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Campingherd bei defekter Küchenzeile

16.04.2008 22:07 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Guten Tag,

ich bin gerade in eine 1 Zimmer Wohnung, Baujahr 1972 eingezogen. In einer Stadt in der die Vermieter meinen mit Studenten alles machen zu können. Die Küchenzeile ist ebenso alt. Die Küche besteht aus einem Waschbecken, zwei Herdplatten, die in die Arbeitsplatte eingebaut sind, einem Kühlschrank und diversen Regalen. Alles eher mäßig ansehnlich und renovierungsbedüftig. War aber bei Einzug funktionstüchtig und für mich in Ordnung.

Die Küchenzeile wird vom Vermieter mitvermietet.

Nun sind kurz nach Einzug die Herdplatten beide kaputt gegangen. Ein Elektriker, der vom Vermieter konsultiert wurde, "diagnostizierte" einen alterbedingten Schaden, der sich nicht mehr lohne zu reparieren. Die Vermieterin weigert sich nun mehr zu tun, als auf die alten, defekten Platten einen portablen Campingherd zu stellen, mit der Begründung "da könnte ich dann genauso gut kochen, der Kühlschrank und das Waschbecken funktionieren ja" Der Vermieter ist nicht bereit da auch nur ein bisschen mehr zu investieren. (Hat durchklingen lassen, dass er evtl vor hat die Wohnung zu verkaufen) Dies sehe ich jedoch nicht ein, da ich die Miete für eine Küchenzeile zahle und nicht für eine defekte Zeile, die drin bleibt und von einem Campingherd überdeckt wird.

Nun meine Fragen:

1. Habe ich Anspruch auf mehr oder muss ich diese Lösung akzeptieren?

2. Darf der Vermieter die defekten Herdplatten einfach in der Küchenzeile drinlassen? Sprich heißt "einen Mangel beseitigen/ersetzen", zwangsläufig dass das defekte Teil raus muss?

3. Habe ich ein Recht auf Mietminderung, wenn der Vermieter sich weigert eine andere Lösung zu finden? Wenn ja, wieviel?

4. Gibt es passende Gerichtsurteile?

Würde mich über eine Antwort bezüglich der Problematik freuen.


Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf der Grundlage des von Ihnen angegebenen Sachverhalts wie folgt:

Da die Küche/Herd durch den Vermieter vermietet sind, haben Sie Anspruch auf Reparatur des Herdes bzw. den Einbau eines gleichwertigen Herdes. Der Vermieter ist hier auch verpflichtet, den defekten Herd zu entsorgen. Läßt sich der Vermieter nicht hierauf ein, können Sie grundsätzlich die Miete mindern. Die Höhe ist immer eine Frage des Einzelfalles. In der Regel werden bei einem defekten Herd/Backofen 3-5 % als angemessen angesehen.

Gerne stehen wir Ihnen zur Durchsetzung Ihrer Rechte zur Verfügung.


Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.



Mit freundlichen Grüßen


Florian Günthner
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 16.04.2008 | 22:47

Ich vermisse hier noch ein paar klare Aussagen:

Ist ein portabler Herd (wie vom Campen bekannt) ein gleichwertiger Herd oder nicht? Also liegt die Betonung in Ihrem Satz "bzw. den Einbau eines gleichwertigen Herdes" auf EINBAU?

Sprich, darf der Vermieter den Herd ausbauen, eine Holzplatte draufstellen und darauf wieder den Campingherd?

Und für mich ganz wichtig einfach damit ich etwas in der Hand habe: Wo steht das mit dem Entsorgen? Irgendein Urteil oder Gesetz?

Besten Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.04.2008 | 23:07

Sehr geehrter Fragesteller,

ein portabler Herd ist kein gleichwertiger Ersatz.
Der defekte Herd stellt einen Mietmangel dar, zu dessen Beseitigung der Vermieter verpflichtet ist,§§ 535, 536 BGB. Dieser Beseitigug wird der Vermieter nicht gerecht, wenn er den defekten Herd stehen läßt und einen Campingherd zusätzlich in die Wohnung stellt.

Auch die Konstruktion der Holzplatte stellt keinen gleichwertigen Ersatz dar, da der Mietvertrag einen vollwerigen Herd( Herdplatten) umfasst und keinen Campingherd.


Mit freundliche Grüßen


Florian Günthner
Rechtsanwalt

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