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Chefarzt einer Klinik haftbar machen?

| 25.06.2014 10:21 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Liubov Zelinskij-Zunik, M.mel.


Zusammenfassung: Beweis bei unterlassener Befunderhebung, Myasthenie leitlinien, Haftung bei Chefarztbehadlung

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe folgende Situation. Meine Frau war wegen unbekannter Muskelschwäche und Muskelschmerzen, Müdigkeit und vieler anderer Symptome zwecks Diagnostik im Klinikum. Der Chefarzt (aufgrund von Privatleistungen) übernahm die Leitung der diagnostischen Maßnahmen. Es wurde alles gemacht; viele Blutwerte und Tests, Muskelbiopsie etc.

Jetzt, ca. 8 Monate später, stellt sich heraus (durch eine Endokrinologin), dass meine Frau "garkein" Vitamin D im Körper besitzt. Vitamin D Mangel kann für all die o.g. Symptome verantwortlich sein. Mit viel Glück haben sich die Schmerzen etc nicht manisfestiert und es geht ihr in wenigen Wochen/Monaten besser.

Andere Ärzte haben mir bestätigt, dass bei o.g. Beschwerden, der Facharzt für Neurologie (und auch noch der Chefarzt) bei einem diagnostischen neurologischen Klinikaufenthalt als aller erstes an die Ermittlung des Vitamin D Wertes hätte denken müssen. Dies hat er nicht getan.

Angenommen es geht meiner Frau bald besser (ich hoffe es so sehr) und es (die Beschwerden) lag tatsächlich am fehlenden Vitamin D (Mangel), hätte sie theoretisch - sofern der Chefarzt damals schon diesen Wert ermittelt und den Mangel festgestellt hätte - ein halbes bis dreiviertel Jahr früher bescherdefreier sein können!

Die ersten Fragen:
- Kann ich den Chef- und Facharzt daführ haftbar machen?
- Gibt es die Möglichkeit Schmerzensgeld geltend zu machen und wenn ja, in welchem Bereich kann ich so etwas finanziell bewegen?
- Wie müssen wir das ganze beweisen, darstellen und belegen? Und vor allem wann (spätestens)?

Denn letztendlich, wem, wenn nicht dieser qualifizierten Fachkraft, hätte man sonst vertrauen können, dass sie alles checkt und diagnostiziert bzw. erstmal die milden Untersuchungen ausschöpft bevor die unerträglichen stattfidnen? Man hätte meiner Frau viele schmerzhafte Untersuchgen ersparen können, welche meiner Frau sehr weh taten (aber auch unserem Geldbeutel)... zum Beispiel die Muskelbiopsie oder Elektromyografie etc.

Die letzte Frage:
Da wir schon lange mit diesen Symptomen von Facharzt zu Facharzt sowie Hausarzt zu Hausarzt sowie Kliniken (Multimodale Schmerztherapie) laufen... besteht da die Möglichkeit schon an früherer Stelle anzusetzen?
- Hätten auch Hausärzte so etwas testen müssen?
- Oder andere Fachärzte (welche Bereiche: Orthopädie, Neurologie, etc.)?

Ich wäre Ihnen sehr dankbar über eine schnelle und ausführliche Antwort. Vielen, vielen Dank.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die ersten Fragen:

- Kann ich den Chef- und Facharzt daführ haftbar machen?

Ja, aus Behandlungsvertrag


- Gibt es die Möglichkeit Schmerzensgeld geltend zu machen und wenn ja, in welchem Bereich kann ich so etwas finanziell bewegen?

Ja, bis 5.000 €, wenn kein Dauerschaden vorliegt

Dazu noch

http://www.arzthaftung-wegen-behandlungsfehler.de/behandlungsfehler/27-schmerzensgeld-wegen-behandlungsfehler


- Wie müssen wir das ganze beweisen, darstellen und belegen?


Sie beweisen, dass ein Behandlungsfehler (=unterlassene Befunderhebung) passiert ist, der zu einem Schaden (=Nichtbehandlung), dieser seinerseits zu Schmerzen geführt hat. Falls die unterlassene Befunderhebung einen groben Behandlungsfehler darstellt (z. B. nach Meinung des Sachverständigen), muss der Arzt beweisen, dass auch im Falle, wenn alles fehlerfrei gelaufen wäre, zu einem Schaden (=Nichtbehandlung) gekommen wäre.


- Was muss der Arzt bei diesen Symptomen tun:

Die Leitlinien der Deutscher Gesellschaft für Neurologie, Diagnostik und „Therapie der Myasthenia gravis und des Lambert-Eaton-Syndroms"
Stand: September 2012
Hier
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-087l_S1_Myasthenia_Gravis_Lambert-Eaton_Syndrom_2013_1.pdf


Dazu
http://www.arzthaftung-wegen-behandlungsfehler.de/behandlungsfehler/25-beweislast-bei-haftung-fuer-behandlungs-und-aufklaerungsfehler



- Und vor allem wann (spätestens)?

3 Jahre beträgt die Verjährungsfrist



- …. (aber auch unserem Geldbeutel)... zum Beispiel die Muskelbiopsie oder Elektromyografie etc. …

Hier kommt ein materieller Schadensersatz in Betracht



Die letzte Frage:
- Da wir schon lange mit diesen Symptomen von Facharzt zu Facharzt sowie Hausarzt zu Hausarzt sowie Kliniken (Multimodale Schmerztherapie) laufen... besteht da die Möglichkeit schon an früherer Stelle anzusetzen?

Ja

- Hätten auch Hausärzte so etwas testen müssen?

Ja, er hätte sie zum Neurologen überweisen müssen.


- Oder andere Fachärzte (welche Bereiche: Orthopädie, Neurologie, etc.)?

Ja, gilt das ober Gesagte





Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 25.06.2014 | 11:13

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 25.06.2014 3,4/5,0
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