Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
490.902
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

DGB-BAP MTV Stand 09/2013


| 02.05.2018 15:47 |
Preis: 51,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Die Berechnung der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall laut Tarifvertrag der DGB-Gewerkschaften für die Zeitarbeit erfolgt ausgehend von dem durchschnittlichen Stundenlohn der letzten 13 Wochen einschließlich der Zuschläge für Sonn- und Feiertage, Nachtzuschläge und etwaiger Leistungszulagen.


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin seit 5 Jahren für ein Zeitarbeitsunternehmen am Flughafen Frankfurt tätig und zwar in Teilzeit (86 Std).

Am Ende eines Monats (ca. 25.) erhalte ich einen Dienstplan für den Folgemonat. Die Stundenzeit pro Arbeitstag variiert zwischen 6 und 8 Stunden und umfasst auch Sonn- und Feiertage, die entsprechend mit Aufschlägen vergütet werden. Soweit so gut.

1. Im Krankheitsfalle werden nun vom Arbeitgeber aber nicht die vorgesehenen Stunden lt. Dienstplan vergütet, sondern nach einer undurchsichtigen und komplizierten Rechnung (§ 13.3), die auch keine Zuschläge auf evtl. Sonn- und Feiertage vorsieht, mit etwa 50% bezahlt. Begründung des Arbeitgebers: "Sie arbeiten nur Teilzeit, werden also auch nur anteilig bezahlt!" Im Klartext bedeutet das, ich bekomme 50% von 50% Teilzeitarbeit!

Ist dies rechtens?

2. Lt. Entgeltrahmentarifvertrag wurde ich vor 5 Jahren als Helfer in E2 eingestellt. Lt. §3 Entgeltgruppe 3 sollte inzwischen eine Anpassung in diese Tarifgruppe erfolgt sein, was aber nicht der Fall ist. Der aktuelle Lohn seit 01.04.2018 beträgt 10,43 €.

Ist dies rechtens?

Mit freundlichen Grüßen

Birgit


02.05.2018 | 19:09

Antwort

von


501 Bewertungen
Heinz-Fangman-Str. 2
42287 Wuppertal
Tel: 0202 76988091
Tel: 0172 9077547
Web: http://www.kanzlei-scheibeler.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

ohne genaue Durchsicht Ihrer Gehaltsabrechnung und auch der Abrechnungen der Vormonate wird mandie Richtigkeit der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall nicht abschließend beurteilen können. Richtig ist, dass gemäß Paragraph 13.3 des von Ihnen zitierten der Tarifvertrags der DGB- Gewerkschaften für die Zeitarbeit die durchschnittlich im Referenzzeitraum ermittelte Arbeitszeit maßgeblich beziehungsweise im Arbeitszeitkonto vermerkt wird. Wenn Sie also die 86 Stunden im Monat nicht in dergestalt ableisten, dass Sie an fünf Tagen die Woche lediglich 4 Stunden arbeiten, sondern vermutlich an weniger Tagen entsprechend mehr Stunden, ist richtigerweise laut den tarifvertraglichen Vorschriften ein Durchschnitt der täglichen Arbeitszeit zu bilden, dies ist dann aber auch für Krankheitstage, die laut Dienstplan frei sein sollten. Zuschläge für Sonn- und Feiertage sind laut Tarifvertrag bei der Vergütung insofern zu berücksichtigen, als unter Berücksichtigung dieser Zuschläge ein Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen zu bilden ist. Lediglich die Überstundenzuschläge werden nicht berücksichtigt. Diese Regelung entspricht § 4 des Entgeltfortzahlungsgesetzes und ist nicht zu beanstanden. Wie erläutert ist ein Durchschnitt der Sonn- und Feiertagszuschläge sowie etwaiger Nachtzuschläge oder auch Leistungszulagen der letzten 13 Wochen zu bilden. Es ist somit ein erhöhter Stundenlohn für die Krankheitsfortzahlung zu errechnen. Dass die Berechnung undurchsichtig ist, liegt an der tariflichen Regelung. Die Berechnung wird aber erfahrungsgemäß auch von der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen der Verlängerung der Erlaubnis für die Arbeitnehmerüberlassung geprüft.

Der von Ihnen mitgeteilte Stundenlohn von 10,43 € brutto pro Stunde entspricht dem Lohn der Entgeltgruppe 2, Tarifgruppe West, einschließlich eines Zuschlages von 3 % bei einer Überlassung von mehr als zwölf Monaten. Eine Eingruppierung in die Entgeltgruppe 3 können Sie nur verlangen, wenn Ihnen andere Tätigkeiten übertragen wurden, für die Kenntnisse und Fähigkeiten erforderlich sind, die durch eine Berufsausbildung vermittelt werden. Eine solche Berufsausbildung kann zwar durch eine mehrjährige Tätigkeit in der Entgeltgruppe 2 ersetzt werden. Es besteht aber kein Automatismus dahin, dass man bei mehrjähriger Tätigkeit in der Entgeltgruppe 2 automatisch in die Entgeltgruppe 3 hinüberwechselt. Vielmehr müssen anspruchsvollere Aufgaben übertragen werden, die in Ihrem Fall nur aufgrund der mehrjährigen Berufspraxis erledigt werden können. Wenn also Ihre Tätigkeit seit 2013 unverändert ist und die damalige Eingruppierung korrekt war, steht Ihnen ein höherer Stundenlohn nicht zu. Ich bedaure diesbezüglich keinen besseren Bescheid geben zu können.

Abschließend möchte ich noch auf die Ausschlussfrist in § 16 des Manteltarifvertrags hinweisen, wonach etwaiger Zahlungsansprüche innerhalb von drei Monaten nach Fälligkeit schriftlich geltend gemacht werden müssen. Wenn Sie also Zahlungsansprüche vermuten, sollten Sie diese alsbald schriftlich reklamieren und im Falle einer Ablehnung beziehungsweise ausbleibenden Reaktion innerhalb von drei Monaten einklagen. Ansonsten sind sie bereits aufgrund der Ausschlussfrist untergegangen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Nachfrage vom Fragesteller 02.05.2018 | 19:43

Vielen Dank Frau Dr. Schiebele!

Gehe ich lt. Ihren Ausführungen also Recht in der Annahme, dass bei folgendem Beispiel nur ca. die Hälfte des regulären Monatsgehaltes gezahlt würde?

Beispiel: Ich arbeite 86,75 Stunden lt. Dienstplan im Monat Juni, werde aber vom 01.06-30.06. krank geschrieben, also für den kompletten Monat. Würde ich diese Stunden arbeiten, bekäme ich ca. 880,- Euro brutto. Gemäß aktuellem Handhabung bekomme ich jedoch lediglich ca. 500,- Euro.

Lt. kurzem Gespräch mit dem LH Betriebsrat (ist nicht für uns zuständig) ist volle Bezahlung bei bereits vorhandenem Dienstplan geboten.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.05.2018 | 19:59

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Annahme ist falsch. Wenn Sie im gesamten Juni krank geschrieben sind, haben Sie für jeden Tag (ich nehme an, dass Sie an sieben Tagen der Woche eingesetzt werden können) Anspruch auf die durchschnittlich in den Monaten März bis Mai gearbeitete Arbeitszeit. Waren dies jeweils 86 Stunden, wären dies 2,86 Stunden für JEDEN Tag im Juni, also 86 Stunden insgesamt. Als Stundenlohn ist der Durchschnittsverdienst aus März bis Mai mit Ausnahme etwaig angefallender Überstundenzuschläge anzusetzen (Bruttoentgelt März bis Mai abzgl. Überstundenzuschläge dividiert durch die im März bis Mai geleisteten Stunden).

Im Ergebnis müssten Sie in etwa die volle Bezahlung erhalten, es sei denn Sie hätten laut Dienstplan sehr viel mehr arbeiten müssen als in der Vergangenheit.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Scheibeler


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie müssen sich neben Ihrer Arbeit auch noch um rechtliche Fragen und Belange kümmern? Das raubt Zeit und Nerven. Für Sie haben wir die Flatrate für Rechtsberatung entwickelt.

Mehr Informationen
Bewertung des Fragestellers 05.05.2018 | 13:30


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Frage wurde ausführlich und nachvollziehbar beantwortet. "
Mehr Bewertungen von Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 05.05.2018
4,8/5.0

Die Frage wurde ausführlich und nachvollziehbar beantwortet.


ANTWORT VON

501 Bewertungen

Heinz-Fangman-Str. 2
42287 Wuppertal
Tel: 0202 76988091
Tel: 0172 9077547
Web: http://www.kanzlei-scheibeler.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Fachanwalt Arbeitsrecht, Insolvenzrecht, Miet und Pachtrecht, Kaufrecht, Vertragsrecht