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Cannabispflanzen

| 06.09.2017 11:34 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


Sehr geehrte Damen und Herren.
Letzte Woche Dienstag stand die Polizei vor meiner Tür und wollte hinein, weil sie Cannabispflanzen bei mit vor dem Fenster gesehen hatte. Zuerst wollte ich sie nicht reinlassen, aber dann haben sie mit dem Richter gedroht, und letzten Endes habe ich sie rein gelassen. Sie haben Fotos davon gemacht. Ich hatte 3 Cannabispflanzen vor dem Fenster, ohne Beleuchtung oder sonstiges proffessionelles Material. Die habe ich gemacht für den Eigengebrauch. Ich war soweit Kooperativ, habe ihnen sogar noch einen großen Müllbeutel gegeben. Sie haben mich gefragt warum die da standen. Ich sagte denen das ich dies aus Eigengebrauch mache, da ich ansonsten schlecht schlafe, da ich in der Vergangenheit ein Trauma hatte. Weder für Handel, nur für mich. An den Pflanzen waren keine Blüten dran. Am Freitag muss ich dort hin. Was erwartet mich jetzt? Was soll ich machen?

Mit freundlichem Gruß, Name möchte ich lieber nicht öffentlich machen.

Sehr geehrte Fragestellerin,

bereits durch den Anbau haben Sie sich strafbar gemacht, da nach § 29 Abs. 1 Nr. 1 BtMG der Anbau von Betäubungsmitteln strafbar ist und grundsätzlich mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird.

Im Falle einer nicht geringen Menge liegt die Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr; § 29a BtMG.

Es kann jedoch gem. § 31a Abs. 1 BtMG von der Strafverfolgung absehen werden, wenn der Anbau nur in geringer Menge und zum Eigengebrauch erfolgte. Dabei kommt es auf den THC Gehalt aller Ihrer Pflanzen an. Dies kann naturgemäß von hier nicht eingeschätzt werden und wird daher regelmäßig durch die Ermittlungsbehörde festgestellt.

Inwieweit die Staatsanwaltschaft Ihnen eine nicht geringe nachweisen kann, hängt auch von Ihren Aussagen ab, die Sie bereits gegenüber der Polizei gemacht haben.

Ich rate Ihnen daher am Freitag nicht zur Polizei zu gehen, sondern einen Rechtsanwalt zu beauftragen Sie zu verteidigen. Dieser kann Akteneinsicht nehmen und dann entsprechend der Ermittlungsergebnisse darauf hinwirken, dass Sie glimpflich aus der Sache herauskommen.

Ein kurzer Rat für die Zukunft: Lassen Sie sich von Drohungen der Polizei nicht verunsichern und geben Sie der Polizei nichts freiwillig heraus oder lassen die Polizei nicht freiwillig in Ihre Wohnung. Erst recht nicht, wenn Ihnen eine Straftat vorgeworfen wird. Dies macht idR Ihre spätere Verteidigung nur schwerer.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, einen ersten rechtlichen Überblick verschafft zu haben.

Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

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Nachfrage vom Fragesteller 06.09.2017 | 12:38

An den 3 Pflanzen waren noch keine Blüten. Sprich sie waren noch nicht einmal in der Phase der blühung. Man konnte es noch nicht einmal rauchen. Was soll ich sagen wenn ich diesen Termin Absage.
Mit freundlichem Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.09.2017 | 12:54

Sehr geehrte Fragestellerin,

nicht nur die Blüten sondern auch die Blätter enthalten THC. Der Gehalt ist zwar geringer als in den Blüten (8 bis 25%), jedoch immer noch vorhanden (1 bis 4 %). Je nach Menge und Ihren Angaben gegenüber der Polizei über die Vergangenheit Ihres Anbaus, kann auch eine nicht geringe Menge zusammenkommen.

Sie müssen den Termin weder ausdrücklich absagen noch dies begründen. Sie können dies natürlich tun und erklären, dass Sie von Ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen. Mehr sollten Sie keinesfalls sagen. Wenn Sie einen Rechtsanwalt beauftragen, wird dieser idR zusammen mit der Verteidigungsanzeige und dem Antrag auf Akteneinsicht ebenfalls mitteilen, dass Sie zunächst keine Angaben in der Sache machen werden.

Mit freundlichen Grüßen


Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 06.09.2017 | 13:24

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