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DHL hat Ware verbaselt, Käufer will nicht auf Versicherung warten


| 30.04.2006 11:01 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



Guten Tag,

Mitte März verkaufte ich als Privatperson über ebay das Notebook eines Bekannten. Dieses wurde von ihm auch ordnungsgemäß als versichertes Paket verschickt. Als das Gerät nach ca. 14 Tagen immer noch nicht beim Käufer war, wurde ein Nachforschungsantrag gestellt. Wie sich herausstellte, hat die DHL das Paket verloren, wobei die Umstände schon ein wenig merkwürdig sind. Die ID-Nummer wurde zweimal vergeben; ein Paket mit identischer ID-Nummer wurde 14 Tage zuvor zugestellt. Bis dato ist der Vorgang laut DHL "in Bearbeitung". Die Belege hierfür sind vorhanden und dem Käufer per email auch übermittelt.
Bislang verlief die Kommunikation mit dem Käufer ziemlich freundlich, bis er mir letzte Woche schrieb, er wolle vom Vertrag zurücktreten und eine sehr kurze Frist (4 Tage) setzte, bis zu der ich ihm das Geld auf sein Konto zurücküberweisen sollte.
Daraufhin machte ich ihn darauf aufmerksam, daß das Versandrisiko zu seinen Lasten gehe und ein Rücktritt nicht möglich sei - was im Übrigen auch in der Auktion so eindeutig formuliert war - und er doch bitte das Resultat, bzw. die Rückerstattung des Betrages von DHL abwarten soll. Ich bot ihm sogar freiwillig eine Teilzahlung, quasi als Beweis guten Willens, an.
Daraufhin wurde er ziemlich ausfallend per email, vergab mir eine negative Bewertung mit dem Kommentar, ich würde die Lieferung verzögern und droht, am Dienstag zu Rechtsanwalt zu gehen und das Geld einzuklagen.

- Wie sieht hier die Rechtslage aus?

- Kann er vom Vertrag zurücktreten, obwohl es ausdrücklich in der Auktion verneint wurde?

- Muß ich dem Käufer tatsächlich das Geld vorab zurückerstatten, obwohl ich für den Verlust der Sendung nichts kann und alles ordnungsgemäß abgewickelt habe?

- Wie sieht es dann, so er tatsächlich einen Anwalt aufsucht, mit den daraus entstehenden Kosten aus?

- Was ist mit der negativen Bewertung?

- Was passiert, wenn die DHL nur einen Teilbetrag erstattet oder, aus welchen Gründen auch immer, vielleicht gar nichts?

Danke für Ihre schnelle Antwort.

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

1.
Nachdem der Käufer das Versandrisiko übernommen hat, ist die Gefahr zufälligen Untergangs der Sache bereits mit der Auslieferung der Ware an DHL an den Käufer übergegangen (vgl. § 447 BGB).

2.
Somit haben Sie Ihre vertraglichen Pflichten ordnungsgemäß erfüllt, was Ihren Angaben zufolge auch beweisbar ist.
Ein Rücktrittsrecht steht dem Käufer in dieser Konstellation nicht zu.

3.
Dementsprechend kann der Käufer auch den gezahlten Kaufpreis nicht von Ihnen zurückverlangen, sondern muss versuchen, diesen Betrag als Schadensersatz gegenüber DHL geltend zu machen.

4.
Die Anwaltskosten des Käufers haben Sie auch nicht zu erstatten, da Sie nicht mit einer Leistung in Verzug sind und auch sonst kein Kostenerstattungsanspruch ersichtlich ist.

5.
Da die negative Bewertung inhaltlich nicht gerechtfertigt ist, haben Sie einen Anspruch auf Entfernung dieser Bewertung.

6.
Das Risiko, nur einen Teil der aufgewendeten Geldsumme von DHL erstattet zu bekommen, trägt der Käufer.


Sollten im Verlauf dieser Angelegenheit noch Probleme auftauchen, stehe ich Ihnen gerne für eine weitere Beratung oder Vertretung zur Verfügung.
Zunächst haben Sie aber die Möglichkeit, im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „frag-einen-anwalt.de“ Rückfragen zum inhaltlichen Verständnis meiner Antwort zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 30.04.2006 | 13:29

Sehr geehrter Herr Geyer

erst einmal vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort und das an einem Sonntag. Kompliment!
Die Sache ist deshalb verzwickt, weil das Paket nicht von mir, sondern von meinem Bekannten verschickt wurde und dies dem Käufer nicht bekannt war. Er wittert Betrug und will allem Anschein nach tatsächlich zum Anwalt gehen. Wörtlich antwortete er mir auf mein Mail:

Zitat:

Weiter ist bedenklich, daß Sie offensichtlich das Geld zur Rückzahlung nicht mehr haben, sonst würden Sie sicher anders reagieren.
dann werde ich am Montag zu meinem Anwalt gehen, wir werden sehen, wer verliert und alle Kosten trägt.
Tatsache ist doch, daß Sie erst einen Monat danach mir einen Beleg präsentieren, nach Fristablauf.
Mir ist nichts vorzuwerfen.
Haben Sie wirklich ein reines Gewissen?
Mit vollständigen Belegen und einer Teilzahlung wäre ich zu einem Kompromiß bereit gewesen.

Zitat Ende

Dazu ist folgendes zu bemerken: Eine Fristsetzung seitens es Käufers hat es nur hinsichtlich des Rücktritts und Erstattung des Kaufpreises gegeben, nicht aber für die Belege. Diese konnte ich erst kürzlich einreichen, da mein Bekannter sie mir nicht zur Verfügung stellte.
Muß er den Abschluß des Nachforschungsantrages bei der DHL abwarten oder kann er tatsächlich schon zum Rechtsanwalt gehen. Muß ihn sein Anwalt nicht darauf hinweise, daß die Rechtlage hier eindeutg ist?
Und was hat es den Käufer anzugehen, was ich mit dem ersteigerten Geld mache?

Bis dann

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.04.2006 | 19:16

Sehr geehrter Ratsuchender,

Natürlich dürfen Sie mit rechtmäßig vereinnahmten Geld so verfahren, wie Sie wollen.

Auch aus der Tatsache, dass Sie die erforderlichen Nachweise erst nach einem Monat an den Käufer versandt haben, kann er keine für ihn günstigere Rechtsposition ableiten.

Gleichwohl kann er natürlich auch bereits vor dem Anschluss der Nachforschungen versuchen, seine vermeintlichen Rechte geltend zu machen.
Offenbar bezweifelt der Käufer, dass Sie die Ware überhaupt an ihn versandt haben. Hierfür kann Ihnen jedoch Ihr Bekannter als Zeuge dienen, da er die Sendung auf den Postweg gebracht hat.
Falls noch nicht geschehen, sollten Sie den Käufer über diesen Umstand informieren. Ansonsten stellt es sich nämlich aus Sicht seines Anwalts so dar, dass Sie den Beweis für die Absendung der Ware schuldig sind.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

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