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DBA und Versteuerung der Reisekosten

| 07.05.2011 16:12 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Hallo


Ich bin bei einer großen deutschen firma im aussendienst beschäftigt und bekomme mein einkommen von deutschland.
ich befinde mich über 10 monate im jahr im aussland auf montage und komme auch oft in länder mit doppelbesteuerungsabkommen.
darum werde ich in vielen ländern auch steuerfreigestellt und bekomme somit meinen bruttolohn ausgezahlt und meine steuern muss ich selber bezahlen, da meine firma sagt, das ist mein problem. hm, ok
soweit sogut, wenn es nämlich nur um meine lohnkosten geht seh ich das ja auch ein das ich irgendwo meine steuern abführen muss, und damit habe ich auch kein problem. es gibt länder wo ich mehr zahle wie in deutschland und es gibt länder wo ich mir etwas spare, allerdings hällt sich das gut die waage würd ich sagen.

jetzt kommt aber mein eigentliches problem:

Ich werde von meiner firma ins ausland entsendet. die reisekosten werden von meiner firma gebucht und auch gezahlt, allerdings wird mir das alles vorgegeben.
das heisst: meine firma bucht mir den flug, hotel mietwagen etc die ich allerdings mit meiner kreditkarte bezahlen muss und die originalbelege dann einreiche das ich mein geld zurück bekomme.
ich muss also für meine firma in vorauskasse gehen, damit ich mir das geld wieder zurückholen kann.
das sind allerdings keine lohnkosten bzw das geld ist nicht mein einkommen!
es kommt schon mal vor das ich 8000€ im monat reisekosten auslegen muss dich ich 4 wochen später wieder zurück bekomme.
jetzt haben aber manche länder der erde so strenge steuergesetze (Belgien, Spanien, Israel,kasachstan,etc) das REISEKOSTEN auch versteuert werden.
das heisst ich muss nicht nur auf mein einkommen steuern zahlen muss sondern auch auf reisekosten die beim finanzamt auch von meiner firma offengelegt werden.

Beispiel von einer montage in belgien 2008:

Lohnkosten brutto 11800€
Hotel kosten 7500€
Flug 1500€
Mietwagen 2200€
benzin etc. 300€
------------------------------
Summe ~23300€

jeder normale mensch würde denken, hm ok lohnkosten 11800€ müssen versteuert werden und von dem betrag die lohnsteuer abgeführ an das belgische finanzamt.

ich musste aber in belgien 7600€ zahlen, weil von meiner firma die 23300€ offengelegt wurden und ich somit auf die 23300€ versteuert wurde.
meine firma sagt ich muss das selber tragen!
aber jeder der 2+3 zusammenzählen kann weiss das ich somit fast nichts verdient habe und meine moral ist im keller.
in manchen ländern sind die reisekosten wesentlich höher als mein einkommen und somit hab ich mehr verdient wenn ich einfach zuhause bleibe und nicht auf montage fahre.
Da passt doch was nicht oder ist das ok?

Frage:

ist das so rechtens, oder kann ich dagegen vorgehen?
warum muss ich für meine firma die steuern zahlen?
ist das mein einkommen wenn das auch nur reisekosten sind, und kann ich die in diesem fall als doppelte haushaltsführung geltend machen?
mus ich als ARBEITNEHMER dafür grade stehn?

Bitte um Hilfe

danke

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Fragen im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den Vorgaben dieser Plattform.

Ich weise rein vorsorglich darauf hin, dass die nachfolgenden Hinweise nur eine erste steuerrechtliche Orientierung bieten können und eine persönliche Beratung, bei der Sie alle Unterlagen wie Arbeitsvertrag, Gehaltsabrechnungen, Steuererklärungen und Steuerbescheide etc. vorlegen, nicht ersetzen können. So ist die Dauer der Tätigkeit, bzw. des Aufenthalts im anderen Land bei DBA-Fällen von großer Bedeutung.

Nach Ihrer Schilderung handelt es sich hier sowohl um ein steuerliches als auch um ein arbeitsrechtliches Problem.

Zunächst ist nach dem DBA zu klären, ob Belgien für die Tätigkeit in Belgien das Besteuerungsrecht hat. Sie erklären, dass Sie einen Arbeitsvertrag mit einem Arbeitgeber in Deutschland haben und in Deutschland Ihr Gehalt ausgezahlt wird.


Bei Ansässigkeit in Deutschland und Tätigkeit in Belgien ist nach Art. 15 Abs. 1 Satz 1 DBA Belgien - Deutschland das Besteuerungsrecht grundsätzlich Belgien zugewiesen.

Nach Art. 15 Abs. 2 DBA wird abweichend von Absatz 1 die Vergütung, die eine in einem Vertragstaat ansässige Person für eine in dem anderen Vertragstaat ausgeübte unselbständige Arbeit bezieht, nur in Deutschland besteuert, wenn Sie in Belgien insgesamt nicht länger als 183 Tage – übliche Arbeitsunterbrechungen eingeschlossen – während des Kalenderjahres tätig sind.

Da Sie schildern, dass Sie nicht nur in Belgien, sondern auch in anderen Ländern eingesetzt werden, sollten Sie überprüfen, ob Sie tatsächlich an 183 Tagen in Belgien tätig waren.

Sollten Sie diese Bedingung nicht erfüllen, können Sie über die Einkommensteuerjahreserklärung in Belgien dies feststellen lassen und Vorauszahlungen sollten Ihnen erstattet werden. Außerdem ist zu prüfen, ob Sie in Belgien nicht die Aufwendungen als Werbungskosten geltend machen können, wenn eine Besteuerung tatsächlich zu recht erfolgt ist.

Sollte die Besteuerung bei einer Tätigkeitsdauer von unter 183 Tagen in Deutschland erfolgen und haben bisher in Deutschland keine Einkommensteuer darauf gezahlt, dann müssen Sie dies im Rahmen einer deutschen Einkommensteuerveranlagung tun.
In Deutschland sind die Erstattungen für die Aufwendungen bei doppelter Haushaltsführung steuerfrei.

Die Frage der steuerfrei zu stellenden Kosten ist möglicherweise über Ihren Arbeitsvertrag zu klären. Nach deutschem Arbeitsrecht muss Ihnen der Arbeitgeber alle Aufwendungen erstatten, wenn Sie in seinem Auftrag reisen und dafür Kosten entstehen. Das ist ein allgemeiner Grundsatz in den Regelungen zum "Auftrag", nicht speziell im Arbeitsrecht.

Wenn dort im Vertrag ausdrücklich steht, dass die Kosten steuerfrei erstattet werden oder eine ähnliche Formulierung verwendet wird, dass die deutschen Vorschriften zur Anwendung kommen, dann gilt das auch bei einem Auslandseinsatz. Wenn die Erstattung dort steuerpflichtig ist, so ist die Regelung als Nettolohnvereinbarung zu verstehen. Sie sollten darauf bestehen, dass Ihnen diese Steuerbelastungen erstattet werden. Die Zahlung der Lohnsteuer ist wiederum Lohn, der zu versteuern ist, so dass Sie mit dem Arbeitgeber nach einer Lösung bei längerfristiger Entsendung nach Belgien suchen müssen. Ist dies nicht durch einen Einsatz zu regeln, mit dem Sie die Dauer vnon 183 Tagen nicht erreichen?

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen. Mangels Kenntnis der Unterlagen und der begrenzten Zeit hier kann ich leider keine weiteren konkreten Hinweise erteilen.

Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung,

mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin



Rückfrage vom Fragesteller 12.05.2011 | 03:27

hallo und vielen dank erstmal für die antwort,

Ich nehme an das ich zu recht in belgien versteuert wurde, und gehen wir auch mal davon aus.

sie schreiben:
Die Frage der steuerfrei zu stellenden Kosten ist möglicherweise über Ihren Arbeitsvertrag zu klären. Nach deutschem Arbeitsrecht muss Ihnen der Arbeitgeber alle Aufwendungen erstatten, wenn Sie in seinem Auftrag reisen und dafür Kosten entstehen. Das ist ein allgemeiner Grundsatz in den Regelungen zum "Auftrag", nicht speziell im Arbeitsrecht.

Das ist der punkt, ich reise im auftrag von meinem arbeitgeber! das hotelkosten und allgemein reisekosten dann auf meine kappe gehen verstehe ich nicht. das muss doch irgendwo geregelt sein das ich darauf keine steuern zahlen muss. die firma streicht millionen ein und ich muss noch einen zahlschein mitbringen?

ich könnte das in belgien als werbungskosten geltend machen, dann brauch ich doch zb die originale hotelrechnung, die allerdings meine firma hat und mir nicht gibt, weil die die rechnungen selber für die finanz brauchen.

Im arbeitsvertrag steht garnix diesbezüglich, das würde wahrscheinlich auch den rahmen sprengen.


Danke
Ano

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 12.05.2011 | 17:57

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn Sie bei einem größeren Unternehmen arbeiten, dann gibt es dort möglicherweise eine Betriebsvereinbarung oder Ähnliches, in der die steuerfreie Regelung der Reisekosten genau niedergelegt ist. Dann muss Ihnen auch die ausländische Steuer erstattet werden.

Sie sollten von Ihrem Arbeitgeber die Originalrechnungen verlangen, um sie für die Veranlagung in Belgien zu verwenden. Danach können Sie sie ja wieder an den Arbeitgeber zurück geben. Er muss dabei mitwirken, dass Ihnen durch die Tätigkeit im Ausland kein finanzieller Nachteil entsteht.

Ohne die Hilfe eines Anwalts vor Ort kommen Sie hier sicher nicht alleine weiter,

mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Bewertung des Fragestellers 12.05.2011 | 21:14

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