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DHL Paket (versichert) verloren - DHL will nicht bezahlen

16.02.2019 14:00 |
Preis: 30,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Pleßl, Dipl.-Jur.


Guten Tag,

ich habe Im November 2018 ein versichertes Paket mit DHL verschickt, lt. Sendungsverfolgung lag es bis zum Schluss in der eingelieferten Packstation, ist aber nicht da und die Sendungsverfolgung funktioniert jetzt nicht mehr. Online Nachforschungsantrag gestellt, DHL will nicht zahlen.

"...vor einiger Zeit baten wir Sie uns Transaktions- bzw. Rechnungsbelege zukommen zu
lassen, aus denen die Geschäftsbeziehung zwischen Absender und Empfänger der Sendung
hervorgeht. Leider liegen uns diese Belege bisher nicht vor.
Wir bitten daher um Ihr Verständnis, dass wir Ihr Anliegen nicht weiter bearbeiten können."

Meine Antwortschreiben heute

"Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihr Schreiben vom 12.122018 empfinde ich als Zumutung und eine Frechheit gegenüber Ihren Kunden. Es ist nicht meine Schuld dass das Paket scheinbar weggekommen ist.
Ich bitte Sie noch einmal die mir entstandenen Kosten zu erstatten. Dafür habe ich den versicherten Versand schließlich gewählt. Ansonsten werde ich rechtliche Schritte einleiten. Ich schicke noch einmal alle von mir bereits geschickten Nachweise mit.

Wie ich Ihnen bereits geschrieben habe habe ich das Handy am 10. September für XX € bei ebay von Privat ohne Rechnung gekauft (siehe Screenshot gekauft) und am 30. Oktober für XX € bei ebay ohne Rechnung an Privat wieder verkauft (siehe Screenshot_2018 verkauft).

Da ich das Handy nicht mehr habe kann ich Ihnen keine IMEI Nummer mitteilen.
EAN: XXXXXXXXXXXX

Bitte teilen Sie mir zeitnah mit wo sich das Handy befindet oder erstatten Sie mir die XX € auf das bereits angegebene Konto.
Vielen Dank.

Mit den besten Grüßen

Anlagen
DHL_label_2018-10-31_2_22_53
Einlieferungsbeleg 1.11.2018
PayPal_ Transaktionsdetails
Screenshot_2018 verkauft
Rückerstattung Screenshot_2018-12-03 eBay
Screenshot_2018-12-03 Handy GearBest com
Screenshot Handy gekauft"

Sollte ich das Schreiben noch einmal auf dem Postweg als Einschreiben schicken oder gleich einen Anwalt einschalten? Was sollte in dem Schreiben stehen und auf welche Gesetze sollte ich mich beziehen? Wie ist die Aussicht auf Erfolg?

Mit den besten Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

nach dem mitgeteilten Sachverhalt gehe ich davon aus, dass DHL dem Grunde nach leistungsbereit ist.

In einem verloren gegangenen Paket (davon geht DHL offenbar aus) können sich von Gegenständen, die nur für den Empfänger von Wert sind (z.B. Fotos, man spricht hier von "Affektionsinteresse") bis hin zu Gegenständen mit Zeitwert nahe an der Werthöchstgrenze unvorstellbar verschiedene Sendungsinhalte befinden. Die Nachfrage von DHL ist also nicht ungewöhnlich. Vermutlich haben Sie sich über die Formulierungen geärgert, die wohl wenig "serviceorientiert" ausgefallen sind.

Ich empfehle Ihnen, DHL "unter Bezugnahme auf die gesamte Vorkorrespondenz" nachweisbar (z.B. wie von Ihnen angedacht per Einschreiben) eine angemessene (mindestens 3 Wochen) Frist zur Zahlung zu setzen. Nach deren fruchtlosem Ablauf können die Anwaltsgebühren dann als weiterer Verzugsschaden geltend gemacht werden. Auch das kündigen Sie so an.

Die Nennung von Paragraphenketten ist nicht sinnvoll oder erforderlich. Das dürfte bei DHL niemanden beeindrucken. Es schadet aber auch nicht. Sie können sich v. a. auf §§ 631 Absatz 2 , 280 BGB berufen. Ich würde das (als Privatperson) weglassen.

Die Erfolgsaussichten sind gut, wenn Sie die als Anlagen bezeichneten Nachweise haben. Was ich dabei mangels Sachverhaltsangaben nicht einordnen kann ist die Anlage "Rückerstattung". Nutzen Sie ggf. die kostenlose Nachfragefunktion.

Sie könnten auch Anzeige gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Unterschlagung erstatten und den etwa erforderlichen Strafantrag (vgl. § 248a StGB ) stellen. Auch das können Sie so ankündigen. Ich würde es zur Deeskalation nicht erwähnen. Was hat denn das Handy für einen Wert? Ich ergänze dann ggf. noch etwas zum Strafantrag, der grundsätzlich innerhalb von drei Monaten gestellt werden muss, § 77b StGB . Das könnte bei Versand im November 2018 langsam "eng" werden.

Ich hoffe, Ihnen im Rahmen der Erstberatung eine gute erste Orientierung gegeben zu haben.

Freundliche Grüße
Stefan Pleßl, RA

Nachfrage vom Fragesteller 16.02.2019 | 17:42

Ich bin verägert da es bereits die 3. Nachfrage seitens DHL ist. Angeblich fehlte immer irgendetwas.
Dabei habe ich bereits in der ersten Nachricht an DHL alles wesentliche erwähnt und die Anlagen mitgeschickt.
Für mich sieht es eher nach Hinhaltetaktik aus.

Mit Rückerstattung ist der Beleg von paypal gemeint den ich - um keine negative Wertung zu bekommen - an den ursprünglichen Käufer zurückerstattet habe.

Da das Paket am 1. November verschickt wurde, ab wann zählt denn die dreimonatige Frist zur Stellung eines Strafantrages?

Wie genau würden Sie den Anfang des Schreibens an DHL (Einschreiben) formulieren?

Beste Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.02.2019 | 23:12

Sehr geehrter Fragesteller,

dass Sie verärgert sind, kann ich gut verstehen.

Vielen Dank für die Sachverhaltsergänzung zur Rückerstattung. Es kann bei meiner Antwort bleiben (keine Auswirkung).

Wie hoch ist der Wert des Handys? Vielleicht kommt es auf den Strafantrag gar nicht an, weil es sich schon nicht mehr um eine geringwertige Sache handelt. Ansonsten beantworte ich natürlich Ihre Nachfrage zum Fristbeginn.

Schicken Sie mir gern eine E-Mail.

Freundliche Grüße
Stefan Pleßl, RA

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