicht nutzbar ist. Das ganze Haus ist bereits eingerüstet, nur die Dachterrasse noch nicht. Es sollen in der gesamten Fassade die Klinkerriemchen ausgetauscht werden.

Wir haben die Wohnung auch wegen der schönen und großen Dachterrasse (35 m²) angemietet. Sie ist gen Süden ausgerichtet und wir haben uns hier ein kleines Paradies mit Möbeln, Pflanzen und Lichtobjekten eingerichtet.

Wir haben eine Katze die raus will und viele Pflanzen die gegossen werden müssen. Mit dem Bauleiter haben wir abgesprochen, dass wir alle Sachen auf der Dachterrasse auf eine Seite zusammenräumen, damit das Gerüst aufgestellt werden kann. Auch dass 1 Tür frei bleibt, damit die Katze raus kann und ich die Pflanzen gießen kann. Der Rest der Dachterrasse darf nicht betreten werden.

Auch müssen die Plissees jetzt bei Abwesenheit geschlossen werden, damit die Wohnung nicht einsehbar ist und Diebe leichtes Spiel haben. Das heißt auch, dass die Qualität des Wohnens enorm abnimmt. Auch das Lüften wird schwieriger, weil ab Montag dann die Fenster zum Schutz zugeklebt werden.

Wir würden gerne eine Mietminderung vornehmen, wissen aber nicht wie viel wir hier ansetzen können.

Die Wohnung ist 118 m² groß, die Dachterrasse 35 m², 17,5 m² sind im Mietvertrag berechnet worden. Es ist eine hochwertige Neubauwohnung, Baujahr 2014.


30.03.2019 | 19:59

Antwort

von


(893)
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Tel: 03501/5163030
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Sehr geehrter Ratsuchender,

lassen Sie mich Ihre Frage wie folgt beantworten.

Sie werden für fünf Monate 30 % der nutzbaren Fläche nicht benützen können.

Das sind fast 15 % der bezahlten Fläche.

§ 536 Abs. 1 S. 2 BGB sieht eine Minderung der Miete von Gesetzes wegen vor, wenn die Gebrauchstauglichkeit der Mietsache eingeschränkt ist. Da Sie die Terrasse gar nicht nutzen können, müssen Sie diese auch nicht bezahlen.

> Einfach nachzuvollziehen ist daher eine Minderung in Höhe von 15 % der Brutto-Warmmiete, denn es fehlen Ihnen 15 % der bezahlten mietvertraglich geschuldeten Fläche.
Gerade im Frühling/Sommer ist eine nicht nutzbare Terrasse mehr als ärgerlich

> Sucht man nach Urteilen z.B. unter Mietminderungstabelle.de, findet man Folgende für den Fall, dass die Terrasse wegen Bauarbeiten nicht nutzbar ist.

LG Berlin, Urt. v. 25.01.1996, Az. 62 S 321/95 : 19%
AG Potsdam, Urt. v. 09.03.1995, Az. 26 C 406/94 : 5%
AG Eschweiler, Urt. v. 19.05.1994, Az. 5 C 114/94 : 15%

> Eine vollständiger Ausschluss der Nutzbarkeit der Terrasse liegt aber nach Ihren Angaben nicht vor.
Hier sollte ein Abschlag vom Minderungsbetrag vorgenommen 10 % vorgenommen werden.
Der Minderungsbetrag beträgt damit 13,5 %

Für ein stehendes Gerüst ohne weitere Beeinträchtigung hat das AG Wiesbaden mit Urt. v. 25. Juni 2012 – 93
C 2696/11 auf 3 % Minderung erkannt. Andere Gericht würden das als geringfügig ansehen und keine Minderung zusprechen.

>> Alles in allem sollten Sie die Miete um 15 % kürzen.


> Selbst wenn es sich um eine energetische Sanierung (§ 536 Abs. 1a , 555b Nr. 1 BGB ) handelte, und eine Minderung wegen der "Minderung der Tauglichkeit" für drei Monate ausgeschlossen wäre, dürften Sie mindern, weil die Tauglichkeit zur Nutzung praktisch aufgehoben und nicht nur gemindert ist.


Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 02.04.2019 | 14:34

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Ich muss tatsächlich noch eine Frage zu dem Thema stellen:

Wir mussten die Möbel und Lichtobjekte aufgrund der Größe und Menge transportieren und einlagern lassen. Wer trägt dafür die Kosten? Muss der Vermieter sich beteiligen?

Viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.04.2019 | 15:31

Sehr geehrte Ratsuchende,

§ 555a Abs. 3 S. 1 BGB :

"Aufwendungen, die der Mieter infolge einer Erhaltungsmaßnahme machen muss, hat der Vermieter in angemessenem Umfang zu ersetzen."

Ja, der Vermieter hat sich zu beteiligen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 02.04.2019 | 19:40

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