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DHL Lieferung an den Nachbarn


07.03.2007 02:49 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler



DHL weigern sich Schadenserstaz zu leisten, für eine Sendung aus dem Ausland (Grossbritannien), die beschädigt war und nicht bei mir sondern an meinen Nachbarn ausgeliefert wurde. Durch die Abgabe beim Nachbarn, habe ich die Möglichkeit der Annahmeverweigerung (mit darauf zu folgender Zahlungs-erstattung) verloren, von der ich Gebrauch gemacht hätte, denn die Sendung war von aussen sichtbar beschädigt. Des weiteren kann man nicht wissen, ob die Sendung evtl. in der Obhut des Nachbarn zu Schaden gekommen ist (unwahrscheinlich aber nicht unmöglich).

Ich habe deshalb ein Mahnverfahren eingeleitet. Ich fordere Schadensersatz wegen Nichterfüllung der Transportpflichten aus dem Frachtvertrag und berufe mich dabei auf § 421 I S.2, 425 HBG. Würden Sie nach Ihrem Ermessen auch sagen, daß die Transportpflichten nicht erfüllt wurden?

Oder kann DHL sich tatsächlich mit folgender Stellungnahme gegenüber dem Gericht herausreden?

"Nach unseren Informationen handelt es sich bei der Sendung um eine grossformatige Briefsendung aus dem Ausland ohne Zusatz wie z.B. Wertangabe oder Einschreiben. Aus Artikel 34 Weltpostvertrag kann man erkennen, daß für solche Briefsendungen keine Haftung existiert."

Die Formulierung "nach unseren Informationen" hört sich etwas schwammig an. Es kann gar nicht sein, daß ein 4kg schwerer Atlas (37cm x 49cm x 5cm) als Brief versandt wurde. Sollte man DHL auffordern zu beweisen, daß es sich um einen Brief handelte? Oder spricht die Logik schon gegen die Möglichkeit einer Briefsendung? Würde DHL bei einer Briefsendung tatsächlich nicht haften? Ich habe einen Begleitschein in französischer Sprache, weiss aber nicht ob dies evtl. ein Paketschein ist. Briefe haben ja normalerweise keine Begleitscheine glaube ich. Liegt die Beweispflicht in Sachen Paket oder Brief bei mir oder bei DHL? Ich kann doch z.B. gar nicht wissen welcher britische Postdienst urprünglich mit der Sendung beauftragt wurde und diese dann an DHL weitergegeben hat, somit auch nicht 100%ig die Versandform herausfinden. Spielt die Versandform wirklich eine so grosse Rolle?

Ich kann nun eine weitere Stellungnahme bei Gericht abgeben bevor dann am 12. April ein Urteil gefällt wird. Wie sollte ich mich äussern, um meine Gewinnchancen bei Gericht zu sichern/erhöhen?



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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Die AGBs der Transportfirmen lassen Ersatzzustellungen an Nachbarn grundsätzlich zu, wobei sich genaueres erst nach Prüfung des Vertragsverhältnisses zwischen dem Versender und dem beauftragten Transportunternehmen aussagen lässt.

Die gewählte Transportform ist entscheidend in der Haftungsfrage, insbesondere wegen des Verweises auf die Haftungsfreistellung für Briefsendungen. Hier tragen Sie die Darlegungs- und Beweislast (weshalb sich die Gegenseite auch auf ihre „Informationen“ herausreden versuchen kann): ich rate Ihnen, vom Versender des Atlas eine schriftlich protokollierte Zeugenaussage dafür vorzulegen, dass ein Paket versendet worden ist und diesen zudem zur Übersendung des entsprechenden Einlieferungsbeleges aufzufordern. Parallel dazu können Sie unter Verweis auf Logik und allgemeine Lebenserfahrung dahingehend argumentieren, dass der Atlas aufgrund seiner Beschaffenheit nicht als Brief aufgegeben werden konnte (wobei es aber womöglich ein entsprechendes XXXL-Format gibt, was aber in Unkenntnis der vom Versender ursprünglich gewählten Transportfirma nicht abschließend beurteilt werden kann).

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt
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