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DHL Rückforderung / verschollenes Paket 7 Monate später wieder aufgetaucht

11. Februar 2022 20:08 |
Preis: 40,00 € |

Transportrecht, Speditionsrecht


Beantwortet von


Hallo
Meine Freundin hat am 20.05.21 ein DHL Paket International nach Kiew/ Ukraine aufgegeben.
Dieses Paket ist nie beim Empfänger angekommen. Telefonische Nachforschungen bei DHL ergaben, dass das Paket angeblich nie Deutschland verlassen hatte. Nachdem ein von DHL angefordertes Verzeichnis gesendet wurde, bekam sie eine Erstattung von 275,54€.

Am 24.12.21 kam das Paket plötzlich nach 7 Monaten und 4 Tagen zum Absender zurück.
DHL forderte umgehend den erstatteten Betrag zurück.
Ich habe in ihrem Namen auf das Schreiben insofern geantwortet, dass wir von dem geforderten Betrag zum Abzug bringen die 30,99 Euro für die nicht erbrachte Beförderungsleistung, sowie weitere Beträge für die unbrauchbar gewordenen Lebensmittel wie Schokolade und Vitamine mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum. Den Restbetrag von 20 € hat meine Freundin überwiesen. Bereits einen Tag später antwortete DHL auf unseren Widerspruch mit folgenden Worten: "auf Basis ihres Einspruchs haben wir ihr Anliegen noch einmal angeschaut allerdings sind wir zu dem gleichen Ergebnis gekommen wie in unserem Schreiben vom 20.01.22"
Auf keinen der von mir vorgebrachten Punkte wurde auch nur mit einem Satz eingegangen.

Frage:
Wie verhalte ich mich?
Soll ich warten, bis DHL das einklagt?
Wären die Anwaltskosten in diesem Fall nicht viel höher als der strittige Betrag?
Mit welcher Grössenordnung müsste man rechnen, wenn die Sache vor Gericht ausgetragen wird?
Wie soll ich verfahren, wir haben keine Rechtsschutzversicherung.

13. Februar 2022 | 13:03

Antwort

von


(31)
Am Kolk 1
46499 Hamminkeln
Tel: 02857 959073
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

In den AGB von DHL ist ein derartiger Sachverhalt nicht geregelt. Die AGB verweisen aber auf den Weltpostvertrag. Nach Art. 25 des Weltpostvertrages steht dem Berechtigten, Absender oder Empfänger, ein Wahlrecht zu, ob er das nachträglich wieder aufgefundene Paket gegen Zurückzahlung der erhaltenen Entschädigung erhalten möchte oder ob er die Entschädigung behalten möchte und der Paketdienst das Paket verwerten darf.

Über dieses Wahlrecht wurden Sie nicht informiert, sie haben es im Endeffelt durch Annahme des Pakets ausgeübt, so dass Sie die erhaltene Entschädigung zu erstatten haben. Aufrechnen können Sie dabei nur mit dem Schadenersatzanspruch für die unbrauchbar gewordenen Lebensmittel. Eine einbehalten des Frachtentgelts ist weder in den AGB noch im Weltpostvertrag geregelt, so dass die DHL aus meiner Sicht hierauf einen Anspruch hat.

Ich habe leider keine Erfahrungen, ob es bei der DHL eine Bagatellgrenze gibt, ab der Ansprüche nicht weiter verfolgt werden. Sie sollten die Ansprüche zunächst einmal unter Berufung auf Ihr erster Schreiben zurückweisen und die Reaktion abwarten.

Sie haben im Übrigen Recht mit Ihrer Vermutung, dass die Gerichts- und Anwaltskosten insgesamt höher ausfallen werden, als der Anspruch an sich. Die Gerichtskosten betragen 114,00 Euro und ein Rechtsanwalt würde bei einer streitigen Entscheidung 142,50 Euro netto kosten.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Axel Doering

Rückfrage vom Fragesteller 16. Februar 2022 | 16:25

Sehr geehrter Herr Axel Doering

Vielen Dank für ihre exzellente Antwort.
Sie schreiben, dass wir ein Wahlrecht über die Annahme des Pakets, oder Annahme der Entschädigung gehabt hätten. Dies sei im Artikel 25 Weltpostvertrages geregelt. Leider finde ich dort nur eine völlig andere Thematik behandelt.
Das Paket wurde uns vor die Tür gelegt, auch hier gab es also nicht die Möglichkeit zu wählen.
Meine nachgeschobene Frage wäre, ob es noch möglich ist, der Post dieses Paket einfach zurück zugeben?

Meine Freundin möchte die Sache auf keinen Fall so auf sich beruhen lassen, ihr geht es hier wohl offensichtlich sehr ums Recht und die unmögliche Handhabung der Post mit dieser Problematik.
Könnte ich Sie - wenn nötig - beauftragen uns anwaltlich in dieser Sache zu vertreten?

Erst mal vielen Dank für ihre tolle Unterstützung

Mit besten Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16. Februar 2022 | 16:47

Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst einmal füge ich den Wortlaut des Art. 25 Weltpostvertrag ein damit wir von der gleichen Rechtsnorm sprechen:

Allfällige Rückforderung des Ersatzbetrages vom Absender oder Empfänger

1. Hat eine Einschreibsendung, ein Paket oder eine Wertsendung bzw. ein Teil davon ursprünglich als in Verlust geraten gegolten, und wird nach Zahlung des Ersatzbetrages wieder aufgefunden, wird dem Absender, gegebenenfalls dem Empfänger, mitgeteilt, dass die Sendung gegen Erstattung des ausgezahlten Ersatzbetrages drei Monate lang zu seiner Verfügung gehalten wird. Gleichzeitig wird bei ihm angefragt, wem die Sendung ausgefolgt werden soll. Bei Annahmeverweigerung oder Nichtbeantwortung binnen der angegebenen Frist erfolgt eine gleichartige Verständigung des Empfängers bzw. des Absenders, dem dieselbe Frist eingeräumt wird.

2. Wenn Absender und Empfänger die Sendung preisgeben oder innerhalb der unter Punkt 1 festgelegten Frist nicht antworten, geht die Sendung in den Besitz jener Verwaltung oder, gegebenenfalls, jener Verwaltungen über, die den Schaden getragen hat (haben).

3. Wird eine Wertsendung wieder aufgefunden und festgestellt, dass ihr Inhalt von geringerem Wert ist als der ausgezahlte Ersatzbetrag, hat der Absender diesen Ersatzbetrag rückzuerstatten. Die Sendung wird ihm unbeschadet der sich aus der betrügerischen Wertangabe ergebenden Folgen ausgehändigt.


Eine Rückgabe an die Post ist leider nicht geregelt, aber ein einfaches vor die Tür stellen und anschließend die Entschädigung zurückverlangen auch nicht. Die DHL hat sich hier jedenfalls nicht korrekt verhalten. Hier steht wenigstens ein Verstoß gegen Treu und Glauben, § 242 BGB im Raum. Sie können natürlich probieren, das Paket an die Post zu retournieren. Dies setzt voraus, dass Sie den Inhalt noch nicht entsorgt haben.

Aus meiner Sicht ein steiniger Weg werden, weil dieser Prozess bei der DHL nicht die Regel und in den Prozesshandbüchern oder Handlungsanweisungen nicht abgebildet sein wird.

Ich kann Sie dabei gerne unterstützen.


Mit freundlichen Grüßen
Axel Doering

ANTWORT VON

(31)

Am Kolk 1
46499 Hamminkeln
Tel: 02857 959073
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