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DIN Normen für Dachterrassen


02.12.2015 23:58 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Neubau 2014 mit Dachterrasse auf Flachdach

Beim Bau unserer Dachterrasse fand die DIN Norm zur Abdichtung von Flachdächern Anwendung.
Diese schreibt eine Abdichtung mit einer Mindesthöhe von 15 cm zum Putz vor. Das Bauunternehmen hat nun eine Höhe von ca. 20 bis zu 27 cm ausgeführt. Da diese nicht verkleidet ist (z.B. durch ein Blech) sieht dies natürlich nicht sonderlich schön aus und beeinträchtigt das Erscheinungsbild unserer Terrasse nicht unerheblich.

Dieser Zustand wird nun durch uns als Erwerber bemängelt, das Bauunternehmen lobt die Übererfüllung der DIN natürlich und sieht keinen Handlungsbedarf. Die Baubeschreibung gibt hierzu leider keine Auskunft, lediglich wird hierin betont, dass die Fassade mit einem Wärmeverbundsystem und Putz versehen wird.

- Gibt es eine "Übererfüllung" einer DIN Norm (die ja leider nur eine Mindesthöhe definiert)
- Kann man bei einer Dachterrasse andere ästhetische Anforderungen geltend machen (die Hauptausrichtung des Wohnzimmers ist auf diese Dachterrasse ausgerichtet)?
- gilt dies nicht im Zweifelsfall auch als "Fassade" und müsste entsprechend verputzt oder verkleidet sein?



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Sehr geehrter Ratsuchender,


eine die Gewährleistung ausschließende Überfüllung der DIN gibt es ebensowenig, wie die Terrasse als Fassade anzusehen ist, so dass ich mich auf den wesentlichen Punkt 2 beziehe:


Optische Mängel sind vom Unternehmer abzustellen, wenn der Bauherr ein nachvollziehbares (nicht nur unbedeutendes) Interesse an der (auch) optisch einwandfreien Herstellung des Werks hat. Hierzu und zur entsprechenden Rechtsprechung verweise ich auf


http://rabohledotcom.wordpress.com/2015/12/02/optischer-mangel-und-rechte/


Auch bei Einhaltung der DIN können Schadensersatzansprüche bestehen, so dass die Argumentation des Unternehmers nicht greift - dieses hat das OLG Brandenburg schon 2013 festgestellt; insoweit verweise ich auf


http://rabohledotcom.wordpress.com/2015/12/03/mangel-bei-einhaltung-der-din-norm/


Da nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung die Terrasse eine Beschaffenheit aufweist, die bei Werken der gleichen Art nicht üblich ist und die Sie als Besteller nach der Art des Werks deshalb nicht erwarten mussten, wird der Unternehmer nachbessern müssen (sofern nicht besondere vertragliche Vereinbarungen getroffen worden sind, die nur bei einer Vertragsprüfung geklärt werden könnten).


Setzen Sie eine angemessene Frist; danach sollten Sie einen Rechtsanwalt einschalten.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg
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