Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
505.255
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Dachsanierung eines Wohngebäudes, mit derzeitigem Baustopp

14.11.2011 14:24 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Sehr geehrte Rechtsanwälte,

ich habe bezüglich einer

Dachsanierung eines Wohngebäudes,
mit derzeitigem Baustopp

einige Fragen.


Sachverhalt:

Dachsanierung eines Wohngebäudes.
Wohnanlage mit 5 baugleichen Wohngebäuden, Baujahr 1978.
Dachfläche 390m², war mit Bitumen / Schiefer- Dach gedeckt.

Miteigentümer schlug Dachdecker in der Nähe der Wohnanlage vor, was ich auch für richtig halte.
Bei der Eigentümerversammlung wurde der Auftrag dem vorgeschlagenen Dachdeckerbetrieb erteilt.
Dacheindeckung mit Betondachsteinen,
Gewicht ca. 18,4 Tonnen wurde gewählt.

Der Dachdecker äußerte bei Auftragserteilung einige Bedenken betreffend des erheblichen Mehrgewichtes.
An einer Mittelpfette wurde eine Verformung festgestellt, die Last auf dem Dachstuhl erhöht sich um ca. 11,5 Tonnen, und es kann auch zu einer Rissbildung im Dachgeschoss kommen.
(Schriftlich festgehalten im Angebot des Dachdeckers und Protokoll der Hausverwaltung.)

Ich teile diese Bedenken, da sich in einem Nachbargebäude starke Risse im Dachgeschoss gebildet haben.

Der Dachdecker hat mit den Arbeiten begonnen, jedoch ist derzeit Baustopp.

Der Dachdecker hat einen Statiker hinzugezogen welcher sagt, das die Dacheindeckung nur für das leichte Bitumen / Schiefer- Dach ausgelegt ist,
welches ein Gewicht von ca. 7 Tonnen hat.

Die 4 anderen Wohngebäude wurden die letzten Jahre von einem anderen Dachdecker gedeckt, teils mit Tondachziegel und teils mit Betondachsteinen.
Diese Dachdeckerfirma, welche die anderen 4 Wohngebäude neu gedeckt hat, wurde von der Hausverwaltung empfohlen und beauftragt.

Der aktuelle Dachdecker schlägt ein leichtes Dach, z.B. Aluminium- Dach vor.
Die Hausverwaltung möchte gerne dem neuen Dachdecker den Auftrag entziehen, und seinem Dachdecker den Auftrag geben.
Dafür wurde eine neue Eigentümerversammlung angesetzt.
Frage:
Wenn der Hausverwalter es schafft, seinem Dachdecker den Auftrag zu geben, wer haftet für eventuelle Schäden wie Risse im Dachgeschoss,
oder schwerwiegendere Schäden?

Frage:
Ist es überhaupt legitim, ein Betondachstein- Dach mit dem Gewicht von 18,4 Tonnen auf eine Dachkonstruktion zu setzen, welche vermutlich nur auf ein Gewicht von 7 Tonnen ausgelegt ist?

Die anderen 4 Gebäude wurden, mit schweren Dächern in den letzten Jahren neu eingedeckt, anscheinend ohne neue Berechnung der Statik.
Eine Auskunft bekomme ich von dem Hausverwalter nicht.

Frage:
Habe ich als Miteigentümer ein Recht die Statik des Gebäudes, wo ich eine Wohnung besitze, einzusehen?

Frage:
Wenn der Hausverwalter es bei der Eigentümerversammlung durchbekommt,
per Mehrheitsbeschluss dem aktuellen Dachdecker den Auftrag zu entziehen, und seinem Dachdecker den Auftrag zu erteilen, wer haftet für entuelle
Forderungen des aktuellen Dachdeckers, welcher auch von der Eigentümer- Gemeinschaft einen Auftrag hat?

Wenn möglich, bitte Anwalt von Nordbayern.

Danke.
Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage aufgrund der vorliegenden Informationen und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

I.
Mit dem Dachdecker wird ein Werkvertrag geschlossen. Daher ergeben sich Mängelansprüche aus den gesetzlichen Vorschriften, vgl. § 633 ff. BGB, gegenüber dem Handwerker. Gegen den Hausverwalter könnten jedoch Schadensersatzansprüche direkt bzw. aus Zurechnungsgesichtspunkten geltend gemacht werden.

Ein Schadensersatzanspruch gegen den Verwalter direkt liegt jedoch nur vor, wenn er ohne ermächtigende Beschlussfassung der ohne ermächtigende Beschlussfassung der Eigentümerversammlung und ohne dass die Voraussetzungen einer Notgeschäftsführung gegeben sind, bauliche Maßnahmen und/oder Handwerkerleistungen in Auftrag (LG Nürnberg-Fürth, Urteil vom 01.12.2010, Az. 14 S 828/10).
In Ihrem Fall obliegt es letztendlich den Wohnungseigentümern, einen Beschluss über die Reparatur herbeizuführen.

Eine Zurechnung eines etwaigen Verschuldens des neuen Unternehmers kommt ebenfalls nicht in Betracht, da der beauftragte Unternehmer nicht Erfüllungsgehilfe des Verwalters ist. Der Verwalter schuldet nämlich nicht die Instandsetzung (BayObLG WuM 1992, 389; Palandt/Bassenge: WEG, 68. Aufl., §27, Rn. 6).
So sehen es auch das OLG Frankfurt (Beschluss vom 28.05.2009, Az. 20 W 115/06) und das AG Hamburg-Blankenese (Teilurteil vom 12.08.2009, Az. 539 C 50/08).

Im Ergebnis kann der Verwalter daher nicht in Anspruch genommen werden.

II.
Zu Frage, ob es legitim ist, ein viel schwereres Dach auf eine Dachkonstruktion zu setzen, kann ich Ihnen leider keine Antwort geben. Dies kann nur ein Sachverständiger beurteilen. Jedenfalls würde ich Ihnen eindringlich raten, die Statik des Hauses genau zu prüfen. Wenn bereits Risse auftreten sowie der Handwerker als auch ein Statiker von dem Bau abraten, ist die Situation eigentlich klar.

III.
Gegenüber dem Bauträger der Wohneinheit bzw. den Bauträger-Verwalter steht Ihnen ein Recht auf Herausgabe der Bauunterlagen zu. Dazu müssen Sie jedoch ein berechtigtes Interesse vortragen.

Dies wäre hier gegeben, da Sie bzw. die Wohnungseigentümergemeinschaft konkrete Umbau- bzw. Reparaturmaßnahmen planen (vgl. BayObLG, Beschluss vom 23.03.2001, Az. 2Z BR 6/01; LG München, Urteil vom 02.03.2007, Az. 2 O 23839/06).

IV.
Der Auftrag des aktuellen Dachdeckers wurde durch den Beschluss der Gemeinschaft genehmigt. Daher haftet die Eigentümergemeinschaft für dessen Forderungen, da ein wirksamer Werkvertrag mit ihm geschlossen wurde.

Diesbezüglich wäre es sicherlich sinnvoll, auch den weiteren Auftrag mit diesem Dachdecker abzuschließen, da zwar eine Kündigung des Auftrages möglich ist, der Dachdecker dann jedoch seinen noch ausstehenden Werklohn gemäß § 649 BGB fordern darf.

Bitte beachten Sie noch, dass dies nur eine erste Einschätzung der Rechtslage ist.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort weitergeholfen hat und verweise bei Unklarheiten oder Rückfragen auf die kostenlose Nachfragefunktion. Gerne können Sie mich auch direkt kontaktieren.

Mit besten Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 65485 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle und vorallem verständliche antworten , mit dennen ich auch was anfangen kann. Danke vielmals ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Meine Frage wurden geklärt..... ich bedanke mich dafür lieben Gruß ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super schnell und super freundlich ...
FRAGESTELLER