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Dachstuhl - Fertigungsmängel / Konstruktionsmängel

13.01.2014 12:46 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tamás Asthoff


Sehr verehrte Damen und Herren,
ich renoviere gerade unser Einfamilienhaus. Damit im Zusammenhang war die Erneuerung des Dachstuhles notwendig. Ein Architekt lieferte dazu eine Zeichnung mit Berechnung des neuen Dachstuhl. Diese Zeichnung mit Positionen, Maßen und Holzgüte/Festigkeitsklassen habe ich zur Erstellung eines Angebotes an einen Baustoffgroßhändler übergeben und entsprechend dem Angebot bestellt. Lieferant ist ein Sägewerk/Holzhändler Abbundzentrum. Dieser hatte mir Zeichnungen zur Prüfung und Freigabe geschickt. Mit meinen "Sachverstand" habe ich diese Zeichnungen geprüft und freigegeben.
Während dem Aufbau des Dachstuhles und dem Eindecken des Daches sind dann Mängel festgestellt wurden. 1. Mängel in der Fertigung (Zapfen passen nicht zu den Löchern, falsch gesägte Längen und Bögen, zum Teil fehlende Ansetzlinien) und 2. Mängel in der Konstruktion (fehlende Bauteile, falsche Winkel in den Gauben). Diese Mängel wurden dem Großhändler und dem Lieferanten mitgeteilt mit der Bitte um Vor-Ort-Besichtigung. Dieser Bitte um Besichtigung wurde nicht entsprochen nachgekommen.
Der Dachstuhl wurde aufgestellt im August 2013 und eingedeckt von September bis November 2013.
Am 24.09.2013 habe ich ein Schreiben an den Lieferanten geschickt, wo ich Ihm mit einer Frist zum Widerspruch (08.10.2013) mitteilte, das ich einen Preisnachlass von 1700 € fordere. (unbürokratisch, ohne Gutachter und Anwalt). Nachdem ich keinen Widerspruch erhalten habe, habe ich dann am 18.12.2013 eine Rechnung gestellt. Zahlungsziel 03.01.2014. Am 06.01.2014 erreichte mich ein Schreiben des Lieferanten. Darin teilte er mir mit, das er nicht zahlen möchte und mir bereits am 30.09.2013 eine E-Mail mit der Ablehnung geschickt hätte (lag bei). Diese E-Mail hat mich aber nie erreicht, weil der Lieferant eine falsche E-Mail Adresse verwendet hatte. Nun werde ich heute eine 1. Mahnung zur Rechnung verschicken, mit der Begründung, das er nicht fristgemäß, rechtskräftig widersprochen hat und damit meinen Vorschlag angenommen hat. Nun meine Frage: Wie muss ich weiter vorgehen, wenn der Lieferant nicht zahlen möchte ?
Vielen Dank, Mit freundlichem Gruß

Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für die gestellte Frage.

Sie fragen nach dem weiteren Vorgehen, wenn der Lieferant nicht zahlen will. Dabei setzen Sie die Mangelhaftigkeit der Lieferung jedoch schon voraus (Im Streitfall wäre dies noch genauer zu prüfen):

Wenn Sie einen vermeintlichen Anspruch durchsetzen möchten, empfiehlt sich immer zunächst eine Zahlungsaufforderung mit Zahlungsziel(Frist) zu setzen-genau wie Sie es schon getan haben.

Bei fruchtlosem Fristablauf muss jedoch nochmals gemahnt werden ( Mahnung, ebenfalls mit Zahlungsziel/Frist ).

Sollte auch auf die Mahnung kein Zahlungseingang erfolgen, gerät ein Schuldner in Verzug - § 286 BGB :

Leistet der Schuldner auf eine Mahnung des Gläubigers nicht, die nach dem Eintritt der Fälligkeit erfolgt, so kommt er durch die Mahnung in Verzug.

Verzugsbedingt haben Sie ggf. einen Anspruch auf Ersatz von Verzugskosten und Rechtsanwaltskosten!

Zur Durchsetzung des Anspruchs empfiehlt es sich dann, ein Mahnverfahren zu betreiben- dies ist ohne Anwalt möglich. Sie teilen im Online-Mahnantrag die Anspruchshöhe etc. mit, der Mahnbescheid wird dann (ungeprüft) zugestellt.

Sollte der Gegner Einwände haben, so hat er diese dem Gericht innerhalb kurzer Zeit mitzuteilen, ansonsten erreichen Sie eine antragsgemäße Verurteilung(Vollstreckungstitel).

https://www.online-mahnantrag.de

Den Mahnantrag kann auch ein beauftragter Rechtsanwalt für Sie stellen.

Nun zur materiellen Seite: Die Tatsache, dass Sie eine Frist zum "Widerspruch"gesetzt haben, entfaltet keine rechtliche Wirkung. Anders ausgedrückt; wenn der Gegner Ihrem Anspruchsschreiben nicht widerspricht, hat dies nicht etwa automatisch dein Eingeständnis oder Anerkenntnis des Anspruchs zur Folge! Soetwas sieht das Gesetz nicht vor. Ob Sie die Email erreicht hat oder nicht, spielt daher nur eine untergeordnete Rolle.

Sollte der Anspruch wegen Mängeln und fehlerhafter Lieferung usw. tatsächlich bestehen, ist es also ratsam, nochmals zu mahnen und dann das Mahnverfahren zu betreiben.

Widerspricht der Gegner dem Mahnantrag, so wird die Sache übrigens anschliessend an das zuständige Gericht verwiesen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Tamás Asthoff, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 13.01.2014 | 13:52

Wenn ich Sie nun richtig verstehe, ist meine grundsätzliche Vorgehensweise gegen den Lieferanten des Dachstuhles richtig (nicht gegen den Großhändler? mit:
1. Rechnung (mit Zahlungsziel)- erfolgt
2. 1.Mahnung (mit Zahlungsziel) - heute
3. Mahnantrag (oder 2. Mahnung ??
Vielen Dank, Mit freundlichem Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.01.2014 | 13:58

Guten Tag,

einer zweiten Mahnung bedarf es nicht!

Mfg

RA Asthoff

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