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Dachentlüftung an der Nachbargrenze


26.01.2018 20:33 |
Preis: 66,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,

ich habe einen Anbau direkt an der Grundstücksgrenze zum Nachbarn erstellt. Der Nachbar hat der Errichtung zugestimmt und der Bauantrag wurde genehmigt. Der Anbau dient zur Unterbringung von Pflanzen und ist als Wintergarten/Orangerie genehmigt worden.

Das Flachdach wurde mit einer Kunststoff Dach- und Dichtungsbahn abgedichtet.

Da Pflanzen Wasser benötigen ist ein Ausgussbecken mit Wasserhahn und Abfluss vorgesehen. Die DIN 1986-100 sieht bei Abwasserrohren eine Entlüftung über Dach vor. Die Entlüftung ist im Flachdach angebracht ca. 1m von der Grundstücksgrenze entfernt.

Des Weiteren ist ein weiters Rohr im Dach angebracht, zur Belüftung. Da das Gebäude dicht und nicht beheizt ist, wird der Anbau über dieses Rohr belüftet. Die Pflanzen benötigen ausreichend frische Luft.

Da meinem Nachbar das Dach nicht gefällt, hat er die Bauaufsicht eingeschaltet, dass es sich bei dem Dach um keine harte Bedachung handeln würde und er Angst hat im Brandfall der Leidtragende zu sein. Natürlich hat er bei dieser Gelegenheit noch die Lüftungsrohre moniert.

Nun sehe ich kein Problem bei der Anschuldigung, eine falsche Bedachung verbaut zu haben, da es sich um eine Folie handelt die Flieskaschiert ist und eine Zulassung DIN 4102-7 (harte Bedachung) hat. Man kann das von außen nicht sehen und somit ist die Sorge auch verständlich.

Ich wende mich an Sie, weil ich nirgends eine Vorschrift finde, dass ich die Luft- / Abluftrohre nicht direkt in unmittelbarer Nähe der Nachbargrenze auf dem Dach verbauen darf. Es entstehen durch den Lüftungs- bzw. Abluftvorgang keine Geräusche die den Nachbarn stören könnten.

Mein Haus und der Anbau befinden sich im Altort und es gibt keinen Bebauungsplan.

Gibt es eine solche Vorschrift und wenn ja, wo steht sie geschrieben? Muss ich die Rohre abbauen oder versetzen? Muss im Bauantrag explizit eine Wasserentnahmestelle für die Pflanzen genannt sein. Bei einer Orangerie halte ich dies für Selbstverständlich.

Vielen Dank für Ihren Rat.

26.01.2018 | 22:01

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Bauantrag für den Anbau wurde genehmigt und Ihr Nachbar hat ihm zugestimmt.

Wenn der Anbau gemäß der Baugenehmigung erfolgt ist, kann Ihr Nachbar hiergegen keine Einwendungen erheben.

Die gesetzlichen Anforderungen an Lüftungsanlagen von Gebäuden sind in § 36 der Hessischen Landesbauordnung (HBO) geregelt.

Lüftungsanlagen müssen betriebssicher und brandsicher sein; sie dürfen den ordnungsgemäßen Betrieb von Feuerungsanlagen nicht beeinträchtigen (§ 36 Abs. 2 HBO).

Lüftungsleitungen, die trennende Wände und Decken, für die eine Feuerwiderstandsfähigkeit vorgeschrieben ist, überbrücken, sind so herzustellen, dass Feuer und Rauch ausreichend lang nicht übertragen werden können (§ 36 Abs. 3 HBO).

Lüftungsanlagen sind so anzuordnen und herzustellen, dass sie Gerüche und Staub nicht in andere Räume übertragen. Die Weiterleitung von Schall in fremde Räume muss gedämmt sein (§ 36 Abs. 4 HBO).

Daneben gibt es noch die allgemeine Vorschrift nach § 12 HBO. Bauliche Anlagen müssen so angeordnet, beschaffen und gebrauchstauglich sein, dass durch Wasser, Feuchtigkeit, Einflüsse der Witterung, pflanzliche oder tierische Schädlinge oder durch andere chemische, physikalische oder biologische Einflüsse Gefahren, unzumutbare Nachteile oder unzumutbare
Belästigungen nicht entstehen.

Wenn die vorgenannten Vorschriften beachtet werden, gibt es kein grundsätzliches Verbot, Luft- und Abluftrohre in unmittelbarer Nähe der Nachbargrenze auf dem Dach zu verbauen.

Eine bauliche Anlage muss dem genehmigten Bauantrag entsprechen. Nicht zulässig ist eine von der Baugenehmigung abweichende Ausführung der baulichen Anlage mit der Begründung, dies sei "selbstverständlich". Aus Ihrer Fragestellung wird nicht deutlich, ob das Ausgussbecken mit Wasserhahn und Abfluss bereits Bestandteil des Bauantrags bzw. der Baugehmigung war. Wenn dies nicht der Fall war, müssen Sie einen Nachtragsantrag stellen.

Nach § 38 Abs. 1 und 2 HBO ist eine Wasserversorgung für Trinkwasser und zur Brandbelämpfung für Gebäude mit Aufenthaltsräumen und für Ställe vorgeschrieben. Wasserversorgungsanlagen müssen betriebssicher und so angeordnet und beschaffen sein, dass Gefahren, unzumutbare Nachteile oder unzumutbare Belästigungen nicht entstehen (§ 38 Abs. 3 HBO).

Bauliche Anlagen dürfen nur errichtet werden, wenn die einwandfreie Beseitigung der Abwasser einschließlich
Niederschlagswasser dauernd gesichert ist. Die Anlagen dafür sind so anzuordnen, herzustellen und zu unterhalten, dass sie betriebssicher sind und Gefahren, unzumutbare Nachteile oder unzumutbare Belästigungen nicht entstehen (§ 39 HBO).

Es ist schwer vorstellbar, wie der Anbau ohne die gesicherte Beseitigung von Abwasser und Niederschlagswasser im Bauantrag hätte genehmigt werden können.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Carsten Neumann

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