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Dachaufbau auf 2. OG und Abstandsfläche bei W2g

| 28.05.2010 16:33 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


Sehr geeehrter Beantworter,

zu meinen Fragen gehört folgender Hintergrund:
Der (immer noch) als Bebauungsplan angesehene Baustufenplan von 1957 sieht für mein Grundstück die Bebauung W2g (=reines Wohngebiet, 2-geschossig in geschlossener Bauweise) vor. Das 2. Obergeschoss meines 1908 errichteten Gebäudes wird von mir bewohnt. Das Haus hat eine Ecklage und ca. je 17m Schenkellänge zu den beiden öffentlichen Straßen. Auf dem Flachdach befindet sich ein über die Flachdachfläche nur aus meiner Wohnung erreichbares achteckiges Turmzimmer von ca. 25 qm und 4,50 m Höhe.
Das Nachbarhaus zur westlichen Seite ist ca. 70 cm höher als mein Haus. Ich möchte jetzt gern den Dachausstieg, der ein in der Mitte 1,70 m hohes Zeltdach hat, durch ein grundflächengleiches, aber innen 2,20 m hohes Flachdachzimmer ersetzen. Dieser Raum soll einen Abstand zu dem Nebengebäude von 1,10 m haben, damit der Schornsteinfeger den Kamin des Nachbargebäudes leichetr erreichen kann und die Regenwasserableitung von dem neuen Dach den Nachbarn nicht tangiert.

Fragen:
1. Ist ein Dachausstiegsraum in der beschriebenen Bauweise bei einem Bebauungsplan "W2" überhaupt genehmigungsfähig? - Auf anderen Nachbarhäusern des Häuserblocks befinden sich bereits ähnliche Bauwerke -

2. Darf - falls das beschriebene Bauwerk überhaupt genehmigungsfähig ist - trotz des des "g" im Baustufenplan mit einem 1,10 m-Abstand zu dem 0,70 m höheren Nachbarhaus gebaut werden?
Oder bedeutet "g", dass das zu errichtende Bauwerk unabdingbar unmittelbar an das Nachbarbauwerk anschließend errichtet werden muss?

3. Falls eine oder beide Fragen mit "Nein" beantwortet werden: Hat ein Ausnahmeantrag für die beiden Fragefelder Erfolgsaussichten? Wie muss ggfs. ein Ausnahmeantrag mit Erfolgsaussicht für die beiden Fragefelder formuliert werden?

Mit vorauseilendem Dank grüßt freundlich

der Fragesteller

28.05.2010 | 19:40

Antwort

von


(34)
Am Planetarium 14
07743 Jena
Tel: 0364187670
Web: http://www.kanzlei-komischke.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall die Beratung durch eine Kollegin/ einen Kollegen vor Ort ersetzen kann. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung komplett anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Ihre Frage beantworte ich aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben und dem eingesetzten Betrag wie folgt:


Zu Ihrer 1. Frage:

In Ihrem Fall sieht der Bebauungsplan "W2g" vor - also ein Wohngebiet mit zweigeschossiger und geschlossener Bauweise.

Der von Ihnen geplante Umbau ist genehmigungspflichtig und muss daher vorher auch von der Baubehörde genehmigt werden. Dazu ist ein entsprechender Antrag erforderlich.

Dachaufbauten sind in Ihrem Bundesland nicht verfahrensfrei. Das heißt, Sie benötigen eine Genehmigung.

Wie die Chancen dafür stehen, hängt davon ab, wie die örtlichen Bauvorschriften aussehen. Schauen Sie im Textteil Ihres Bebauungsplans nach. Dort werden Sie Angaben zu Dachaufbauten finden. Falls nicht, fragen Sie auf dem Baurechtsamt nach.

Ein solche Aufbau ist genehmigungsfähig und insbesondere genehmigungspflichtig.


Zu Ihrer 2. Frage:

Die Festsetzung, dass nur die erwähnten W2g Gebäude errichtet werden dürfen, betrifft nicht in erster Linie die Abstandsflächen. Dazu sind die Regelungen Ihrer Landesbauordnung gesondert zu betrachten.

Aus dieser muss entnommen werden, welche Abstandsflächen eingehalten werden müssen.


Zu Ihrer 3. Frage:

Es kann ein Antrag auf Ausnahme von der Landesbauordnung (§ 69 Ihrer LBO) gestellt werden.

Die Vorschrift lautet auszugsweise wie folgt:

„(1) Die Bauaufsichtsbehörde kann Abweichungen von Anforderungen dieses Gesetzes und auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Vorschriften zulassen, wenn
sie unter Berücksichtigung des Zwecks der jeweiligen Anforderung und unter Würdigung der öffentlich-rechtlich geschützten nachbarlichen Belange mit den öffentlichen Belangen, insbesondere den Anforderungen des § 3 Absatz 1, vereinbar sind oder
Gründe des Wohls der Allgemeinheit die Abweichung erfordern."

Wenn die genannten Voraussetzungen vorliegen, kann ein solcher Antrag Erfolg haben.

Unter dem folgenden Link finden Sie ein Formular für diesen Antrag, welches Sie ausgefüllt bei der zuständigen Behörde einreichen können:

http://www.hamburg.de/Dibis/form/pdf/BA-6200-8.pdf


Um Ihre Ansprüche erfolgreich durchzusetzen, empfehle ich die Einschaltung eines Anwalts vor Ort – den Sie über unser Portal problemlos finden können.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick gegeben zu haben und stehe Ihnen gerne weiterführend, insbesondere im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion, zur Verfügung.

Abschließend möchte ich Sie bitten die Bewertungsfunktion zu nutzen, um dieses Forum für andere Nutzer transparenter zu gestalten.


Bewertung des Fragestellers 30.05.2010 | 01:04

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