Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Corona-Prämie

28.02.2021 20:39 |
Preis: 45,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Moin.
In einer Firma mit ca. 80 Mitarbeitern ( 50 Monteure, 30 Büro etc. ) bekommen ältere Mitarbeiter Weihnachtsgeld/Sonderzahlung aufgrund der betrieblichen Übung, neuere Mitarbeiter wurden jedoch darauf hingewiesen, über die Sonderzahlung werde jedes Jahr für sie neu entschieden. In diesem Jahr, 2020/2021, bekommen die älteren Mitarbeiter ihr Weihnachtsgeld ( jedoch keine Corona-Prämie ), die neueren anstatt dessen die Corona-Prämie. Und jeder in der Höhe, der früheren Sonderzahlung ( also netto ). Somit erhält der eine keine Corona-Prämie, die anderen diese jedoch in jeweils unterschiedlicher Höhe. Alle Monteure sind jeden Tag aber den selben Bedingungen ausgesetzt.
Der Arbeitgeber hat zwar Möglichkeiten mit der Prämie, sagen wir, zu jonglieren. Hier wurde doch aber der Bogen überspannt, wenn ich es richtig sehe.
Kann der Chef so mannigfaltig entscheiden wer was bekommt und in welcher Höhe, und kann man das mit der Corona-Prämie tun, die ja eigentlich einen klaren Zweck verfolgt?
Und wie setzt man hier sein Recht durch und was ist dann ggf. mit den anderen Kollegen?

Einsatz editiert am 28.02.2021 21:12:25
28.02.2021 | 22:19

Antwort

von


(205)
Gisselberger Str. 47A
35037 Marburg
Tel: 06421-6977248
Tel: 01764-5636963
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

hier könnte durchaus ein Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz vorliegen.

Insbesondere gilt dies bei Benachteiligungen die zwischen Teilzeitbeschäftigten und Vollzeitbeschäftigten vorkommen.

Aber auch andere ähnlich gelagerte Fälle können einen Schadensersatzanspruch nach dem AGG auslösen.

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

§ 15 Entschädigung und Schadensersatz
(1) Bei einem Verstoß gegen das Benachteiligungsverbot ist der Arbeitgeber verpflichtet, den hierdurch entstandenen Schaden zu ersetzen. Dies gilt nicht, wenn der Arbeitgeber die Pflichtverletzung nicht zu vertreten hat.
(2) Wegen eines Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, kann der oder die Beschäftigte eine angemessene Entschädigung in Geld verlangen. Die Entschädigung darf bei einer Nichteinstellung drei Monatsgehälter nicht übersteigen, wenn der oder die Beschäftigte auch bei benachteiligungsfreier Auswahl nicht eingestellt worden wäre.
(3) Der Arbeitgeber ist bei der Anwendung kollektivrechtlicher Vereinbarungen nur dann zur Entschädigung verpflichtet, wenn er vorsätzlich oder grob fahrlässig handelt.
(4) Ein Anspruch nach Absatz 1 oder 2 muss innerhalb einer Frist von zwei Monaten schriftlich geltend gemacht werden, es sei denn, die Tarifvertragsparteien haben etwas anderes vereinbart. Die Frist beginnt im Falle einer Bewerbung oder eines beruflichen Aufstiegs mit dem Zugang der Ablehnung und in den sonstigen Fällen einer Benachteiligung zu dem Zeitpunkt, in dem der oder die Beschäftigte von der Benachteiligung Kenntnis erlangt.
(5) Im Übrigen bleiben Ansprüche gegen den Arbeitgeber, die sich aus anderen Rechtsvorschriften ergeben, unberührt.
(6) Ein Verstoß des Arbeitgebers gegen das Benachteiligungsverbot des § 7 Abs. 1 begründet keinen Anspruch auf Begründung eines Beschäftigungsverhältnisses, Berufsausbildungsverhältnisses oder einen beruflichen Aufstieg, es sei denn, ein solcher ergibt sich aus einem anderen Rechtsgrund.

Wenn der Arbeitgeber also keinen vernünftigen sachlichen Grund für die unterschiedliche Behandlung innerhalb ähnlicher Gruppen hat, wie beispielsweise bei den Monteuren, macht er sich schadensersatzpflichtig.

Eine solche Klage auf den Differenzmehrbetrag wäre dann vor dem Arbeitsgericht zu führen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wilke

Rechtsanwalt


ANTWORT VON

(205)

Gisselberger Str. 47A
35037 Marburg
Tel: 06421-6977248
Tel: 01764-5636963
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Miet und Pachtrecht, Arbeitsrecht, Strafrecht, Verwaltungsrecht, Vertragsrecht, allgemein, Zivilrecht, Urheberrecht, Erbrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 79753 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr ausführliche und kompetente Beantwortung meiner Frage, herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für den Rat. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr geholfen. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER