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Cannabis Anbau

17. September 2004 11:35 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,
ein Freund von mir hat in seinem / unserem Schrebergarten Cannabis angebaut. Er wurde angezeigt und gestern kam
die Anklageschrift.
Man bezieht sich auf die $$ 1, 3 Abs.1 und 29 Abs. 1 Nr. 1
Was verbirgt sich hhinter diesen Paragraphen ?
Tatsächlich beschlagnahmt wurden ca. 100-150 Pflanzen. Im Polizeibericht ist von ca. 460 Stück die Rede und in der Anklage von ca. 720 Pflanzen, was definitiv nicht der Realität entspricht.
Wie kann er diese Behauptung wiederlegen ?
Er hat jetzt 1 Woche Zeit die Vornahme einzelner Beweiserhebungen zu beantragen und gegebenenfalls Zeugen zu benennen.
Ich, als seine Freundin kann Angaben zu dem Sachverhalt und der angebauten Menge Auskunft geben.
Macht das Sinn mich als Zeugin zu benennen oder wird man mir eh nicht glauben ?
Ist es sinnvoll die Ermittlung des THC Gehalts zu beantragen,
oder wird das sowieso grundsätzlich vorgenommen ?
Die Kosten sind doch bestimmt von ihm zu tragen. Wissen Sie was so etwas kostet?
Erschwerend kommt noch dazu, dass sich mein Freund keinen Anwalt leisten kann. Er bekommt nur wenig Arbeitslosenhilfe.
Der Anbau diente lediglich dem Eigenbedarf, da er es sich nicht mehr leisten konnte Cannabis käuflich zu erwerben und die Kreise wo das gehandelt wurde nicht gefielen.
Es war also kein Handel beabsichtigt, was ich auch bestätigen kann.
Wir wissen nicht so genau wie wir sinnvollerweise verfahren sollen. Er ist wegen dem BtMG noch nicht vorbestraft und ich bin mit dem Gesetz auch noch nicht in Konflikt gekommen.
Mit welchem Strafmass müssen wir rechnen ?
Kann man mich als Besitzerin des Grundstücks auch zur Rechenschaft ziehen ?
Besten dank für Ihre Mühe
MfG

17. September 2004 | 12:40

Antwort

von


(162)
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50676 Köln
Tel: 0221-79077052
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Sehr geehrter Rechtssuchender,

1. Die o.g. §§ sind die Vorschriften des sog. Gesetzes über den Verkehr mit Betäubungsmitteln (kurz: Betäubungsmittelgesetzes bzw. BtMG).

2. Strafbar sind nach § 29 des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) der Anbau, der Besitz, und zwar auch zum ausschließlichen Eigenverbrauch, der Erwerb, die Abgabe, die Einfuhr und Ausfuhr sowie nahezu alle anderen Umgangsformen mit Cannabis. Seit Februar 1998 ist jedoch auch der Besitz von Hanfsamen strafbar, wenn diese zum unerlaubten Anbau von (THC-haltigen) Hanfpflanzen bestimmt sind.


a) §29 BtMG lautet:

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
Betäubungsmittel unerlaubt anbaut, herstellt, mit ihnen Handel treibt, sie, ohne Handel zu treiben, einführt, ausführt, veräußert, abgibt, sonst in den Verkehr bringt, erwirbt oder sich in sonstiger Weise verschafft,
eine ausgenommene Zubereitung (§ 2 Abs. 1 Nr. 3) ohne Erlaubnis nach § 3 Abs. 1 Nr. 2 herstellt,
Betäubungsmittel besitzt, ohne zugleich im Besitz einer schriftlichen Erlaubnis für den Erwerb zu sein,
entgegen § 11 Abs. 1 Satz 2 Betäubungsmittel durchführt,
entgegen § 13 Abs. 1 Betäubungsmittel
verschreibt,
verabreicht oder zum unmittelbaren Verbrauch überläßt,
entgegen § 13 Abs. 2 Betäubungsmittel in einer Apotheke oder tierärztlichen Hausapotheke abgibt,
entgegen § 14 Abs. 5 für Betäubungsmittel wirbt,
unrichtige oder unvollständige Angaben macht, um für sich oder einen anderen oder für ein Tier die Verschreibung eines Betäubungsmittels zu erlangen,
eine Gelegenheit zum unbefugten Verbrauch, Erwerb oder zur unbefugten Abgabe von Betäubungsmitteln öffentlich oder eigennützig mitteilt, eine solche Gelegenheit einem anderen verschafft oder gewährt oder ihn zum unbefugten Verbrauch von Betäubungsmitteln verleitet,
öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3 Strafgesetzbuch) dazu auffordert, Betäubungsmittel zu verbrauchen, die nicht zulässigerweise verschrieben worden sind,
Geldmittel oder andere Vermögensgegenstände einem anderen für eine rechtswidrige Tat nach Nummern 1, 5, 6, 7, 10 oder 12 bereitstellt, oder
einer Rechtsverordnung nach § 11 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 oder § 13 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 oder 3 zuwiderhandelt, soweit sie für einen bestimmten Tatbestand auf diese Strafvorschrift verweist.
Die Abgabe von sterilen Einmalspritzen an Betäubungsmittelabhängige stellt kein Verschaffen von Gelegenheit zum Verbrauch im Sinne von Satz 1 Nr. 10 dar.

(2) In den Fällen des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 1, 2, 5 oder 6 Buchstabe b ist der Versuch strafbar.

(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr. Ein besonders schwer............

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Rechtsanwalt Klaus Wille

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