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Dachentwässerung vom Nachbarn unterbrochen


16.11.2007 20:07 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht



45 Jahre lang wurde das Dach meines Reihenmittelhauses über die Fallrohre der beiden Nachbarhäuser entwässert. Mein Haus hat keine Fallrohre und keine dazugehörigen Entwässerungskanäle. Ein neuer Besitzer eines Nachbarhauses hebt nun sein Dach an und verhindert nun voraussichtlich die Dachentwässerung meines Hauses zu 50 Prozent. Ich habe es ihm gestattet, mir allerdings alle Rechte vorbehalten. Kann ich momentan oder bei einsetzenden Entwässerungsschwierigkeiten mit Recht einen Anteil der entstehenden Kosten von meinem Nachbarn erfolgreich einfordern?

-- Einsatz geändert am 16.11.2007 20:40:54
Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Grundsätzlich sind Sie selbst gehalten, dass auf Ihrem Grundstück anfallende Niederschlagswasser abzuleiten bzw. zu verhindern, dass dieses auf das Nachbargrundstück übertritt.

Sollte es sich bei der vorhergehenden langjährigen Praxis der Ableitung des Regenwassers über das Nachbarhaus lediglich um eine Gefälligkeit gehandelt haben, die einer vertraglichen Grundlage entbehrt, haben Sie leider keinen Anspruch auf eine Fortführung derselben.

Da es sich um eine Pflicht Ihrerseits handelt, haben Sie leider auch keinen (teilweisen) Kostenerstattungsanspruch gegen Ihren Nachbarn, wenn Sie gezwungen sind, eine eigene Entwässerungsanlage zu errichten.

Abschließend möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt, die eine umfassende rechtliche Begutachtung nicht ersetzen kann. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Mit freundlichen Grüßen

Maik Elster
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 17.11.2007 | 11:29

Vielen Dank für Ihre umgehende Antwort. Ich habe das Haus vor 45 Jahren ohne Fallrohre und dazugehörige Entwässerungskanäle vom VdK (Verband deutscher Körper- und Kriegsversehrter)gekauft, nachdem er es für mich und meine Familie reserviert hatte. Ich habe keine Verträge oder Unterlagen über die Dachentwässerung. Die gegebene Dachentwässerung wurde mir als Selbstverständlichkeit hingestellt. Ich habe gehört, dass es ein gewisses Bestandsrecht gibt. Gibt dieses Recht in NRW nicht?
Besten Dank im Voraus für Ihre Mühe.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.11.2007 | 14:54

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Grundsätzlich gibt es Bestandsschutz im Baurecht hinsichtlich der Rechtmäßigkeit einer baulichen Anlage. Daher erscheint es mehr als zweifelhaft, dass Sie aus dieser Rechtsfigur Ihrem Nachbarn gegenüber einen Anspruch auf (teilweise) Kostenerstattung herleiten könnten.

Natürlich könnte man davon ausgehen, dass die Entwässerung Ihres Hauses durch das Nachbardach auf Grund eines nachbarschaftlichen Gemeinschaftsverhältnisses und jahrelanger Übung auch in Zukunft wie gewohnt erfolgen sollte bzw. ein Ausgleich für den Wegfall zu leisten wäre.

Jedoch kommt in Ihrem Fall der Umstand hinzu, dass es sich um einen neuen Nachbarn handelt. Wenn es keine vertragliche oder zumindest schriftlichen Anhaltspunkte für eine verbindliche Vereinbarung hinsichtlich der Entwässerung gibt, ist eine Anspruchstellung auf Beteiligung an den Herstellungskosten für eine eigene Dachentwässerung schwierig durchzusetzen.

Leider kann ich Ihnen keine erfreulichere Auskunft geben und rate Ihnen daher, eine einvernehmliche Lösung mit Ihrem Nachbarn zu suchen (z.B. gemeinschaftliche Entwässerungsanlage etc.).

Mit freundlichen Grüßen

Maik Elster
Rechtsanwalt

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