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DIN 18065 u. DIN 18022 / Toleranzmasse im Rohbau

| 22.11.2009 21:38 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Bei unserem Neubau wurde eine Rohbautreppe gegossen die Unterschiede in der Stufennhöhe aufweisen.

1. Stufe 12 cm, 2.-13. Stufe 18,5-20 cm und 14. Stufe 26 cm.

Die Abweichung von 6 cm (1. Stufe 6 cm zu niedrig und letzte Stufe 6 cm zu hoch) begründet sich vermutlich in einem Planungs- bzw. Ausführungsfehlers, da der Estrich im EG vermutlich nicht einberechnet wurde und sich so die Differenz zwischen der 1. Stufe (12 cm) und 14. Stufe und letzte Stufe (26 cm) ergibt.

Um diese Differenz wieder auszugleichen müsste jede Stufe mit einem zusätzlichen Estrichaufbau vom 6 cm versehen werden.

Wer muss diese Sanierungskosten tragen die nicht umerheblich sind unter Berücksichtigung der Toleranzwerte für den Rohbau DIN 18022? Gibt es dazu Urteile die herangezogen werden können? Wie sehen die Tolenranzwerte aus in diesem Fall für die Rohbautreppe aus? Das Bauunternehmen will sich herausreden mit der Begründung diese DAufbauarbeiten gehören den Malerarbeiten (Bodenbelagsarbeiten) zugerechnet und müssten daher in Eigenleistung erbracht werden.

Kann die DIN 18065 hinzugezogen werden oder bezieht sich diese DIN Norm ausschliesslich auf den fertigen Oberbelag? Laut dieser DIN beträgt der Toleranzwert + - 15mm. Maximale Stufenhöhe 20 cm.

Danke und Grüsse!

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Sehr geehrte Ratsuchende,


die von Ihnen schon richtig genannte Norm gilt für alle Treppen, nit Ausnahme von Stahltreppen, und zwar auch schon bei der Rohbauabnahme. Denn sicherlich ist es möglich, mit dem Belag und Belagaufbau geringe Toleranzen auszugleichen, nicht aber mehr die von Ihnen beschriebenen Abweichungen, da es dann an einem fachgerechten Aufbau fehlen würde.

Die Ausrede des Unternehmens ist ebensowenig neu, wie originell. Denn diese Maße können nicht mit Bodenbelegen kaschiert werden, da es eben am ordnungsgemäßen Unterbau fehlt, so dass diese Abweichungen eben keine fachgerechte und damit den anerkannten Regeln der Baukunst entsprechenden Ausführung darstellt.

Neben der DIN werden Sie aber auch die jeweilige LBO heranziehen müssen. Problematisch ist, dass ich Ihren Wohnort erst nach Beantwortung vollständig sehen kann, so dass ich dann erst weiß, welche LBO einschlägig ist.

Bitte warten Sie daher nach der Beantwortung noch etwas; ich werde dann - kostenlos - nach der Beantwortung dieser Erstfrage insoweit die Antwort noch ergängen.



Aufgrund Fahrlässigkeit und mangelnder Bauüberwachung wird ggfs. nebem dem ausführenden Unternehmen auch der baubegleitende Architekt mit in die Haftung zu nehmen sein, was allerdings von den vertraglichen Vereinbarungen mit abhängen wird. Die Kosten, einschließlich Folgekosten aufgrund einer verzögerten Fertigstellung wird dann das Unternehmen (und ggfs. der Architekt) zu tragen haben, so dass Sie eine kurze Frist zur Herstellung der fachgerechten Arbeit schriftlich setzen sollten.

Auch sollte dann der derzeitige Ist-Zustand beweisverwertbar gesichert werden, damit dann nach Fristablauf Maßnahmen Ihrerseits durchgeführt werden können.



Bitte warten Sie noch die Ergänzungen meiner Antwort ab, da dann auch die LBO mit einbezogen werden kann.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 23.11.2009 | 08:47

Sehr geehrter Herr Bohle,

danke für Ihre Antwort. Es betrifft die LBO NRW. Eine Endabnahme des Neubaus ist noch nicht erfolgt. Einen Sachverständigen werden wir einschalten der den Mangel festhält.

Welche Fristen müssen beachtet werden?

Vertraglich wurde die DIN Norm zugrunde gelegt.

Mit freundlichen Grüssen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.11.2009 | 09:12

Sehr geehrte Ratsuchende,


hier gilt § 36 BauO NW, wonach die Treppen zu erstellen sind. Dazu ist § 3 BauO NW zu beachten: Nach dieser Vorschrigt sind die allgemein anerkannten Regeln der Technik zu beachten und genau dagegen hat der Unternehmer in Ihrem Fall verstoßen. Dieser Verstoß hätte vom Architekten festgestellt und gerügt werden müssen, so dass auch der Architekt - sofern vertraglich nichts besonderes mit ihm vereinbart worden ist - wegen Verletzung seiner Überwachungsfristen haften wird.

Sollten beim Unternehmer - hoffentlich - noch Zahlungen ausstehen, machen Sie bitte Ihr Zurückbehaltungsrecht bis zur Mangelbeseitigung geltend. Keinesfalls darf eine Abnahme oder Teilabnahme ohne die Zusatz "unter Vorbehalt" erfolgen.

Hier sollten Sie zunächst auf Erfüllung, d.h. Herstellung der ordnungsgemäß erstellten Treppe, bestehen und eine angemessene Frist setzen. Diese Frist wird in der regel mit 14 Tagen angemessen sein, sofern nicht bauseits Besonderheiten auftreten, was ich Ihrer Sachverhaltsdarstellung so aber nicht entnehmen kann. Nach Fristablauf sollte dann sofort ein Anwalt eingeschaltet werden.

Der Sachverständige sollte sofort zur Feststellung des Ist-Zustandes beauftragt werden, dieser sollte auf jeden Fall auch VOR Abnahme/Teilabnahme den restlichen Bautenstand festhalten. Zwar ist dieses mit einigen Kosten (die Höhe ist frei aushandelbar) verbunden; allerdings ist dieses immer eine lohnende Investition. In Ihrem Fall umsomehr, wenn der Unternehmer jetzt schon so "argumentieren" will.

Denn dass der neben den Regeln der Baukunst auch die LBO einzuhalten hat und sein bisheriges Gewerk eben diesen Vorschrigften nicht entspricht, dürfte dem Unternehmer sehr genau bekannt sein. Auch der Hinweis auf Eigenleistungen in Zusammenhang im Bodenbelägen liegt bei derartig garvierenden Abweichungen außerhalb jeglicher Toloranzgrenzen vollkommen neben der Sache und kann nicht ernsthaft von einem seriösen Unternehmen aufrecht erhalten werden. Vergeben Sie z.B. die Belagarbeiten, würde jeder Folgeunternehmer sofort die sogenannte Behinderungsanzeige tätigen, da eben das Vorgewerk (Rohbau Treppe) nicht mangelfrei ist und ein ordnungsgemäßer Aufbau des Belages bei Abweichungen von bis zu 14 cm technisch nicht möglich und rechtlich nicht hinnehmbar ist; eine Abweichung von nicht mehr als 5 mm von der benachbarten Stufe wäre noch hinzunehmen, nicht aber die von Ihnen aufgezeigten Abweichungen.

Machen Sie den Unternehmer - ggfs. auch nach Ausdruck von Frage und Antwort - deutlich, dass er Nachzuerfüllen hat. Kommt er damit nach Fristablauf in Verzug, hat er auch den Verzugsschaden zu erstatten, also auch die Kosten der Rechtsverfolgung (Gericht, Gutachter, Rechtsanwalt ) UND ZUSÄTZLICH mögliche Kosten, die in Zusammenhang mit der Verzögerung des darauf resultierenen späteren Einzug, so dass es schnell sehr teuer werden kann.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle


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Bewertung des Fragestellers 23.11.2009 | 09:30

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FRAGESTELLER 23.11.2009 5/5,0
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