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Cannabis

08.06.2018 08:58 |
Preis: 30,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe meinen Führerschein abgeben müssen aufgrund dem strafttatbestand des fahren ohne Führerschein. An dem Tag saß eine Freundin in dem Auto und hat sich einen geraucht. Ich hatte mir an dem Morgen auch noch ein geraucht aber nicht als wir im Auto saßen. Wie das Schicksal es dann so wollte, kam in dem Moment ein erster Polizist, der sie schon mit dem joint gesehen hat. Wie es dann so verlaufen ist, können sie sich bestimmt schon denken. Ab auf die wache und zum Arzt Blut abnehmen. Dann wurde ich entlassen und durfte, natürlich ohne das Auto, gehen.
Ein paar Wochen später, kam es dann zum Gerichtstermin. Der richter war sehr nett, hat mich zwar wegen dem Fahren ohne fahrerlaubniss verurteilt aber nicht das Cannabis angesprochen. 1 Jahr ist vergangen und nun könnte ich mein Führerschein wieder erlangen. Dazu gehört auch eine mpu. Jetzt kommt meine Frage dazu : Wir bei der mpu auch ein Drogenscreening dann gemacht? Weil der Punkt ja im Anklagepunkt nicht relevant war oder muss ich mich trotzdem auf ein test gefasst machen weil der verkehrspsychologe die ganze Fallakte anfordert?

Ich bedanke mich schon mal für die Antwort und wünsche alles eine schönen Tag

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Sehr geehrte Ratsuchende,


sofern die MPU angeordnet worden ist, könnten Sie auch mit der Anordnung eines Drogenscreening rechnen.

Ihre Strafakte wird an die Fahrerlaubnisbehörde übersandt, was nach § 474 StPO auch zulässig ist. Es darf insoweit Auskunft aus der Akte erteilt werden.

Auch wenn Sie "nur" wegen Fahren ohne Führerschein verurteilt worden sind, kann ein Screening angeordnet werden, wenn sich aus der Akte Zweifel an Ihrer Eignung zum Führen eines Kraftsfahrzeuges ergeben, weil Drogenkonsum anzunehmen ist. Dafür müssen aber aus der Akte Anhaltspunkte ersichtlich sein. Das Ergebnis der Blutuntersuchung muss z.B. bekannt sein.

Ergeben sich keinerlei Anhaltspunkte für einen Drogenkonsum, ist ein Drogenscreening aber nicht zulässig.

Sie sollten daher über einen Anwalt die Strafakte einsehen lassen, um überhaupt einschätzen zu können, welche Ergebnisse zum Drogenkonsum dort enthalten sind, auch wenn darauf letztlich keine Verurteilung gestützt worden ist.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

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