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DELL-PC: zu lauter Computer, zu warme Festplatte


25.04.2006 07:23 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Hallo,
ich habe vor drei Monaten beim weltgrößten Versender von PC´s einen neunen Rechner über das Internetportal bestellt.Vorher hatte ich bereits einen Rechner dieser Marke und habe, da ich Wert auf einen sehr laufruhigen PC lege, vor Bestellung bei der Hotline angerufen und mich nach der Laufruhe des neuen Modells erkundigt. Mir wurde gesagt, leider in gebrochenen Deutsch, da das Callcenter in Osteuropa lokalisiert ist, dass das neue Modell "besonders laufruhig" ist, weil es besonders große Lüftungsschlitze habe und daher gut gekühlt werden könne (Telefon, kann ich notfalls nicht beweisen). Nach Bestellung erhalte ich dann einen PC, der ein wesentlich kleineres Gehäuse hatte als der vorherige (konnte man im Internet auf den kleinen Bildern nicht erkennen) und natürlich wesentlich lauter war als der Vorgänger. Ich habe mich zwar darüber geärgert, aber nicht direkt (14 Tage Rückgaberegelung für Fernabgabe) reagiert, da das Modell mir ansonsten aufgrund der extremen Leistung sehr zusagte. Nach der Installation eines Festplattenüberwachungsprogramms nach zwei Monaten stellt sich heraus, dass auch die Festplattentemperatur mit 55Grad Celsius über dem empfohlenen Wert von 40Grad liegt, da die Festplatte im Wärmeabstrom der Dualcore-CPU liegt (derzeit leistungsfähigste CPU im Privatbereich) und damit die Lebensdauer der Festplatte verkürzt wird. Dell argumentiert wiederum telefonisch, dass mehr Leistung auch mehr Lärm bedeute (stimmt das? ein 600 Mercedes ist doch laufruhiger als ein Ford Fusion!) und das man lediglich gesagt hätte, dass das Modell aufgrund der großen Lüfterschlitze leiser sei (so auch in "Computer-Bild" nachweisbar gedruckt), womit man aber gemeint hätte "leiser als bei kleineren Lüftungsschlitzen" ncith aber gemeint hätte "leiser als die Vorgängermodelle"). Ich habe natürlich "leiser als die Vorgängermodelle" daraus interpretiert. Auf zwei Briefe mit Wandlungsbegehren, davon einer vor vier Wochen per Einschreiben mit Rückschein, reagiert Dell überhauptnicht (keinerlei Antwort). Was soll ich tun?

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Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich - die Richtigkeit Ihrer Angaben vorausgesetzt - anhand der von Ihnen gemachten Angaben gerne wie folgt summarisch beantworten möchte:


Soweit man Ihnen am Telefon versprochen hat, dass das neue Modell „besonders laufruhig“ sei und die Hotline bei Ihrer Anfrage auch hat erkennen können, dass sich Ihre Anfrage auf einen Vergleich zu den Vorgängermodellen bezog, haben Sie zunächst einen Anspruch auf Nacherfüllung in Form der Nachbesserung oder Nachlieferung nach § 439 Abs. 1 BGB. Es stellt nämlich dann aufgrund der gegebenen Zusicherung einen Mangel gemäß § 434 Abs. 1 BGB dar, wenn der PC nunmehr lauter als die Vorgänger ist. Sie werden jedoch - wie Sie selbst erkannt haben - Probleme haben, eine solche Zusage auch beweisen zu können, da zu erwarten ist, dass die Verkäuferfirma die gegebene Zusicherung wie bereits geschehen bestreiten wird und Sie keine Zeugen für das Gespräch haben.

Alleine aus der Tatsache, dass das Modell etwas lauter als die Vorgängermodelle ist, dürfte sich meines Erachtens kein Mangel ergeben, da nicht erkennbar ist, inwieweit hierdurch die Verwendung des Computers eingeschränkt ist oder sich nicht für die übliche Verwendung eignen soll. Etwas anderes würde sich nur dann ergeben, wenn die starke Erhitzung der Festplatte tatsächlich zu einer geringeren Lebensdauer der Festplatte führen würde. Dann ist aber wiederum fraglich, ob dieser Mangel so erheblich ist, dass er zum Rücktritt vom gesamten Kaufvertrag berechtigt (vgl. § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB).

Vor diesem Hintergrund sehe ich einen erfolgreichen Rücktritt als wenig wahrscheinlich an.

Ihre Ansicht, das Widerrufsrecht sei nicht fristgemäß ausgeübt worden, sollte sich jedoch noch einmal zu überprüfen lohnen. Nach den §§ 312d Abs. 2, 355 BGB beginnt das Widerrufsrecht nämlich erst mit dem Zeitpunkt zu laufen, zu dem Sie auch eine deutlich gestaltete Belehrung über Ihr Widerrufsrecht, die Ihnen entsprechend den Erfordernissen des eingesetzten Kommunikationsmittels Ihre Rechte deutlich macht, in Textform mitgeteilt worden ist, die auch Namen und Anschrift der Verkäuferfirma, der gegenüber der Widerruf zu erklären ist, und einen Hinweis auf den Fristbeginn und die Regelung des § 355 Abs. 1 Satz 2 BGB enthält. Dann muss Ihnen nämlich mitgeteilt worden sein, dass der Widerruf keine Begründung enthalten muss und in Textform oder durch Rücksendung der Sache innerhalb von zwei Wochen gegenüber dem Unternehmer zu erklären ist sowie dass zur Fristwahrung die rechtzeitige Absendung genügt. Sollte das nicht der Fall gewesen sein, dann können Sie den Kaufvertrag nach wie vor widerrufen und sollten dies auch schnellstmöglich per Einschreiben tun, verbunden mit der Aufforderung, Ihnen den geleisteten Kaufpreis zurückzuzahlen.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Sofern Sie eine abschließende Beurteilung Ihres Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem konkret zu erörtern.



Mit freundlichen Grüßen



Jorma Hein
Rechtsanwalt, Mediator

Gisselberger Straße 31
35037 Marburg

Telefon: 06421 - 167131
Fax: 06421 - 167132

hein@haftungsrecht.com
www.haftungsrecht.com
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