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Car Allowance und Werbungskosten für Dienstreisen

| 17.02.2010 19:25 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Marlies Zerban


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin als im Vertrieb tätiger Mitarbeiter angestellt.
Für meine Fahrten zum Kunden bin ich sowohl mit dem Auto als auch der Bahn unterwegs.

Für Bahnreisen erhalte ich eine direkte Bezahlung für Fahrkarten und Auslagen per Firmenkreditkarte und keine Pauschalen.

Für Automobilreisen erhalte ich eine monatliche Vergütung von 700 EUR brutto auf das Grundgehalt, die ich versteuere (Car Allowance).

Weiterhin erhalte ich sämtliche Benzinaufwendungen (privat wie geschäftlich) ebenfalls per Firmenkreditkarte ersetzt. Sonst erhalte ich keinerlei Erstattungen (z.B. km/Pauschale) vom Arbeitgeber.

Meine Aufwände privat / geschäftlich lassen sich auf ca 50/50 schätzen Ingesamt fahre ich knapp 40.000 KM im Jahr.

Meine Frage:
- Welche Aufwände meiner Dienstreisen kann ich neben der "Pendlerpauschale" als Werbungskosten beim FA geltend machen?

- Welchen Teil der erstatteten Benzin-Kosten muss ich abziehen von den von den Werbungskosten? Nur für die geschäftlichen Reisen oder komplett das per Firmenkreditkarte bezahlte Benzin?

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Fragen im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den Vorgaben dieses Forums.

1. Die Zahlung von Benzinkosten ist insgesamt als steuerpflichtige Einnahmen anzusehen, der Arbeitgeber zahlt diese nach Ihren Angaben nicht unmittelbar für die Fahrten zu den Kunden.

2. Es handelt sich um einen Sachbezug, der keiner Sonderregelung unterliegt. Eine günstigere Besteuerung kann nach § 8 Abs. 2 oder 3 EStG oder § 40 EStG (Pauschalversteuerung) erfolgen. Ein solcher Fall liegt hier nicht vor.

Als Werbungskosten können Sie dann die Aufwendungen für 1.) Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und für 2.) Fahrten zwischen Wohnung und Kundeneinsatz oder Büro und Kundenseinsatz geltend machen.

3. Dazu können Sie entweder die Kilometerpauschalen heranziehen, also für die Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte 0,30 Euro für die einfache Strecke (Pendlerpauschale) geltend machen und für die Fahrten zum Kunden 0,30 Euro für jeden Fahrtkilometer (also die Strecke hin und zurück) in der Einkommensteuer als Werbungskosten geltend machen.

4. Sie können aber auch ein Fahrtenbuch führen und dabei die Fahrtstrecken in drei Kategorien aufteilen: privat, Fahrt zur Arbeitsstätte und reine Dienstfahrten.

Zugleich ermitteln Sie die Gesamtkosten (ohne die vom Arbeitgeber gezahlten Benzinkosten) und ermitteln so Ihren individuellen Kilometersatz.

5. Am Jahresende können Sie dann von den genannten 40.000 km aufteilen, wie viel Sie privat fahren (dieser Kostenanteil scheidet aus), für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte können Sie nur die Pendlerpauschale ansetzen (siehe 2.) und für die übrigen Fahrten ermitteln Sie unter Berechnung der Fahrtkilometer multipliziert mit dem Kilometersatz die tatsächlichen Kosten.

Folgende Kosten können Sie bei der Berechnung des Kilometersatzes berücksichtigen: Leasingrate für Pkw oder Abschreibung aus dem Kaufpreis, Kfz-Steuer, Versicherung, Reparaturen, Parkgebühren

Ihre zweite Frage - welchen Teil der erstatteten Benzin-Kosten muss ich abziehen von den Werbungskosten? Nur für die geschäftlichen Reisen oder komplett das per Firmenkreditkarte bezahlte Benzin? - lässt sich also nicht so beantworten, da die Zahlung der Benzinkosten insgesamt steuerpflichtig ist. Weitere Hinweise können Sie dem BMF Schreiben vom 31.8.2009, Geschäftszeichen: IV C 5 – S 2351/09/10002 entnehmen.

Ich stehe für eine Nachfrage oder auch eine weiterführende Beratung gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Nachfrage vom Fragesteller 18.02.2010 | 12:35

Sehr geehrte Frau Zerban,

vielen Dank für Ihre Antwort - eine Nachfrage habe ich noch:

Nach Ermittlung eines individuellen Kilometersatzes und einer Verteilung der Kategorien:
- 25% Pendlerpauschale mit 30 cent
- 50% Der Dienstreisen mit individuellem km Satz
- 25% Privatreisen

Gibt es hier Minimallimits in % für Dienstreisen um die individuellen km-Sätze hinterlegen zu können. Und:

Welchen Teil der für alle Kategorien bezahlten und nicht versteuerten Benzinvergütung des AG muss ich hier nachversteuern und gibt es hier wiederum prozentuale Limits?

Viele Grüsse

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.02.2010 | 14:56

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Nachfrage, wobei ich bei dem ersten Teil der Frage nicht recht verstehe. Es wird insgesamt nur ein km-Satz - jährlich neu - ermittelt, der dann mit der Anzahl der km für die dienstlichen Fahrten multipliziert wird.

Sie müssen den kompletten Betrag angeben, hierbei gibt es keine Limits. Die Beträge, die steuerfrei gezahlt werden können, sind im Einkommensteuergesetz detailliert angegeben, weitere Ausnahmen gibt es nicht. Der Steuerberater des Arbeitgebes sollte prüfen, ob hier nicht eine günstigere Regelung für Sie möglich ist.

Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Bewertung des Fragestellers 20.02.2010 | 10:35

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