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Dachneueindeckung


24.11.2012 14:54 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Oktober - Angebot erhalten für Dachneueindeckung Dachhälfte 5300 Euro für 54 qm.

02. November 2012 – Auftragserteilung per Email.

19. November 2012 - Um 8:30 Uhr kam Dachdecker und Helfer, baute das Gerüst auf.
Er forderte mich auf, die Isolierung der Stromkabel anzufordern, was ich sofort tat, aber erst in 3 Tagen erfolgen konnte. Das wäre Pflicht des Dachdeckers gewesen.
Als das Gerüst stand, zeigte mir der Dachdecker ein paar lose Schiefer und wollte plötzlich 3000 Euro mehr haben, da es angeblich 88 qm Dachfläche sei. Ich habe genau nachgemessen und festgestellt, dass es 64 qm sind. (9,2 x 6,9).
Es waren also 20 % mehr als die ursprünglichen 54 qm laut Angebot. Demzufolge müsste der Preis 5300 Euro plus etwa 20 % = 6350 Euro betragen. Ich bat um einen Festpreis, da ich befürchten musste, dass weitere Überraschungen kommen.

20. November, der Dachdecker und ein Helfer erschienen um 10 Uhr. Er hatte das neue Angebot in Höhe von 6900 Euro dabei und wir einigten uns auf Ausführung zu diesem Festpreis. Er wollte 3000 Euro Anzahlung haben, wovon bei Auftragsvergabe nie die Rede war. Ich teilte ihm mit, dass ich dazu nicht bereit bin und zahlte nur 1000 Euro an. An diesem Tag wurde nur der Vertrag gebracht und Geld kassiert, Arbeiten fanden nicht statt.

21. November – der Dachdecker und ein Helfer kamen um 8:30 Uhr. Vorher habe ich den etwas schlampigen Zustand der Baustelle per Video festgehalten. Die Baustelle wurde um 15:15 Uhr verlassen. Die Dachrinne wurde angebracht, die Gaube vorne wurde neu mit Kunstschiefer verkleidet.

22. November – der Dachdecker und ein Helfer kamen um 8:30 Uhr. Die Gaube wurde an einer Seite verkleidet, ca. 20 qm, Dachfläche wurde abgedeckt und mit Unterspannbahnen und Latten versehen. Zwei Fenster wurden in eiliger Manier eingebaut, krumm und schief. Sie wurden von mir noch in der gleichen Nacht ausgebaut, neu ausgerichtet und neu eingebaut.

23. November - um 10 Uhr kam das Gewerbeaufsichtsamt und reklamierte das Baugerüst, da an den Traufen nicht eingerüstet usw. Der Dachdecker kam erst um 13 Uhr und holte sein gesamtes Werkzeug und die Aufzüge. Nur das Gerüst blieb zurück. Telefonisch nötigte mich der Dachdecker, ihm einen zweiten Abschlag in Höhe von 2000 Euro zu zahlen. Bei Weigerung will er am Montag das Gerüst abbauen und auf eine andere Baustelle gehen.
-----------------
Gesamt geleistete Arbeitszeit: 18 Stunden, 2 Personen
-----------------
24. November, Samstag – ab 8 Uhr versuchte mich der Dachdecker weiterhin unter Druck zu setzen, damit ich weitere Vorauszahlungen mache. Um 13 Uhr erhielt der Dachdecker von mir ein Telefax, in welchem ich ihn auffordere, festgestellte Mängel an seinen Arbeiten zu beseitigen. Gleichzeitig wurde per Einschreiben mit Rückschein Frist zur Fertigstellung des Auftrages bis 8. Dezember gesetzt unter Androhung von Schadenersatz. Daraufhin kam folgende Antwort per Email:
------------------
Hallo Auftraggeber,
Da Sie mir nicht per Telefon oder vor Ort Termin bereit Sind werden wir die Arbeiten Abbrechen und wir werden am Montag unser Gerüst und die Dachziegel die unserer Firma XXX GmbH gehören abholen . Sie wiesen das der Auftrag per Mail bestätigt wurde und am Dienstag den 20.12.2012 Unterschrieben wurde und vor der Unterschrift habe ich Ihnen mitgeteilt das eine Anzahlung fällig sind. wir haben uns dann ausgemacht das wir 1000€ bekommen und am Ende der Woche noch mal 2000€ bekommen leider haben Sie schlich nicht Dran gehalten und Sie haben mir versprochenen das wir am Freitag alles klären können auch da sind Sie nicht da gewesen wegen eines Auftrages da wir dann Telefoniert haben und Sie da mit kein Problem haben den Betrag zu Zahlen Legt ich Ihnen Eine Abschlage Rechnung in Briefekasten habe Ich mache Ihnen eine vorschlag das ich Morgen so Ca:14 Uhr zu Ihnen komme und wir das Klären
-------------------
von den vielen Rechtschreibfehleren einmal abgesehen, droht er mir als weiterhin, statt die Mängel zu beseitigen, das Gerüst in ordnungsgemässen Zustand zu versetzen usw.

Meine Fragen:

1. Darf der Dachdecker das seiner Firma gehörende Gerüst und die gelieferten Ziegel abholen, obwohl ich 1000 Euro angezahlt habe oder darf ich ihm den Zugriff verweigern?
Es gibt immerhin Mängel an seinen Dacharbeiten und ich brauche ja eine Sicherheit, da er bereits eine Insolvenz hinter sich hat, wie ich nach Auftragsvergabe erfuhr.

2. Hat er mit seiner obigen Email den Vertrag nun gekündigt?

3. Darf ich eine andere Firma beauftragen? (schwerer Schneefall ist angekündigt, Dach ist zum Teil ungeschützt)

24.11.2012 | 16:14

Antwort

von


47 Bewertungen
Strasse des Friedens 23
99094 Erfurt
Tel: 03613477240
Web: www.rechtsanwalt-erfurt.info
E-Mail:
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1.
Der Werkunternehmer darf das in seinem Eigentum stehende Gerüst abbauen. Sie sollten Ihn hieran nicht hindern. Hierfür ist es unerheblich, ob Sie bereits eine Abschlagzahlung geleistet haben oder nicht.
Grundsätzlich erhält der Werkunternehmer seinen Werklohn nach mangelfreier Abnahme des Werkes. Es kann vertraglich die Leistung von Abschlagzahlungen geregelt werden. Ebenso enthält § 632a BGB eine gesetzliche Regelung zu Abschlagszahlungen. An dieser Stelle ist eine Einschätzung zum Umfang der bisher ausgeführten Arbeiten, und damit zur Frage der Angemessenheit von Abschlagszahlungen nicht möglich.

2.
Eine Kündigung des Vertragsverhältnisses in der Email kann ich nicht erkennen. Der Dachdecker droht mit der Entfernung des Gerüstes, nicht mit einer endgültigen Leistungsverweigerung.

Sie haben bisher richtig gehandelt. Sie haben dem Auftragnehmer eine Frist zur Fertigstellung der Arbeiten gesetzt. Sollte diese erfolglos verstreichen, so sollten Sie ihm eine kurze Nachfrist von 1 Woche setzten und hernach Ihrerseits den Vertrag kündigen, was Sie in der Nachfristsetzung ankündigen sollten.

Sie sollten es bereits aus Gewährleistungsgründen aber unterlassen in die Leistung einzugreifen.

3.
Soweit für ihr Eigentum Gefahr im Verzuge ist, mithin größerer Schaden droht, können Sie die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen ergreifen, bzw. durch eine Fachfirma ausführen zu lassen.

Sie sollten jedoch vermeiden, vor Ablauf der Nachfrist die Leistung durch Dritte ausführen zu lassen. In diesem Falle würde Ihre Kündigung als freie Auftraggeberkündigung gewertet und der Auftragnehmer hätte Anspruch auf den Werklohn gem. § 649 BGB. Er müsste sich hierbei jedoch die ersparten Aufwendungen anrechnen lassen. Das Gesetz vermutet einen zu beanspruchenden Gewinn in Höhe von 5%.

Natürlich können Sie als Auftraggeber jederzeit kündigen und die Arbeiten von einem anderen Unternehmen ausführen lassen, dann aber mit den vorstehenden Konsequenzen.

In Ihrem Fall würde ich zunächst die Dachdeckerinnung von dem merkwürdigen Geschäftsgebaren ihres Mitgliedes informieren. Bei dieser Gelegenheit können Sie gleich überprüfen ob Ihr Dachdecker überhaupt in die Handwerksrolle eingetragen ist.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Fachanwalt Bau- u. Architektenrecht, Miete- u. WEG Torsten Vogel, Rechtsanwaltogel


Nachfrage vom Fragesteller 24.11.2012 | 16:21

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Das mit dem Gerüst ist klar, das gehört ihm. Aber wie verhält es sich mit den Dachziegeln? Ich habe ja durch die Anzahlung nicht nur Lohn, sondern auch Material bezahlt.

Kann ich nicht darauf bestehen, dass die Ziegel (Wert 500 Euro) hier bleiben? Vor allem auch deshalb, weil die bisher geleistete Arbeit Mängel aufweist?

Er könnte ja sonst einfach verschwinden und mich mit den Mängeln sitzen lassen. Ist er insolvent, erhalte ich weder Nachbesserung noch Schadenersatz.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.11.2012 | 16:56

Eine Berechtigung zur Verweigerung der Herausgabe der bereits angelieferten Dachziegel kann sich aus § 632a I 5 BGB ergeben. Dort ist geregel wie folgt:

(1) Der Unternehmer kann von dem Besteller für eine vertragsgemäß erbrachte Leistung eine Abschlagszahlung in der Höhe verlangen, in der der Besteller durch die Leistung einen Wertzuwachs erlangt hat. Wegen unwesentlicher Mängel kann die Abschlagszahlung nicht verweigert werden. § 641 Abs. 3 gilt entsprechend. Die Leistungen sind durch eine Aufstellung nachzuweisen, die eine rasche und sichere Beurteilung der Leistungen ermöglichen muss.

Die Sätze 1 bis 4 gelten auch für erforderliche Stoffe oder Bauteile, die angeliefert oder eigens angefertigt und bereitgestellt sind, wenn dem Besteller nach seiner Wahl Eigentum an den Stoffen oder Bauteilen übertragen oder entsprechende Sicherheit hierfür geleistet wird.

Sie müssten in diesem Fall darauf beharren, dass Sie die Abschlagszahlung insbesondere auf Grund der Anlieferung und Übereignung der Dachziegel geleistet haben.
Jedoch ist fraglich, ob Sie einen Abtransport durch den Auftragnehmer tatsächlich verhindern können.

ANTWORT VON

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