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Dachdecker verzögert Neueindeckung,Wasser im Haus


10.12.2009 19:45 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dennis Meivogel



Sehr geehrte(r) RA(in)

Vor ca. 5 Wochen beauftragten wir eine Dachdeckerfirma unser Carport als auch das Wohnhaus neu einzudecken.Der Auftrag erfolgte nach übersandtem Angebot.

Die Firma entschied sich,zuerst mit dem Carport zu beginnen.Einwände,dass das Wetter aber schlechter werden würde,ignorierte man.

Nach erfolgreicher Neueindeckung des Carports,begann man mit dem Haupthaus.Das Carport wurde daraufhin,wie im seperaten Angebot aufgeführt,durch mich bezahlt.

Plötzlich begannen die Arbeiten zu stocken.Erwarteter Regen,welcher aber ausblieb usw. wurden als Grund genannt.

Ich wies den Firmenchef darauf hin,dass ich einen zügiggen Abschluss der Arbeiten erwarte,welches mir auch zugesagt wurde.

Als Termin für Beendigung der Arbeiten,wurde mir diesen Freitag zugesichert.(Ende 50.KW)
Vor 2 Wochen wurde die alte Dacheindeckung entfernt,inkl. Lattung,eine neue Unterspannbahn aufgenagelt,sowie Konter- und Traglattung.

Die Neueindeckung sollte gestern erfolgen,da dies vorerst der einzige schöne Tag war.Dies wurde aber kurzfristig abgesagt,da der Lift zur Beförderung der Dachsteine defekt sei.

Am Montag stellte meine Frau fest,dass Wasser am Schornstein bis auf den Dachboden läuft. Den verantwortlichen darauf hingewiesen,wurde rund um den Schornstein eingedeckt und "verbleit".

Als ich heute nach Hause kam stellte ich fest,dass Wasser durch die Decke ins Wohnzimmer tropft,zu späterem Zeitpunkt auch im Bad. Ich bestieg den Dachboden und stellte fest,dass die Unterspannbahn über zahlreiche Löcher verfügt (Nägel falsch geschossen,daneben getreten usw.) Des Weiteren waren Sparren und Fetten größtenteils völlig nass.

Ich rief den Firmeninhaber an,teilte ihm dieses mit und verlangte sofortige Abstellung des Mangels.Er wollte einen Mitarbeiter vorbeischicken,welcher die Löcher von innen mit klebebnad sichern sollte.Dieses verneinte ich,da es stark regnete und der Ma ca. 1,5 Stunden bis zu uns gebraucht hätte.

Also erledigte ich diese Arbeit selber und zählte ca. 20 Löcher.Bedingt durch den Starken Niederschlag,waren die Maßnahmen nur von mäßigem Erfolg.

Ich befürchte nun,dass die Bausubstanz Schaden genommen hat,bzw. wird. Der Deckenaufbau (Fertighaus Bj. 80) stellt sich wie folgt dar.Rigips,Spanplatte,Dampfsperre,Dämmung.

Teilweise ist die Dämmung völlig durchnässt,ich befürchte,Sperrholz und Rigips ebenfalls.

Ich habe offensichtliche Makel (Pfützen,Löcher in Unterspannbahn etc.) fotografisch festgehalten.


Fragen :

1.)Wie bekomme ich die Firma zeitnah dazu,dass Dach endlich einzudecken ohne immer auf das Wetter zu verweisen ?Ich pers. gehe davon aus,dass sie irgendwo noch eine zweite Baustelle haben.
2.)Wie verhalte ich mich bei evtl. Schäden ?Der Eigentümer sagte mir schon,er habe eine versicherung,die ggf. dafür aufkommen würde,aber den Ärger usw. habe ich.Gutachter ? Kosten ? RA ?

M.M. nach,hätte sich der gestrige Tag für eine Neueindeckung optimal angeboten,da trocken und sonnig,jedoch wurden nur unbedeutende Arbeiten erledigt. Dadurch läuft das ganze Wasser natürlich auch schön über das Grundstück und verteilt sich schön gleichmäßig,nette Vorstellung bei den angesagten Minustemperaturen.

Fakt ist allerdings,dass mein Haus seit 2 Wochen mit einer löcherigen Unterspannbahn gegen Regen mit Mengen von bis zu 40 Ltr./24 Stunden "gesichert" ist.

Danke für die zügigge Antwort.

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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Durch den Auftrag zur Eindeckung der Dächer haben Sie mit der beauftragen Dachdeckerfirma einen Werkvertrag nach §631 BGB geschlossen. Zu den Hauptleistungspflichten des Unternehmers beim Werkvertrag gehört die rechtzeitige mangelfreie Herstellung des Werks, vgl. §§ 631 Abs. 1, 633 BGB. Maßgeblich für die Fälligkeit der Leistung ist zunächst der vereinbarte Termin. Dieser Termin ist vorliegend an diesem Freitag. Allerdings wurde dieser Termin offensichtlich nicht eingehalten. Bereits diese Pflichtverletzung führt zu Schadensersatzansprüchen gegen den Unternehmer, allerdings nur hinsichtlich dieser Verzögerung entstandener Schäden. Allerdings fallen die Feuchtigkeitsschäden vorliegend nicht kausal in diese Pflichtverletzung, da die Wetterlage nicht zurechenbar ist.

Aber der Unternehmer hat insbesondere auch Obhuts- und Fürsorgepflichten. Diese sind darauf gerichtet, dass bei der Durchführung des Vertrages Schäden vom Besteller (also vom Auftraggeber) abzuwenden sind. Hierzu gehört beim Dachdecken auch der Notschutz gegen das Eindringen von Regenwasser. Diese Pflicht ist vorliegend jedenfalls verletzt worden. Einerseits wurden die Anschlüsse am Schornstein nicht fachgerecht gegen zwischenzeitlichen Regen geschützt und andererseits wurden auch Beschädigung der Dachfolie – die ja bei diesen Arbeiten auftreten können – nicht abgeklebt, sodass Wasser eindringen konnte und damit Bauteile des Hauses beschädigt werden konnten. Es entspricht jedenfalls nicht der Fürsorgepflicht wenn eine löchrige Dachfolie für einen so langen Zeitraum bei den derzeitigen Witterungsverhältnissen als Dachabdeckung belassen wird.

Diese Pflichtverletzungen führen zu Schadensersatzansprüchen gemäß §§ 280 ff. BGB und auch Rücktrittsrechte hinsichtlich des Werkvertrages können die Folge sein. Für einen Rücktritt vom Vertrag ist jedoch grundsätzlich eine Fristsetzung erforderlich.

Zu Ihren konkreten Fragen ist daher folgendes auszuführen:

1. Sie sollten der Firma den Rücktritt vom Vertrag androhen, falls nicht unverzüglich die Arbeiten ausgeführt werden. Sie sollten des Weiteren darauf hinweisen, dass Sie sich die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen wegen der bis jetzt schon aufgrund der Verletzung der Obhuts- und Fürsorgepflichten eingetretenen Schäden am Haus vorbehalten. Dies sollten Sie schriftlich tun und den Zugang dieses Schreibens sich bestätigen lassen.

2. Die Schadensersatzpflicht erstreckt sich nach den obigen Grundsätzen auf alle durch die Pflichtverletzung entstandenen Schäden. Wenn der Unternehmer auf Ihre Anforderung zu 1 nicht sofort tätig wird, gerät er spätestens dann in Verzug (wenn nicht schon wegen der grundsätzlichen Fristversäumnis). Die verzugsbedingten Kosten, zu denen auch die Rechtsverfolgungskosten, also auch Anwaltskosten gehören, hat der Unternehmer Ihnen zu ersetzen.

Ich empfehle Ihnen den Druck auf den Dachdecker zu erhöhen, indem Sie die Angelegenheit auf eine formale, rechtliche Ebene bringen, also rechtlich zur Durchführung der Arbeiten auffordern und die Ansprüche wegen der Schäden bereits anzumelden.
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