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Computer mit Mängel

| 24.05.2014 09:00 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Ich habe am 26.2.14, einen (im meinem Wohnort tätigen) Computerhändler damit beauftragt, einen Computer für mich zusammen zubauen der bestimmte Kriterien erfüllt z.B. Win7, 2xHDD 2TB, 2XSSD 256G, 32GB RAM, i7 CPU. Die genauen Details wurden mir als PDF der Mail zugesandt u. ich habe die Beauftragung per Mail bestätigt. Als Fertigstellungstermin wurde mir eine Woche ab Beauftragung genannt.

Zur tatsächlichen Auslieferung kam es dann erst am 26.3. (4 Wochen nach Auftragserteilung), da diverse Komponenten lt. Aussage des Händlers nicht lieferbar waren. Anzumerken ist, das die Auslieferung nicht vollständig war, anstelle von 32 GB wurden nur 24 GB eingebaut. Dies wurde mir mitgeteilt und mir zugesichert, dass sobald der Speicher eingetroffen ist ich benachrichtig werde u. dieser getauscht wird. Da ich das Gerät dringend für meine Arbeit benötigt habe, stimmte ich dem Angebot zu.

Zuhause angekommen stellte ich fest, dass das Betriebssystem nicht wie vereinbart auf der HDD installiert wurde sondern auf der SSD. Ich informierte den Händler darüber u. nach einer Diskussion einigten wir uns keine Neuinstallation durchzuführen, da dies wieder zu einer Verzögerung von ca. 2 Tagen bedeutet hätte u. ich dringend den PC für meine Arbeit benötigt habe.

Nach ca. 2 Tagen Arbeit am neuen Computer, kam es dann zum ersten Blue-Screen (Systemabsturz). Ich habe diesen Absturz nicht weiter verfolgt, da man als Windows User weiß, dass das manchmal vorkommen kann. In meinem Fall war das leider nicht so, der Bluescreen wurde mehr oder weniger zu meinem ständigen Begleiter.

Am 18.5. passierte dann etwas wovor man sich als Computernutzer besonders fürchtet – Datenverlust auf einer der HDD. Mehrere Dateien waren plötzlich nicht mehr auffindbar. Tags darauf (Montag) informierte ich meinen Händler darüber u. auch über den Umstand, dass noch immer die „ restlichen" Speichermodule nicht eingebaut worden sind. Ich brachte das Gerät zum Händler und er wollte mich nächsten Tag anrufen, wie der Stand der Dinge ist. Wie zu erwarten (Erfahrung der letzten Monate) rief der Händler nicht zurück, und so musste ich Dienstag, Mittwoch und Donnerstagabend explizit beim Händler anrufen um den Status zu erfragen. Donnerstagabend wurde mir mitgeteilt, dass ich das Gerät abholen kann. Platten und Speicher wurde getestet, es wurde kein Fehler festgestellt u. meine verloren Dateien haben sie auch nicht gefunden. Ach ja u. sie haben zur Sicherheit einen zusätzlichen Lüfter eingebaut, da es doch ziemlich warm wird im Gehäuse inneren. Für die Arbeit wollten der Händler ca. 50€ (Arbeit + 10€ für den Lüfter). Sie können sich vorstellen, dass ich etwas verwundert reagiert habe u. den Händler zu Rede stellte. Nach kurzer Diskussion wurde mir das Angebot gemacht, die Arbeitsleistung nicht zu verrechnen, jedoch die 10€ für den Lüfter. Ich habe darauf gesagt, dass ich auch den Lüfter nicht bezahlen werde, da ich diesen nicht explizit beauftragt habe u. er (der Händler) dafür zuständig ist ein ordentlich dimensioniertes Gerät zu bauen. Wenn es dafür Nachbesserungen benötigt, dann kann er dies gerne tun aber nicht zu meinen Lasten. Ich blieb bei meiner Verweigerung u. der Händler drohte mir daraufhin mit Kundenkonto-Sperrung und Hausverbot. Ich unternahm dann noch einen Versuch u. bot an, dass ich den Lüfter zahlen werde vorausgesetzt das Gerät läuft stabil. Der Händler erlaubte mir daraufhin das Gerät mitzunehmen, er werde aber mein Kundenkonto sperren solange die 10€ nicht bezahlt sind.

Zuhause angekommen installierte ich mir eine Software welche verloren gegangene Dateien wiederherstellen kann. Die Software fand nach einiger Zeit auch sofort relativ viele Dateien, was mich ehrlich gesagt etwas verwunderte. Nach genauerem Hinsehen musste ich feststellen, dass es sich dabei nicht um meine Dateien, sondern um Dateien einer Firma aus einem Nachbarort handelte (Kundenkorrespondenz, Mitarbeiterbewertungen usw.) Mein erster Gedanke war, ich habe alte Hardware bekommen. Zum Glück war bereits eine HD Tool auf dem Rechner installiert, welche die S.M.A.R.T Information des HD Controllers ausliest und da sah ich es mit meinen eigenen Augen: ca. 6000 Stunden Power-ON time für die Festplatte, auf der Dateien verloren gegangen sind. Ganz offensichtlich wurde ein alte, womöglich bereits defekte HD in meinen Rechner eingebaut.

Meine Frage: Was soll ich nun gegen den Händler unternehmen? Ehrlich gesagt wäre es mir am liebsten, wenn man das Geschäft rückabwickeln könnte. Ich fühle mich betrogen, wer weiß welche Teile sonst noch alt sind. Außerdem möchte ich mit der Inkompetenz (kann verlorene Dateien nicht wiederfinden) und seinem fahrlässigen Umgang mit sensiblen fremden Daten, nicht weiter konfrontiert werden. Soll/darf ich die „andere" Firma darüber in Kenntnis setzen, dass ihre Firmendaten auf meinem PC gelandet sind?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Tatsache, dass entgegen der Absprache der Vertragsparteien ein Gebrauchtteil eingebaut wurde, stellt einen Mangel dar. D.h., dass Sie Sachmängelgewährleistungsrechte geltend machen können.

Bevor Sie jedoch zurücktreten können, müssen Sie dem Verkäufer grundsätzlich zunächst die Möglichkeit der Nacherfüllung einräumen (Neulieferung oder Mängelbeseitigung). Erst wenn dieser Nachbesserungsversuch abermals fehlgeschlagen ist oder aber die Nacherfüllung endgültig abgelehnt wurde, können Sie von dem Vertrag zurücktreten.

Von der Aufforderung zur Nacherfüllung können Sie nur dann absehen, wenn Sie dem Verkäufer nachweisen können, dass er Ihnen den Mangel arglistig verschwiegen hat. Hierfür muss er den Mangel gekannt haben und zudem davon ausgegangen sein, dass Sie den Mangel nicht kannten. In Ihrem Fall deutet viel darauf hin, dass diese Voraussetzungen vorliegen. Beachten Sie aber, dass Sie für das Vorliegen der Arglist beweisbelastet sind. Wenn der Verkäufer sich darauf beruft, dass der Speicher versehentlich eingebaut wurde und dies auch plausibel machen kann, könnte dieser Beweis misslingen.

Auch wenn ich die Voraussetzungen für einen sofortigen Rücktritt nach den von Ihnen gemachten Angaben und unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhalts für gegeben ansehe, besteht immer ein gewisses Risiko, dass ein Gericht dieses anders sehen könnte. Wenn Sie daher sicher gehen wollen, sollten Sie nochmals zur Nacherfüllung auffordern und hierfür eine angemessene Frist setzen.

Anderenfalls erklären Sie den Rücktritt und verlangen Sie die Rückzahlung des Kaufpreises. Bieten Sie in diesem Zusammenhang auch die Rückgabe des Computers an.

Die andere Firma dürfen Sie im Übrigen über den Sachverhalt in Kenntnis setzen, soweit keine vertragliche Verschwiegenheitsabrede besteht. Hierbei sollten Sie aber bei den Fakten bleiben und nur das weitergeben, was tatsächlich nachweisbar ist.

Sollten Sie weiteren Beratungsbedarf in der Angelegenheit haben, stehe ich Ihnen gerne zur weiteren Vertretung zur Verfügung. Das hier gezahlte Honorar würde auf die weiteren anfallenden Gebühren angerechnet werden. Kontaktieren Sie mich einfach unter der angegebenen E-Mail-Adresse.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 24.05.2014 | 14:52

Vielen Dank für ihre Antwort, bzgl. Rücktritt würde ich gerne wissen ob ich nicht eigentlich sofort davon Gebrauch machen könnte, wenn mir der Händler bestätigt, das beim dem letzten Reparaturversuch (22.5.) alle Festplatten und Speichermodule vollständig geprüft wurden, alles in Ordnung ist und Neuware verbaut wurde.

Dann könnte ich ihn doch beim nächsten Besuch mit der Tatsache konfrontieren, dass das nicht der Wahrheit entspricht und ich wegen arglistiger Täuschung vom Kaufvertrag zurücktrete - richtig?

PS: Ich habe gerade festgestellt, dass ich morgen erneut den Händler aufsuchen muss, da seit dem letzten Reparaturversuch eine der insgesamt vier Festplatten nicht mehr ansprechbar ist - Grund unbekannt.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.05.2014 | 17:29

Sehr geehrter Fragesteller,

strenggenommen ergibt sich auch hieraus nicht, dass der Verkäufer von dem Mangel wusste. Sie sollten Ihn meines Erachtens dennoch mit der Tatsache konfrontieren.

Im Übrigen können Sie auch dann zurücktreten, wenn der Verkäufer die Nacherfüllung ablehnt.

Gerne können Sie mich per E-Mail auf dem Laufenden halten.


Mit freundlichen Grüßen,


A. Meyer

Bewertung des Fragestellers 26.05.2014 | 10:57

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