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Dachschaden

| 06.05.2015 17:47 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Meine Tante bewohnt ein älteres Einfamilienhaus, das früher zu einem landwirtschaftlichen Betrieb gehörte. Darunter befindet sich u.a. auch eine Scheune, die mit Kunststoffschiefer gedeckt ist.

In der Nacht vom 29-/ auf 30/03.2015 fielen von diesem Dach der Scheune einige Schieferplatten herunter und beschädigten das Auto des Nachbarn. Da meine Tante bis zu diesem Zeitpunkt keine Haftpflichtversicherung abgeschlossen hatte, erklärte sie sich bereit, für den Schaden aufzukommen. Sie wies allerdings den Geschädigten darauf hin, dass er den Schaden über seine Teilkaskoversicherung abwickeln könnte, was dieser jedoch ablehnte.

Trotz dieser Zahlungswilligkeit (und der auch inzwischen erfolgten Begleichung) hatte der Nachbar einen Anwalt mit der Abwicklung eingeschaltet. Der Anwalt seinerseits hat nun ebenfalls eine entsprechende Gebührenrechnung an meine Tante zur Zahlung gesandt.

Ich bitte Sie um die Beantwortung folgender Fragen:

1) Am 30.03.2015 bestanden bereits stärkere Windverhältnisse, die sich am 31.03.2015 zum Orkan „Niklas" entwickelten. Es könnte also ohne weiteres gegeben sein, dass das Herunterfallen durch die Windverhältnisse entstanden ist. (Angaben gemäß Deutscher Wetterdienst Offenbach). Das Dach wurde vor cirka 3-Jahren von einem Handwerksbetrieb ausgebessert. Wäre es dem Geschädigten daher zuzumuten, seine Teilkasko in Anspruch zu nehmen?

2) Ist meine Tante verpflichtet, die Anwaltskosten zu übernehmen, obwohl sie von Anfang an gewillt war, den Schaden zu regulieren ?

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Die Tatsache, dass Dachziegel vom Dach der Scheune Ihrer Tante auf das Auto des Nachbarn gefallen sind, verpflichtet ihre Tante als Grundstückseigentümerin zur Leistung von Schadensersatz, wenn sie die ihr obliegende Verkehrssicherungspflicht als Eigentümerin verletzt hat.
Das wäre z.B. der Fall, wenn der Dachstuhl zum Zeitpunkt des Schadensereignisses reparaturbedürftig bzw. marode gewesen wäre. Ob dies der Fall war, vermag ich natürlich leider nicht zu beurteilen.
Allein die Tatsache, dass das Dach drei Jahre zuvor von einem Handwerksbetrieb ausgebessert worden ist, gibt keinen Aufschluss über den Zustand des Daches am Schadenstag. Bei älteren Dächern dürfte jedoch eine regelmäßige Kontrolle des Daches in kürzeren Abständen, insbesondere nach jedem Sturm erforderlich sein.
Zumindest einem normalen Sturm muss ein ordentlich gewartetes Dach standhalten.
Der Autobesitzer, dem ein Ziegel bei einem Sturm auf sein Auto fällt, kann sich zunächst an den Grundstückseigentümer wenden. Die Teilkaskoversicherung würde ohnehin grundsätzlich erst haften ab Windstärke 8. Ob diese Windstärke zum Zeitpunkt des Schadenseintritts erreicht wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.
Die Schadensersatzpflicht Ihrer Tante bei Verletzung des Eigentums des Geschädigten umfasst die Kosten der Beauftragung des gegnerischen Anwaltes als so genannte Rechtsverfolgungskosten gem. § 249 BGB, wenn die Notwendigkeit anwaltlicher Hilfe für dessen Durchsetzung erforderlich war. Die Beauftragung eines Anwaltes ist erforderlich, wenn Gegner sich dem Grunde oder der Höhe nach weigert, den Schaden zu begleichen.
Diese Voraussetzung scheint mir nach Ihrer Schilderung des Sachverhaltes nicht erfüllt zu sein, da Sie ja angeben, Ihre Tante sei von Anfang an zahlungswillig gewesen.
Es wird letztlich aber hinsichtlich der Erstattungspflicht auch darauf ankommen, wann Ihre Tante gezahlt hat, d.h. ob die Zahlung ohne nennenswerte Verzögerung erfolgte oder ob wegen einer Zahlungsverzögerung ein Anwalt beauftragt wurde.


Ich hoffe, Ihre Fragen verständlich beantwortet zu haben und Ihnen hiermit eine rechtliche Orientierung gegeben zu haben.
Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich .

Mit freundlichen Grüßen

Lucia König
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 06.05.2015 | 21:50

Sie ist also nach Ihren Ausführungen nicht zur Zahlung der Anwealtsgebühren verpflichtet, da eine sogenannte Rechtsverfolgung nicht erforderlich gewesen ist (unmittelbar erfolgte Zahlung bei Vorliegen des Sachverständigengutachtens und vorheriger mündlich und schriftlich gegebener Zahlungszusage) ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.05.2015 | 23:26

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Nach der gefestigten Rechtsprechung des BGH ( z.B. NJW 1995, 446,447) sind dem Geschädigten diejenigen Kosten zu ersetzten, die aus seiner Sicht zur Wahrung seiner Rechte erforderlich und zweckmäßig sind.
Nur wenn die Verantwortlichkeit für den Schaden und damit die Haftung dem Grunde und der Höhe nach von vornherein klar ist, so dass aus Sicht des Geschädigten kein vernünftiger Zweifel daran bestehen kann, dass der Schädiget seiner Ersatzpflicht nachkommen wird, ist die Hinzuziehung eines Rechtsanwaltes schon für die erstmalige Geltendmachung des Schadens nicht erforderlich.
Ist hingegen der Schadensfall schwieriger gelagert, darf der Geschädigte sogleich einen Anwalt beauftragen.
Ob in Ihrem Fall der Geschädigte vernünftige Zweifel an der Zahlung durch Ihre Tante haben konnte, vermag ich hier letztlich ohne genaue Kenntnis des Schriftverkehrs zwischen Ihr und der Gegenseite seriös nicht zu beurteilen. Hier dürften insbesondere die genaueren Aussagen und Umstände in Bezug auf die Äußerungen zur Inanspruchnahme der Teilkaskoversicherung eine Rolle spielen.
Wenn die Schuld sofort anerkannt wurde und Ihre Tante sich auch sogleich "ohne wenn und aber" verpflichtet hat, den Schaden entsprechend der im Gutachten festzustellenden Summe zu zahlen, sehe ich keinen Grund , die Anwaltskosten auszugleichen.
Ich hoffe, Ihre Nachfrage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für Ihre positive Bewertung, über die ich mich sehr gefreut habe.

Mit freundlichen Grüßen

Lucia König
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 06.05.2015 | 21:52

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