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DPD beliefert mich nicht mehr nach Streit mit Fahrer


14.12.2010 21:55 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Hallo,

ich bin Selbstständig und repariere und ver/kaufe Handys.

Vor gut 2 Wochen hatte ich Streß mit einem Fahrer von der Versandfirma DPD.

Kurzversion: Er klingelte jeden Tag wo er mich belieferte Sturm. Ich bat ihn 5-6 Mal nett darum e zu lassen. Beim gut 10. Mal nahm ich das Paket und ging ohne zu unterschreiben mit dem Kommentar "wenn du es so eilig hast, kannst du jetzt warten" und machte die Türe zu.
Darauf folgten mehrere Schläge des Fahrers gegen meine Haustüre, er schrie den kompletten Hausflur zusammen er würde "die Bullen rufen".
Angenervt öffnete ich den Fehler und unterschrieb mit einer Beleidigung auf seinem Gerät. Er schrie noch mehr und haute dann aber ab.

2 Tage später mit dem nächsten Paket ging das Theater los: Man beliefert mich nicht mehr.

Heute nach gut 60 Anrufen im CallCenter, werde ich immer noch nicht beliefert, schlimmer noch: Der Fahrer behauptet jedes Mal bei mir geklingelt zu haben, klingelt aber nicht und wirft nur ein Zettel rein.
Er verhindert auch geschickt, dass ich es jemals bekomme, indem er das Paket wieder mit nach DPD nimmt und einträgt das er es am nächsten Tag nochmal versucht - und eben es nicht in einem DPD-Shop in der Nähe abgibt wo man es holen kann.
Im CallCenter werde ich ausgelacht und ignoriert, man kennt meinen Namen und stellt mich schon sobald ich etwas sage in die Warteschleife (für immer).

Die Firma steht komplett hinter seinem Fahrer und sagt Sie würden mich nie wieder beliefern.

Ich selber bin danach eigentlich wenig direkt benachteiligt, aber meine Kunden springen mir ab. Wenn ein Kunde mir ein Reparaturgerät zusendet mit DPD, kommt es eben niemals bei mir an - der Kunde muss aber trotzdem zahlen, man sagt dem Kunden es sei meine Schuld, weil ich "Fahrer regelmäßig beleidigen würde".

Ich kann halt nicht jedem Kunden sagen, er solle nicht per DPD senden.

Gibt es rechtlich irgendeinen Weg die Firma zu zwingen diese Pakete zuzustellen?

Ich habe es mit allem humanen versucht: Betteln, Einsicht, Drohungen, Sauer, Böse, Weinend, lachend, lieb, nett - Nichts.

Wie stehen meine Chancen?
Bin ich es nun "selber Schuld" und muss mich damit abfinden?
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage möchte ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts gerne wie folgt beantworten:

Grundsätzlich ist festzustellen, dass der Lieferungsvertrag mit dem Lieferunternehmen zwischen Ihrem jeweiligen Kunden und eben diesem Lieferunternehmen geschlossen wird, so dass etwaige vertragliche Rechte über die Lieferung von Paketen an die bestimmte (Ihre) Adresse zu vorderst zwischen diesen Parteien bestehen. Ihre Kunden sollten Sie eingangs über die in der Vergangenheit aufgetretenen und zum jetzigen Zeitpunkt noch anhalten Lieferschwierigkeiten informieren, so dass diese ggf. den Lieferauftrag an Sie einem anderen Dienstleister übergeben.
Sofern die von Ihnen beschriebene vorsätzlich Nichtbelieferung mit Waren bzw. Kundenaufträgen geschäftsschädigende Auswirkungen annimmt, besteht grundsätzlich die Möglichkeit eines bestehenden Anspruchs auf Schadensersatz. Auch könnte ggf. ein Eingriff in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb gegeben sein.
Problematisch ist hier sicherlich die Beweislage. Die tatbestandsmäßige Verletzungs- bzw. Schädigungshandlung, das Verschulden, der entstandene (bisherige) Schaden und der ursächliche Zusammenhang müssten von Ihnen bewiesen werden müssen. Hierfür müssten Sie u.a. darlegen, dass eine bewusste, mithin vorsätzlich herbeigeführte Nichtbelieferung Ihrer Adresse durch das Unternehmen erfolgt.
Hinsichtlich der Äußerungen, Sie würden „regelmäßig Fahrer beleidigen", mag Ihnen hier ein Unterlassungsanspruch zustehen, um entspr. Äußerungen zukünftig zu unterbinden und Ihre Kundenbeziehungen nicht weiter zu belasten. Auch hier würde Sie die Darlegungs- und Beweislast treffen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen eine erste rechtliche Einschätzung entsprechend Ihrer Sachverhaltsschilderung geben. Hinweisen möchte ich noch darauf, dass diese Plattform nur eine erste rechtliche Einschätzung bietet. Eine umfassende Rechtsberatung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden.

Mit freundlichen Grüßen,

Nachfrage vom Fragesteller 15.12.2010 | 00:08

Sie hätten Politiker werden sollen, Ihre Antwort sagt alles und auch wieder nichts und zugleich lässt Sie meine wichtigsten Fragen aus:

Wie hoch stehen die Chancen, dass, wenn DPD sich weiterhin weigert mir die Pakete zuzstellen und ich nachweißbaren Schaden dadurch habe, diese per Gericht / Klage / Verfügung (wie auch immer) dazu zu zwingen dies wirklich zu tun?

Ist es vor Gericht ein Argument, mich aufgrund einer Beleidigung eines Fahrers nach dem Streit (s.o.) nicht mehr zu beliefern?

Noch 2 kleine Zusatzfragen zu Ihren Ausführungen:
Gibt es BGB (o.ä.) Einträge auf die ich mich berufen kann, wenn ich DPD etwas schriftliches Sende und Sie auffordere dies sofort zu unterlassen und mich weiterhin zu beliefern?

Wenn dies nach meiner Fristsetzung und meinem Brief trotz allem nicht passiert, würde ein Anwalts-Brief dort mehr helfen? Was würde dieser Brief kosten, würden Sie diesen als Auftrag übernehmen und kann man die Kosten DPD in Rechnung stellen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.12.2010 | 09:16

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Grundsätzlich hat das Lieferunternehmen die Verpflichtung, Sendung an die Lieferadresse auszuliefern. Nur unter besonderen Umständen, z.B. bei einer offensichtlichen Gefahr für die ausliefernde Person oder gröblicher Verfehlungen dieser gegenüber, mag diese Verpflichtung eingeschränkt werden. Jedenfalls sollte es dem Unternehmen aber möglich sein, die entsprechenden Pakete dann zumindest in einem Depot zur Abholung bereit zu halten oder ähnliche Maßnahmen zu ergreifen.
Die Erfolgsaussichten einer etwaigen Klage oder eines Eilverfahrens ist hier an dieser Stelle nicht beantwortbar, da hier auch ein umfassenderer Informationsaustausch erfolgen müsste, wofür diese Plattform keinen Raum bietet. Jedoch, wie bereits ausgeführt, müsste das Unternehmen gravierende Umstände vortragen können, um eine gänzlich unterbleibende Zustellung der an Sie gesandten Pakete zu rechtfertigen.

Nach zahlreichen und fruchtlosen telefonischen Versuchen, mit dem Unternehmen einen nachhaltigen Kontakt herzustellen, sollten Sie in der Tat versuchen, auf schriftlichem Wege das Unternehmen mit Ihrem Anliegen sachlich zu konfrontieren, zumal ein Schriftverkehr wesentlich leichter belegbar wäre. Hierfür sollten Sie auch erwägen, sogleich einen Anwalt (idealerweise in Ihrer Nähe) mit der Angelegenheit zu beauftragen, um weitere Schritte zu besprechen und Ihrer Forderung dem Unternehmen gegenüber Nachdruck zu verleihen. Die Kosten für ein entsprechendes anwaltliches Schreiben variieren von Anwalt zu Anwalt, so dass hier über die Kosten keine pauschale Aussage getroffen werden kann. Die anwaltlichen Kosten können aber grundsätzlich als weiterer Schaden aufgrund der erforderlich Rechtsverfolgung durch Sie von dem Lieferunternehmen zusätzlich eingefordert werden. Dies gilt dann (aber nicht nur dann), wenn z.B. ein durch Sie schriftlich geltend gemachter Anspruch zurückgewiesen wird. Hier wäre das Erfordernis anwaltlicher Vertretung offensichtlich.

Ich hoffe, ich konnte mit diesen Ausführungen Ihre Frage abschließend zufrieden stellend beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

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